Begeisterte Imker: Familie Feldmann betreut Bienen im Flora-Park
Von Opa Fritz kam die Idee

Rheda-Wiedenbrück (WB). Wenn der Smoker qualmt, kann der Imker gelassen am Bienenstock arbeiten. Denn dann glauben die fleißigen Flieger, dass Gefahr im Verzug ist und sind so ausgiebig mit der Fluchtvorbereitung beschäftigt, dass keine Zeit bleibt zum Stechen. Aha, deswegen haben Imker also immer eine Rauchquelle dabei, entweder als Pfeife oder eben den Smoker; ein Gefäß, in dem zum Beispiel Sägespäne vor sich hin kokeln.

Freitag, 02.08.2019, 09:30 Uhr

Der interessierte Laie ist ein ums andere Mal erstaunt, wie das Leben im und rund um einen Bienenstock funktioniert und welcher Aufwand betrieben werden muss, um den Honig zu ernten und die Bienenfamilien gesund zu halten. Im Flora Westfalica-Park darf wieder genau hingeschaut werden. Familie Feldmann aus Lintel macht’s möglich.

Lange Zeit war der Bereich rund um die Imkerhütte unweit des Reethus verwaist, Feldmanns – Manuela und Denis mit den Söhnen Nils und Jannis – haben im Frühjahr auf Einladung der Flora Westfalica sechs Völker, das sind rund 250.000 Bienen, angesiedelt und nebenbei auch noch die in die Jahre gekommene Imkerhütte auf Vordermann gebracht. Was die eines Tages beherbergen wird, ist noch nicht geklärt. Die Sache muss sich schließlich erstmal einspielen. Dann werden sicher auch Besichtigungs- und Lehrtermine bekannt gegeben.

Die Imkerei ist bei Familie Feldmann offenbar genetisch bedingt

Vorerst sorgt Familie Feldmann regelmäßig für die Schwarmkon­trolle. Die ist besonders wichtig, weil verhindert werden muss, dass sich in einem Stock neue Königinnen ausbilden und beim Ausschwärmen einen großen Teil der Bienen mitnehmen. Wie gesagt, es gibt viel zu lernen. Zum Beispiel, dass es ohne Imker bald keine Honigbienen mehr geben würde, wie Denis Feldmann weiß. Denn ohne die Pflege der Völker würde die Varoa-Milbe über kurz oder lang die Bienenvölker ausrotten. Mittel der Wahl gegen den üblen Feind ist Ameisensäure, die nach der Ernte in den Stock eingebracht wird.

Die Imkerei ist bei Familie Feldmann offenbar genetisch bedingt. Bis zu einem Urur-Onkel reicht die Historie, sie selbst seien »von Opa Fritz infiziert worden«, berichtet Manuela Feldmann. In Lintel unterhalten sie weitere 19 Völker, insgesamt also 25 mit rund einer Million Bienen. So genau nachgezählt hat das aber noch niemand…

Dass ein Imker nicht ungestochen bleibt, ist wohl klar. So sympathisch die Brummer auch daherkommen – sie können stechen und machen bisweilen Gebrauch davon. Wobei niemand, der nicht allergisch auf das Gift reagiert, besondere Sorge haben muss. Nils Feldmann jedenfalls hat da schon einschlägige Erfahrung und berichtet: »Nach dem 30. Stich ist es nicht mehr so schlimm. Man gewöhnt sich dran.« Dennoch: Wenn sich ein Volk als besonders aggressiv herausstellt, muss die Königin ausgetauscht werden, damit das Oberhaupt nicht seine Gene weitergibt.

Eine Million fleißige Bienen produzieren jede Menge leckeren Honig. Da kommen übers Jahr schon ein paar hundert Kilogramm zusammen. Die werden in der eigenen Honigküche aus den Waben geschleudert, in Gläser gefüllt und unter anderem via Internet (www.Honig-Lintel.de) vermarktet.

Wer die Imkerei im Flora-Westfalica-Park besucht, trifft möglicherweise Denis Feldmann bei der Schwarmkontrolle und ist dann herzlich eingeladen, Fragen zu stellen. Gut möglich, dass er gerade eine gut gefüllte Honigwabe aus dem Stock genommen hat und den Besucher probieren lässt.

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