Rheda-Wiedenbrücker Fleischkonzern stellt Agenda bis 2030 auf
Tönnies setzt sich Nachhaltigkeitsziele

Rheda-Wiedenbrück (WB/OH). Deutschlands größter Fleischkonzern Tönnies reagiert auf die gesellschaftliche Diskussion um Tierwohl, Klimaschutz, Arbeitsbedingungen und Fleischkonsum. Das Rheda-Wiedenbrücker Unternehmen hat sich in einer Agenda mit dem Titel „t30“ bis zum Jahr 2030 in drei Teilbereichen 15 konkrete Ziele gesetzt.

Samstag, 15.02.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 15.02.2020, 05:00 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Die Themenfelder beziehen sich laut Pressesprecher André Vielstädte auf die Kreislaufwirtschaft rund um landwirtschaftliche Erzeugung, den Ressourceneinsatz sowie die soziale Verantwortung für den ländlichen Raum.

„Wir werden erreichen, dass ein Kilo Tönnies-Fleisch nicht mehr Treibhausgasemissionen verursacht als ein Kilo Reis“, erklärte Konzernchef Clemens Tönnies (63) gegenüber der „Lebensmittelzeitung“. Der Konzern habe seine CO 2 -Emissionen gegenüber 1990 bereits um mehr als 35 Prozent reduziert, den Wasserverbrauch binnen zehn Jahren um 45 Prozent gesenkt und den Treibstoffbedarf um 40 Prozent. Der Plastikeinsatz bei Verpackungen sei 2019 durch Optimierungen um 1000 Tonnen zum Vorjahr reduziert worden.

Der Anteil der Schlachtschweine aus Tierwohl- oder Klimaschutzställen soll von heute 18 Prozent bis 2025 auf 70 Prozent massiv erhöht werden. Dabei sei auch eine deutliche Reduzierung der Verfütterung von Importsoja vorgesehen. Auch das Gülleproblem soll durch das neue Fütterungskonzept Toniso angegangen und die Nitratbelastung der Böden nachhaltig gesenkt werden.

Zur Wahrnehmung der sozialen Verantwortung zählt der geplante Bau von Unterkünften für Werkvertragsarbeiter – aber auch, den hiesigen landwirtschaftlichen Betrieben Perspektiven zu bieten.

„Für die gesellschaftliche Akzeptanz müssen wir weiter in Tierwohl und Klimaschutz investieren“, erklärte Clemens Tönnies’ Sohn Maximilian (29), der sukzessive mehr Verantwortung im Konzern übernimmt. Die Maßnahmen haben ihren Preis. Deshalb müssten Handel und Verbraucher am Ende auch ihren Beitrag in Form höherer Preise leisten.

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