Warum die Händler so gerne zum Krammarkt nach Wiedenbrück kommen
Lob für das »entspannte Publikum«

Rheda-Wiedenbrück (WB). Es gibt sie noch, die guten alten Kittelschürzen, die früher für jede Hausfrau ein Muss waren. Christa und Heinz-Werner Eckhardt aus Paderborn haben eine große Auswahl an bunten Kittelschürzen mit halbem Arm oder ärmellos auf dem Krammarkt der Wiedenbrücker Herbstkirmes dabei – und so manch eine Besucherin bleibt auch tatsächlich stehen.

Dienstag, 08.10.2019, 08:55 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 09:00 Uhr
Wiedenbrücker Freundinnen unter sich: Sie machen einen Bummel über den Krammarkt und schauen sich besonders die Schals der Saison an. Es gibt viel zu sehen in der Innenstadt, auch an den zahlreichen anderen Ständen. Foto: Waltraud Leskovsek

»Unsere Käuferschicht ist ganz klar ab 70 Jahren aufwärts«, erzählt die Inhaberin, die selber bereits 75 Jahre alt ist und mit ihrem Mann nur noch wenige Märkte in

Sie haben sie noch, die guten alten Kittelschürzen: Christa und Heinz-Werner Eckhardt.

Sie haben sie noch, die guten alten Kittelschürzen: Christa und Heinz-Werner Eckhardt. Foto: Waltraud Leskovsek

Ostwestfalen-Lippe besucht, einfach, um dabei zu sein. Sie seien weit und breit der einzige Händler, der noch solche Kittelschürzen anbiete. Das ältere Semester wisse dies durchaus zu schätzen. Heute sei die Qualität der Kittel, aus hochwertiger Baumwolle gefertigt, schon sehr gut. In den 70er Jahren waren solche Modelle auch mal aus Kunstfasern zu haben, doch die hätten sich nicht lange am Markt gehalten, erzählt sie.

Ein völlig neuer Trend setze sich gerade durch: Stofftaschentücher erobern wieder die Haushalte. Ärzte raten insbesondere Allergikern dazu, weil die Tücher keine Chemie enthalten, man sie bei heiß waschen kann und das mit dem Waschmittel, das man am besten verträgt. Also lernen junge Menschen wieder Taschentücher bügeln und schön falten. Müll wird zudem vermieden.

Kittelschürzen sind wieder beliebt

Auf dem längsten Krammarkt in OWL ist das Thema Müllvermeidung und Anti-Plastik auch angekommen. Korbanbieter Wolfgang Gornig aus Steinhagen spürt den Wandel. Korb statt Tüte meinen auch Elisabeth und Hartmut Lengenfeld aus Rheda-Wiedenbrück uns lassen sich beraten. Die Stofftaschen aus Baumwolle oder Filz werden ebenso interessiert nachgefragt. Ebenfalls ganz ohne Plastik kommt die spanische Keramikreibe aus Andalusien aus. Damit lassen sich mühelos Ingwer, Zitrone, Knoblauch, Mandeln, Kurkuma, Minze und vieles mehr reiben, ohne dass die Finger leiden müssen oder Reste übrig bleiben. Birgit Schmitz aus Greven hat einen Stand mit den hübschen Reiben.

Dank an die Marktmeister

Zwar scheint die Sonne wie es sich für einen richtigen Krammarktmontag auch gehört, dennoch ist es morgens frisch. Die Besucher kommen durchweg eine Stunde später als sonst üblich. Händler mit warmen Socken, wärmenden Schals und Mützen oder mit den lustigen »Warmies«. den wärmenden Stofftieren, die sich in der Mikrowelle aufheizen lassen, haben keine Langeweile und verkaufen gut. Gabriele Glissmann aus Ostercappeln hat diese lustigen Wärmeplüschtiere dabei und liebt sie alle – ob Einhorn, Fledermaus, Alpaka oder Erdmännchen. Sie lobt die sehr rührigen Marktmeister Hans-Bernd Hensen und Dirk Wiesbrock, die die Händler schon frühzeitig an den Termin erinnern und auch mal einen Standortwechsel möglich machen. »Das erlebe ich nicht überall«, meint sie anerkennend. »Ich komme total gerne nach Wiedenbrück, weil das Publikum so aufgeschlossen und entspannt ist«, meint sie.

Fensterputzmittel, Superschneider, Pfannen, in denen auch ohne Fett nichts haften bleibt, Fugenkratzer, Sparschäler, Fusselbürsten, Gewürze, Schlagerhits und Unterhosen – die Auswahl ist groß und kaum einer kann widerstehen, nicht doch ein Fläschchen Superreiniger oder Putztücher mitzunehmen. Das gehört zum Krammarkt dazu wie die Musik bei Krane ab Mittag. Zuvor legt DJ Hannes Reischel Platten auf und unterhält das Publikum, bis die »Acoustic Friends« die Bühne erobern.

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