Rheda-Wiedenbrück
Materialschlacht wegen Corona-Verdacht

Rheda-Wiedenbrück (vw) - Gerüstet für die Zukunft und gut vorbereitet auf eine mögliche Coranavirus-Epidemie sieht man sich am St.-Vinzenz-Hospital in Wiedenbrück. Jüngst wurde die Jahresbilanz 2019 vorgelegt. In der ambulanten Versorgung seien abermals „Rekordwerte“ erreicht worden.

Freitag, 28.02.2020, 17:50 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 10:46 Uhr

In der ambulanten Versorgung seien mit 15 000 bis 20 000 Patienten abermals „Rekordwerte“ erreicht worden, sagte Dr. Georg Rüter, Geschäftsführer des Wiedenbrücker Krankenhauses und der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen, zu der auch das Franziskus-Hospital in Bielefeld und das Mathilden-Hospital Herford gehören.

Im stationären Bereich waren es 6233 Menschen, die 2019 aufgenommen und behandelt wurden, ein „konstante“ Größe, wie es heißt. Der leichte Leistungsrückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche der allgemeinen Entwicklung im Krankenhaussektor, erläuterte Dr. Rüter. Die durchschnittliche Verweildauer im „Vinzenz“ betrug 5,1 Tage pro Patient.

2,5 Millionen Euro sind 2019 in das Krankenhaus an der Rietberger Straße investiert worden. Lediglich 600 000 Euro betrug die pauschale Zuwendung vom Land. Das Geld floss in bauliche Maßnahmen wie zur Schaffung neuer Patientenzimmer, Gruppen- und Therapieräume, aber auch in die Ausstattung mit neuer Medizintechnik.

Hoher Nachfrage erfreue sich die Station für geriatrische Frührehabilitation, wurde gestern informiert. „Besonders expansiv“ habe sich auch die Klinik für Allgemeine Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Gastroentrologie und Kardiologie unter Führung von Dr. Rainer Schnippe sowie Diabetologie und Endokrinologie von Dr. Daniel Winter entwickelt.

Seit Herbst 2019 ist das Vinzenz-Hospital digital, Akten existieren nicht mehr in Papierform. Der sehr schnelle Zugriff auf alle Patientendaten sei eine große Erleichterung für alle ärztlichen und pflegerischen Mitarbeiter, betonten der Ärztliche Leiter Dr. Rainer Schnippe und Pflegedienstleiter Siegmund Neu unisono.

Stolz ist man am Wiedenbrücker Krankenhaus darauf, dass das Hospital in Sachen Hygiene ein Vorbild ist. Zum dritten Mal in Folge habe man vom Robert-Koch-Institut das „Goldsiegel“ verliehen bekommen. Eine Auszeichnung, die nur 40 von insgesamt rund 1200 Krankenhäusern in Deutschland zuteil wurde.

Die 147-Betten-Einrichtung mit ihren 306 Mitarbeitern (davon 50 Ärzte) gehe „schuldenfrei“ in die Zukunft, sagte Geschäftsführer Dr. Georg Rüter. Das solle auch so bleiben.

Zweimal sei man im St.-Vinzenz-Hospital bislang mit einem Coranavirus-Verdacht konfrontiert gewesen, berichtete der Ärztliche Direktor des Krankenhauses, Dr. Rainer Schnippe, bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

Obwohl in beiden Fällen die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit dem neuen Erreger „gegen Null“ tendiert habe, sei jedes Mal das „maximale Programm“ gestartet worden: Dazu gehörten unter anderem das Anlegen von Vollkörperschutz mit Maske, Limitierung des eingesetzten Personals, organisatorische Maßnahmen und Auslösung der vorgeschriebenen Alarmkette. „Eine echte Materialschlacht“, nannte es der Chefarzt.

Es sei letztlich eine „sinnvolle Trockenübung“ gewesen, sagte Dr. Schnippe, der allerdings kritisiert, dass die beiden vermeintlich Virusinfizierten „munter in die Ambulanz spaziert“ wären, ohne zuvor telefonisch Kontakt aufzunehmen. Das aber sei wichtig, um im Ernstfall das Virus nicht unkontrolliert weiter zu verbreiten.

Das Krankenhaus in Wiedenbrück verfügt über fünf Betten in Isolationszimmern mit eigenen Schleusen. Bei einem von vorne herein „begründeten Verdacht“ auf Coronavirus-Infektion würden die Patienten aber ins Klinikum nach Gütersloh gebracht, wo es eine Station mit separatem Zugang gebe, informierte Dr. Schnippe.

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