1,2 Millionen Euro gesammelt: Helfer der Ökumenischen Aktion ziehen Bilanz
Seit 45 Jahren klingeln sie an Türen

Rheda-Wiedenbrück (WB). Eine Erfolgsgeschichte mit Alleinstellungsmerkmal in ganz Nordrhein-Westfalen schreibt die Ökumenische Aktion Eine Welt Rheda-Wiedenbrück. In diesem Jahr werden wieder rund 100 Ehrenamtliche etliche Haushalte besuchen, um Spenden zu sammeln für das Projekt »Hilfe für Schulkinder in Zimbabwe«.

Sonntag, 08.09.2019, 08:47 Uhr aktualisiert: 08.09.2019, 08:50 Uhr
Zum 46. Mal läuft die Ökumenische Aktion Eine Welt Rheda-Wiedenbrück. Alle Kirchengemeinden machen mit und haben alleine im vergangenen Jahr 35.000 Euro für die Hilfsprojekte gesammelt. Hubert Pohlmann, Wennemar Schweer, Helma Pohlmann, Harald Grochtmann, Uschi Sandhäger und Helmuth Hoffmann stehen stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Helfer. Foto: Waltraud Leskovsek

Viele Jahre lang war die aus Wiedenbrück stammende Schwester Gudrun Goldmann an der Monte Cassino Secondary School in der Stadt Macheke in Zimbabwe als Lehrerin tätig. Als die Ordensschwester aus Altersgründen ihren Dienst beenden musste, blieb der Kontakt zu dieser Schule bestehen, die heute von mehr als 500 Mädchen des Landes besucht wird. Die Schule hat einen guten Ruf, weil dort motivierte Lehrkräfte arbeiten, die ein Gehalt beziehen und eine ordentliche Wohnung bekommen. Die Zahl der Schülerinnen steigt stets, weil sich ihnen durch die Bildung, die sie dort bekommen, gute berufliche Perspektiven auftun.

Jetzt muss die Schule erweitert werden. Dafür bittet Schulleiter Francis Nzenze um Hilfe aus Deutschland. Es ist ihm zudem ein Anliegen, die Schulgebühren so niedrig zu halten, dass auch Kinder aus Armutsfamilien die Schule besuchen können. »Bildung darf und soll nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen«, betont Wennemar Schweer, der zusammen mit Harald Grochtmann die Ökumenische Aktion Eine Welt seinerzeit ins Leben gerufen hat. Zu einer Zeit wohlgemerkt, als das Wort Ökumene für viele noch ein Fremdwort war. Heute ist es die einzige Aktion dieser Art, die so erfolgreich ist. In 45 Jahren kamen 1,2 Millionen Euro zusammen. Allein im vergangenen Jahre wurden 35.000 Euro zusammengetragen.

Schule in Zimbabwe braucht Hilfe

Im Wechsel fließen Spenden mal nach Zimbabwe und mal an ein Projekt in Bolivien. Auch dorthin besteht ein intensiver persönlicher Kontakt durch Helma und Hubert Pohlmann aus Rheda. Schweer und die 100 ehrenamtlichen Sammler rufen die Bürger auf, durch ihre Spende das Schulprojekt in Zimbabwe zu unterstützen. Die erste Pilotin Afrikas ist übrigens Schülerin dieser Schule gewesen.

In der Zeit vom 14. September bis Ende Oktober besuchen die Sammler die Haushalte. Schweer appelliert an die Bevölkerung, die Helfer nicht vergeblich an die Türen klopfen zu lassen. Auf Wunsch stellen die Kirchengemeinden auch Spendenquittungen aus.

Viele der Ehrenamtlichen unterstützen das Projekt schon von Beginn an und werden mit offenen Armen empfangen, denn »man kennt sich und es ist im Laufe der Jahre eine Vertrauensbasis entstanden«, berichtet Helmuth Hoffmann. Uschi Sandhäger vom Pfarrgemeinderat in St. Vit findet es besonders gut, dass das gesammelte Geld direkt an die Projekte geht, ohne Verwaltungs- und Werbungskosten. »Wenn man sieht, wie großzügig die Menschen unsere gute Sache unterstützen und uns teilweise danken, dass wir das machen, dann beflügelt uns das ungemein«, meint Helma Pohlmann.

100 Sammler sind im Einsatz

Harald Grochtmann, der gerne als Motor der Aktion bezeichnet wird, findet es gut, dass seit dem Beginn 1974 alle Kirchengemeinden in Rheda-Wiedenbrück an einem Strang ziehen. Ebenso überwältigt ist er, dass es immer noch Jahr für Jahr Helfer gibt, die bereit sind, in ihrer Freizeit von Haus zu Haus zu ziehen. »Das macht schon ein wenig stolz und bestärkt uns in unserer Grundüberzeugung, dass die Liebe zum Nächsten für uns ein verpflichtender Auftrag ist«, betont er.

Wer bei der Haussammlung nicht erreicht werden konnte, kann auch direkt auf das Spendenkonto der Ökumenischen Aktion Eine Welt spenden: Kreissparkasse Wiedenbrück, IBAN DE 04 4785 3520 0000 5415 81.

Am Sonntag, 20. Oktober, wird um 17 Uhr zur ökumenischen Andacht in der St.-Aegidius-Kirche in Wiedenbrück eingeladen.

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