Bürgermeister zeichnet Bruno Höner (81) mit dem Ehrenring aus
»Sie geben der Stadt eine Seele«

Rheda-Wiedenbrück (WB). Bruno Höner hat am Mittwochabend im Rahmen einer Sonderratssitzung den Ehrenring der Stadt Rheda-Wiedenbrück aus den Händen von Bürgermeister Theo Mettenborg erhalten. Der 81-jährige Geehrte ist derzeit der einzige Ehrenringträger in der Doppelstadt.

Freitag, 01.11.2019, 08:49 Uhr
Bürgermeister Theo Mettenborg verleiht Bruno Höner den Ehrenring der Stadt Rheda-Wiedenbrück im Rahmen einer feierlichen Sonderratssitzung im Wiedenbrücker Schule Museum. Mit dabei: Höners Ehefrau Mechthild (von links). Foto: Waltraud Leskovsek

Es hätte keinen besseren Ort als das Wiedenbrücker Schule Museum geben können, um diese Würdigung vorzunehmen, weil Höner das gesamte Ensemble der ehemaligen Wohn- und Werkstattgebäude der Bildhauer Diedrichs & Knoche erworben und saniert hat – stets mit Rücksicht auf die Erhaltung der zahlreichen kunsthandwerklichen Ausprägungen. Mit einer großzügigen Spende war er zudem einer der Gründungsstifter für die Ausstellungs- und Begegnungsstätte Wiedenbrücker Schule.

Bereits im Mai 2017 hatte der Rat der Stadt einstimmig beschlossen, Bruno Höner für sein außergewöhnliches jahrzehntelanges Engagement für den Erhalt von bedeutenden historischen Kulturgütern im ideellen und finanziellen Bereich den Ehrenring zu verleihen. Doch Bruno Höner, der von 1968 bis 2002 die Geschicke der Firma Musterring geleitet hat, brauchte Zeit, um die Ehrung annehmen zu können. In einer humorvollen Dankesrede fragte er sich, wann man denn eigentlich diese hohe Auszeichnung bekomme und ob er genug dafür getan habe? Darüber hätte er lange nachdenken müssen. Aber der Rat sei ja für seine weisen Beschlüsse bekannt und deshalb nehme er die Auszeichnung mit großer Dankbarkeit an.

Lange darüber nachgedacht

Höner betonte aber, dass dies auch geschehe im Namen seiner Frau Mechthild, seiner Söhne Oliver, Hendrik und Alexander, seiner Mitarbeiter und aller Menschen, die Denkmäler erhalten wollten. Seine Motivation erklärte er im voll besetzten Saal des Wiedenbrücker Schule Museums so: Es sei keine Eitelkeit und auch keine Abschreibungssache, sondern ungebrochene Begeisterung für Kunst und Kultur und historischer Architektur, die ihn antreibe: »Haus Aussel, Haus Ottens, das Ensemble rund um die Wiedenbrücker Schule und jetzt der Ratskeller sind Gebäude, die Geschichten erzählen, das gesellschaftliche Leben in der Stadt bereichert haben und es auch weiterhin tun.« Höner betonte, dass die Basis für solch ein Engagement ganz klar auch der wirtschaftliche Erfolg sei. Seine Familie teile seinen Idealismus, nur deshalb sei das möglich. Er geht auch davon aus, dass seine Söhne diesen Grundgedanken weiterleben und wertvollen Kulturgütern Aufmerksamkeit schenken werden.

Mettenborg hält Laudatio

Bürgermeister Theo Mettenborg betonte in seiner Laudatio, dass auch die bemerkenswerte Haltung und die gelebte Verpflichtung zur Heimatstadt Höners geehrt würden. So hat er die Kunst in der Stadt mit der Stiftung des Brachum-Kunstpreises unterstützt und die hochwertige Skulptur einer Garnspinner-Familie des Künstlers Dr. Wilfried Koch, die seit dem vergangenen Jahr im Flora-Park steht, gestiftet. Zudem sei es die bemerkenswerte Zurückhaltung, die Höner zueigen sei. »Eine Stadt wie unsere kann sich stolz, glücklich und dankbar schätzen, Sie in ihren Reihen zu wissen«, betonte Mettenborg. Höner gebe der Stadt eine Seele durch Halt und Orientierung, denn nur wer seine Wurzeln kenne, werde eine Zukunft haben, meinte er abschließend.

Die Festrede hielt Barbara Rüschoff-Parzinger, Kulturdezernentin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), zum Thema »Der Wert der Kultur«. Sie überreichte Bruno Höner als Präsent ein goldenes Buch, das der LWL gerade auf den Weg gebracht hat, außerdem ein original westfälisches Grubenhandtuch, was ebenfalls als wichtiges Kulturgut gilt. Musikalisch untermalt wurde die Feierstunde durch Ansgar Brockamp am Klavier.

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