Stiftung gibt 27.900 Euro für neue DRK-Wohngruppe in Rheda
Trotz Demenz mitten im Leben

Rheda-Wiedenbrück (WB). Mit 27.900 Euro unterstützt die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW die Wohngruppe (WG) für Menschen mit Demenz und anderen gerontopsychiatrischen Erkrankungen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Rheda am Bahndamm.

Mittwoch, 09.10.2019, 09:40 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 09:50 Uhr
Haben sich im Eingangsbereich zum Gemeinschaftsraum der WG aufgestellt, der mit Fördermitteln der Stiftung Wohlfahrtspflege bezuschusst wird: (von links) Johannes Granas, Franz Westhoff (beide DRK-Ortsverein), DRK-Geschäftsführerin Simone Hagemann, DRK-Vorstand Dennis Schwoch, Landtagspräsident André Kuper, DRK-Geschäftsführerin Ilka Mähler und Stiftungsvorstand Norbert Killewald.

Den Förderbescheid übergab jetzt Stiftungsvorstand Norbert Killewald. Gemeinsam mit André Kuper, Präsident des Landtages NRW, besuchte er die fast fertiggestellten Räume. Dort finden zurzeit noch die letzten Arbeiten statt, bevor Anfang 2020 die ersten Bewohner einziehen können.

»Die Zahl der Menschen, die von Demenz betroffen sind, wird immer größer«, sagte Killewald. Der vorhandene Wohnraum und dessen Ausstattung entsprächen in der Regel nicht den besonderen Bedürfnissen. »Deswegen freuen wir uns, dass das DRK hier ein entsprechendes Angebot einrichtet.« Die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW finanziert sich aus Gewinnen, die die nordrhein-westfälischen Spielbanken erwirtschaften. »Damit unterstützt sie wichtige soziale Projekte im Land«, erklärte André Kuper.

Bis zu 12 Demenzkranke können in der rund 580 Quadratmeter großen WG zusammenleben. »Wir bieten hier den Menschen die Möglichkeit, auch mit Demenz in einem normalen häuslichen Umfeld wie in einer Großfamilie zu wohnen«, sagte DRK-Geschäftsführerin Ilka Mähler. Die zwischen 22 und 29 Quadratmeter großen barrierefreien Appartements mit eigenem Bad ermöglichen es, sich für ein wenig Ruhe zurückzuziehen. Sie teilen sich auf zwei weitläufige, lichtdurchflutete Wohnflure auf, deren Mitte der Gemeinschaftraum mit großer Wohnküche bildet.

Feste Strukturen im Tagesablauf

»Das ist das Herzstück unserer Wohngruppe«, erklärte Mähler.  »Sobald die Menschen aus ihren Zimmern treten, sind sie mitten im Leben. Dank der großen Unterstützung gelingt es uns, hier ein gemütliches Ambiente zu schaffen, in dem sich die Bewohner wohl und wie zu Hause fühlen können.« Für weitere Wohnlichkeit sorgen eine große Terrasse und der angrenzende Sinnesgarten.

Betreuungs- und Pflegekräfte des DRK begleiten die Demenzerkrankten rund um die Uhr. Regelmäßig wiederkehrende Termine zum Kochen und Essen sowie Angebote wie Basteln, Gymnastik oder Gedächtnistraining bestimmen den Tag. »Es ist uns wichtig, feste Strukturen in den Tag zu bringen«, sagte Martina Brune, DRK-Fachbereichsleiterin Pflege. »Wir ermuntern die Bewohner dazu, sich einzubringen. Das fördert die Selbstständigkeit und hilft, Kompetenzen zu erhalten.« Die Erfahrung zeigt: Die Gemeinschaft tut gut und hält länger fit. Angehörige sind gern gesehene Besucher. »Da wir die Pflege- und Betreuungsaufgaben übernehmen, haben Familienmitglieder mehr Zeit für persönliche Zuwendung«, weiß Brune. Auch ein Gästezimmer stehe zur Verfügung.

Das DRK lädt Interessierte am Donnerstag, 10. Oktober, von 15 bis 17.30 Uhr und am Samstag, 12. Oktober, von 10 bis 12 Uhr zu Tagen der offenen Tür ein. Besucher können die Räume besichtigen und sich über das Wohngruppenkonzept informieren. Weitere Informationen erteilt Martina Brune, Tel. 05241/708282 oder E-Mail martina.brune@drk-sozial.de.

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