GNU startet Saatgut-Projekt – Sparkassen-Stiftung Gütersloh sagt Förderung für weitere zwei Jahre zu
Mit Hilfe der Bauern blüht Bienen was

Rheda-Wiedenbrück (WB). Wer vor Jahren auf der Autobahn unterwegs war, hat die Wischblätter nicht nur wegen des Wetters genutzt, sondern auch, weil viele Insekten an den Scheiben ihr Leben ließen. Diese Zeiten sind vorbei.

Freitag, 06.09.2019, 08:53 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 09:00 Uhr
Ursel Hollenbeck-Meloh (2.von rechts) vom gleichnamigen Hof gehört zu den Vorreitern, die auf Anregung von Rudolf Pähler (links) und Angelika Daum von der GNU Blühstreifen auf ihren Ackerflächen ausgesäht haben. Ulrich Kniesel (Mitte) und Kay Klingsieck (rechs) von der Stiftung der Sparkasse Gütersloh haben zugesagt, das Projekt auch in den kommenden zwei Jahren zu unterstützen.

Gegen das Insektensterben hat die Gemeinschaft für Natur und Umweltschutz (GNU) im Kreis Gütersloh jetzt eine Aktion gemeinsam mit Landwirten gestartet. Unterstützt wird sie von der Stiftung der Sparkasse Gütersloh.

Geldinstitut fördert Kauf von Saatgut

Mit 5000 Euro fördert das Geldinstitut den Kauf von Saatgut für Blühstreifen auf Ackerflächen. »Für einen Euro können wir 20 Quadratmeter Blühfläche aussähen«, sagt Rudolf Pähler, der das Projekt für die GNU betreut. Etwa elf Landwirte haben sich mit 15 Flächen beteiligt, darunter auch der Hof Meloh in Rheda. Ursel Hollenbeck-Meloh und ihr Mann Rainer Hollenbeck haben im Frühjahr etwa einen Hektar des hochwertigen, mehrjährigen Saatguts in die Erde gebracht. »Aber wir haben schon früher immer Blühstreifen angelegt«, betont die Landfrau. »Als Futter für Insekten und auch für andere Tiere.«

Förderung von der EU

Laut Rudolf Pähler tun Landwirte mit den Blühflächen nicht nur etwas für die Tiere und fürs Auge, sondern auch für den eigenen Geldbeutel. Denn wer mindestens fünf Prozent seiner Ackerflächen als ökologische Vorrangfläche ausweist (»Greening«), hat Anspruch auf mehr Förderung von der EU. »Das sind pro Hektar etwa 85 Euro mehr, also 300 Euro«, weiß Rudolf Pähler.

Landwirte bekommen Insektenhotel

Wer glaubt, es ist damit getan, eine Handvoll Dünger auf die Wiese zu werfen, der irrt. Mit dem Saatgut bekommen die Landwirte ein Insektenhotel und vor allem eine genaue Saat- und Pflegeanleitung. »Es handelt sich um Lichtkeimer – genau wie beim Rasen«, sagt GNU-Vorstand Angelika Daum. Deswegen müsse der Boden gut vorbereitet und von Unkraut befreit werden.

Hochwertige und mehrjährige Saat soll ausgebracht werden

Die Experten der GNU legen Wert darauf, dass die Landwirte die teurere, aber dafür hochwertige und mehrjährige Saat ausbringen. »Nach dem Mähen im Frühjahr haben Wildbienen und andere Insekten schnell wieder Nahrung, während einjährige Pflanzen noch gar nicht so weit sind«, erklärt Pähler, der eigentlich Industriekaufmann ist, sich aber seit mehr als 50 Jahren mit Biologie beschäftigt. Das Steckenpferd des Verlers sind Schmetterlinge – und auch deren Population sei in den vergangenen Jahren erschreckend zurück gegangen.

Zusage für weitere zwei Jahre

Nicht zuletzt deswegen hat die Sparkassen-Stiftung das Projekt in diesem Jahr unterstützt. »Wir engagieren und stark im sozialen Bereich, doch auch Nachhaltigkeit, Umwelt- und Tierschutz liegen uns zunehmend am Herzen«, sagt ihr Vorstand Ulrich Kniesel und sagt auch für die kommenden zwei Jahren die Unterstützung zu.

Mehr Landwirte sollen mitmachen

Im Kreis Gütersloh gebe es mehr als 1000 Landwirte, deswegen möchte die GNU noch mehr zum Mitmachen bewegen. »Überall, wo aus Acker- Blühflächen werden, werden keine Pestizide und kein Dünger ausgebracht«, sagt Angelika Daum und fordert Interessenten – Landwirte und Förderer – auf, sich beim GNU zu melden.

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