Meinungsverschiedenheiten zum Kauf von zwei Wurstfabriken – Verhandlung am 9. August Erneuter Rechtsstreit bei Tönnies

Rheda-Wiedenbrück (WB/ef). Erneuter juristischer Krach beim Fleischkonzern Tönnies: Der Neffe des Unternehmensgründers Robert Tönnies (41) geht zwei Jahre nach dem Friedensschluss wieder einmal gerichtlich gegen seinen Onkel Clemens Tönnies (63) vor.

Robert (links) und Clemens Tönnies.
Robert (links) und Clemens Tönnies. Foto: dpa

Robert Tönnies will per einstweiliger Verfügung den Kauf von zwei Wurstfabriken der Schweizer Bell-Food-Gruppe in Suhl (Thüringen) und Börger (Emsland) verhindern. Der Antrag ist beim Landgericht Bielefeld eingegangen und soll am 9. August verhandelt werden.

In den beiden Bell-Werken sind rund 400 Mitarbeiter beschäftigt. Dort wird unter anderem Wurst der Marke Zimbo gefertigt. Robert Tönnies hält das millionenschwere Investment für falsch. Sein Einwand: Zimbo sei defizitär. Zudem habe der Beirat dem Kauf nicht zugestimmt.

Geschäftsführung »verwundert und überrascht«

Die Unternehmensführung des Tönnies-Konzern reagierte am Montag »verwundert und überrascht«. Der Vertrag zur geplanten Übernahme der Wurstwarenwerke der Firma Bell sei rechtswirksam. Die Entscheidung sei von der Geschäftsführung einstimmig entschieden worden und unterlag keiner Zustimmungspflicht durch den Beirat.

Die Holding-Geschäftsführung werde paritätisch durch die beiden Familienstämme der Gesellschafter besetzt (je zwei Geschäftsführer). Ein Sprecher von Tönnies teilte dazu mit: »Sollte ein Gesellschafter eine andere Einschätzung als die zuständige Holding-Geschäftsführung haben, sieht der 2017 geschlossene Gesellschaftervertrag vor, den Beirat anzurufen. Das ist im konkreten Fall nicht geschehen. Stattdessen wurde der Rechtsweg beschritten.« An der Rechtswirksamkeit der beschlossenen Übernahme werde »dieses Verhalten aber wie gesagt nichts ändern.«

Die Übernahme der beiden Bell-Werke erfolge indes vorbehaltlich der noch ausstehenden Zustimmung der Kartellbehörden. Der Schweizer Konzern beschäftigt rund 10.500 Mitarbeiter und gehört nach eigenen Angaben zu einem der führenden europäischen Hersteller von Fleisch und Convenience-Produkten.

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