Rückkehr in die Amtsgeschäfte als Schalker Aufsichtsratsvorsitzender
Tönnies bricht Schweigen: »Von der Wucht der Reaktionen erschlagen«

Gelsenkirchen/Rheda-Wiedenbrück (dpa). Clemens Tönnies hat sein Schweigen gebrochen. Am ersten Tag seiner Rückkehr in die Amtsgeschäfte als Schalker Aufsichtsratsvorsitzender bezeichnete der 63 Jahre alte Fleisch-Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück seine vielfach als rassistisch eingestuften Äußerungen als »Fehler«.

Donnerstag, 07.11.2019, 11:28 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 11:30 Uhr
Clemens Tönnies hat am Donnerstag seine Amtsgeschäfte als Schalker Aufsichtsratsvorsitzender wieder aufgenommen. Foto: dpa

»Ich war von der Wucht der Reaktion total erschlagen. Es hätte mir nicht passieren dürfen. Es ist voll in die Hose gegangen. Wenn sich jemand verletzt gefühlt hat, bitte ich ihn aufrichtig um Entschuldigung«, sagte Tönnies am Donnerstag dem clubeigenen Schalke TV.

Ich bin nicht der, der trennt, sondern eher der, der vereint und sagt, das darf auf Schalke keinen Einzug haben

Clemens Tönnies

Am 6. August hatte der Schalker Ehrenrat nach vielfach als rassistisch eingestuften Äußerungen von Tönnies über Afrikaner und einem anschließenden Gespräch mit dem Clubchef entschieden, dass dieser sein Schalke-Amt drei Monate lang nicht ausüben darf. »Es war eine harte Zeit. Ich hätte nicht erwartet, dass ich ein Stück weit leide, nicht dabei zu sein«, kommentierte Tönnies. »Das hat mir viele Gedanken gebracht, über das, was ich gesagt habe, wie ich es eigentlich gemeint habe und wie es insgesamt aufgenommen wurde.«

Tönnies fühlt sich falsch eingeschätzt: »Ich bin nicht der, der trennt, sondern eher der, der vereint und sagt, das darf auf Schalke keinen Einzug haben. Wir müssen uns in der Gesellschaft viel mehr gegen Rassismus stellen. Ich sehe uns alle in Europa in der Pflicht, was für Afrika zu tun.«

Seine Rückkehr ist von den Gremien des Vereins »ausdrücklich« begrüßt worden, wie der FC Schalke in einer Mitteilung am Mittwoch kundgetan hatte.

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