Erster Nachwuchs: Eva Meintrup (30) hat ihre eigene Alpaka-Herde Ferdi ist da!

Rheda-Wiedenbrück (WB). Als Eva Meintrup um 6 Uhr aufsteht, spürt sie, irgendetwas ist anders als sonst. Im Pyjama geht sie zur Wiese und kann es kaum fassen. Ein Alpaka-Hengst ist auf ihrem Hof geboren. Es ist der erste Nachwuchs in der Herde der 30-jährigen Landwirtin, die seit 1. Juli Eigentümerin des Meintrup-Anwesens ist.

Von Waltraud Leskovsek
Eva Meintrup freut sich, dass der erste Nachwuchs auf ihrem Hof so fit ist. Sie begrüßt den kleinen Ferdi und Mama Lena.
Eva Meintrup freut sich, dass der erste Nachwuchs auf ihrem Hof so fit ist. Sie begrüßt den kleinen Ferdi und Mama Lena. Foto: Waltraud Leskovsek

Seit Mai diesen Jahres hat sie eine elfköpfige Alpakaherde auf ihrem Hof. Eva Meintrup ist froh, dass die Stute Lena schon einmal ein Junges zur Welt gebracht hat und genau weiß was sie tun muss. Die Geburt verlief ohne Komplikationen. Eva reibt das Junge noch mit Stroh ab, melkt die Mutter ein wenig an, damit die Milch fließt. Auch die Nabelschnur versorgt sie. Das alles hat sich Eva Meintrup angelesen. »Ich war total aufgeregt, weil die Praxis ja doch immer ein wenig anders aussieht, als in Büchern beschrieben«, meint sie. Doch Lena sei toll, ganz souverän und schon zwei Stunden später spazieren Mutter und Sohn über die Wiese. Obgleich es sehr heiß ist, bleiben sie in der Sonne. Ab und an trinkt der Nachwuchs einen Schluck Milch und schaut sich erst einmal neugierig um. Als würde die Mutter ihrem Nachwuchs das neue Zuhause zeigen, gehen sie die Wiese ab, schnuppern mal hier und mal dort. Und auch die Herde kommt an den Zaun um den neuen Nachwuchs zu begrüßen.

Doch wie kommt eine junge Landwirtin, die International Management studiert hat und anschließend noch ihren Master in Agrarwirtschaft oben drauf gesetzt hat dazu ausgerechnet Alpakas zu halten? »Die Tiere sind na klar ungewöhnlich aber unglaublich hinreißend und zutraulich auch besonders Kindern gegenüber«, erzählt sie. Sie habe sich sofort darin verliebt. Die Tiere, die ausschauen wie kleine Kamele sind nicht so groß, dass sie Furcht einflößen, eher so auf Augenhöhe. Ihren Ursprung haben sie in Peru. Dort leben rund 3,5 Millionen Alpakas. Aber auch hier werden sie inzwischen gerne gehalten, obgleich es hier viel wärmer ist. Sie sind unkompliziert, auf ihre Art lustig, sehr sozial und auch sauber. Für ihr Geschäft sucht sich die Herde ein bis zwei Ecken auf der Wiese aus und meistens gehen sie zusammen. »Ein bisschen so wie wir Frauen auf Partys«, meint Eva schmunzelnd. Ihr war es wichtig, dass die Wiese kurzgehalten wurde. Schafe wollte sie aber keine. Die Entscheidung für die Alpakas bereut sie nicht. Von ihrer Terrasse aus kann sie die Herde beobachten und das wirkt sehr beruhigend.

Sie hat noch viel vor mit der jungen Mutter Lena, dem kleinen Nachwuchs Ferdi, dem gefräßigen Schlingel, der rot gelockten Nutella und dem unzertrennlichen schwarz-weiß Duo Charlotta und Einstein. Gerne würde sie Alpakas züchten. Der Anfang ist ja auch schon gemacht. Sie möchte die Herde gerne auf 30 Tiere erweitern. Einmal wurden sie bislang bei ihr geschoren. Alpakawolle ist kostbar und sehr gefragt. Durch ihre Eigenschaften bei Kälte zu wärmen, im Sommer aber auch thermoregulierend ist, ist sie gerade als Oberbettfüllung ein begehrtes Produkt. Meintrup möchte demnächst Produkte direkt vermarkten. Auf jeden Fall hat sie den Kopf voller toller Ideen, weil die Landwirtschaft sich generell verändert hat. Man müsse sich zusätzliche Standbeine suchen um zu bestehen, weiß sie schon jetzt, einige Wochen nach ihrem Start. Gerade sie als Quereinsteiger und zudem als Frau in einer männergeprägten Branche hat es nicht immer leicht. »Irgendwie muss ich jeden Tag erneut ins kalte Wasser springen«, meint sie. Doch sie ist ehrgeizig, zielstrebig, kann anpacken und lässt sich nicht unterkriegen. Mit den Alpakas ist Eva Meintrup auf jeden Fall schon mal auf einem guten Weg und was sich daraus ergibt, dass müsse man mal sehen. Vielleicht Kindergeburtstage, weil diese lieben Tiere eine magische Anziehungskraft auf Kinder ausüben und besingt dadurch das sie eine Kauleiste haben, auch nicht wirklich zubeißen können. Dennoch sollte man ihnen auch mit Respekt begegnen. Auch andere Veranstaltungen vielleicht für gestresste Erwachsene oder Menschen mit Therapiebedarf könnte sie sich vorstellen. Doch das ist erst einmal Zukunftsmusik. Nach und nach möchte sie erst einmal den Hof wieder auf Vordermann bringen und ihn dann weiter ausbauen.

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