Faires Frühstück serviert – »Menschen sollen ihr Auskommen haben«
Gegen Unrecht und Ausbeutung

Rheda-Wiedenbrück (WB). Ganz bewusst essen – das ist beim Fairen Frühstück möglich. Das Team des Weltladens und die Frauenhilfe der evangelischen Versöhnungskirchengemeinde kümmern sich um die Vorbereitungen. Diesmal kamen mehr als 80 Gäste.

Dienstag, 02.07.2019, 09:41 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 10:00 Uhr
Pfarrer i. R. Dr. Wennemar Schweer (links) und Alfred Schröder setzen sich seit vielen Jahrzehnten für eine bessere Welt mit mehr Gerechtigkeit und mehr Umweltbewusstsein ein. Sie zeigen Nuss-Nougat-Creme und ein Müsli aus fairem Handel. Foto: Waltraud Leskovsek

Der lange Tisch war gut gefüllt mit Produkten aus fairem Handel sowie aus heimischer fairer Produktion. Auch vom Kiebitzhof in Gütersloh bereicherten einige Produkte das Büffet. Obst, Dips und Brotaufstriche, hausgemachte Marmeladen, fair gehandelter Kaffee und Tee, Wurst- und Käseprodukte aus der Region, Müslis und Brotwaren waren auf der Tafel im Schnitkerhaus zu entdecken. Neue Gäste sind natürlich jederzeit willkommen. Denn mit dem Fairen Frühstück verbindet sich auch ein besonderer Blick auf die Dinge.

»Wir sind nicht allein, wenn wir von einer besseren Welt träumen, in der alle Menschen ihr Auskommen haben, keine Kinder mehr um ihre Kindheit betrogen werden, weil sie arbeiten müssen, und in der keine Näherin mehr für einen Hungerlohn schuften muss«, machte Pfarrer i. R. Dr. Wennemar Schweer in seiner Begrüßungsandacht deutlich. In Deutschland gebe es inzwischen 800 Weltläden sowie zahlreiche Gruppen und Vereinigungen, die aktiv ähnliche Ziele verfolgten. Neben der Erhaltung der Natur sei es auch immer der Mensch, den man im Blick haben müsse. Millionen Menschen litten unter dem Unterbietungswettbewerb: »Sie produzieren unter erbärmlichen Bedingungen Kleidung, Schuhe, Steine und Nahrungsmittel für unseren Markt.«

40 Jahre »Jute statt Plastik«

Schweer sieht notwendige Veränderungen als politische Aufgabe, auf deren Dringlichkeit die Vertreter des fairen Handels immer nur wieder hinweisen könnten. »Mit unserem Engagement setzen wir alle hier und heute ein deutlich sichtbares Zeichen gegen Unrecht, Ausbeutung und Machtmissbrauch«, dankte er den Helfern des Weltladens und der Frauenhilfe.

In den Mittelpunkt rückte auch eine Tasche mit der Aufschrift »Jute statt Plastik«. Das gute Stück ist 40 Jahre alt. So lange schon kämpfen Menschen um eine bessere Umwelt und gegen Plastik. 1979 wurde diese Aktion von vielen Menschen belächelt und den damals so gern verspotteten »Ökos« zugesprochen. Zudem zeigte Schweer einen Kurzfilm über die verschiedenen Fair-Trade-Siegel, die nicht immer zwangsläufig auch gut seien, weil manchmal nur 20 Prozent des Inhaltes aus fairem Handel kommen und die restlichen Zutaten ganz selbstverständlich aus der Industrie. Am Ende gab es noch ein Quiz mit Fragen über den fairen Handel.

Etwas enttäuscht zeigte sich Wennemar Schweer, dass der Weltladen im restaurierten Schnitkerhaus nicht so frequentiert wird, wie sich das Team das erhofft hatte. Der Laden sei abseits von der Einkaufsstraße. Deshalb stehe der mobile Verkaufswagen häufiger auf dem Wochenmarkt fahren, um dort die fairen Produkte anzubieten. Zudem werde inzwischen eine gute Anzahl an Geschäften mit Produkten beliefert.

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