Rettungseinsatz nach Unfall mit E-Auto geübt – Fahrzeug muss ohne Strom sein
Auf den Trennstecker kommt es an

Rheda-Wiedenbrück (WB). Zunächst auf Stadtebene und nun auch in den Löschzügen der Freiwilligen Feuerwehr werden die Kameradinnen und Kameraden mit der E-Mobilität vertraut gemacht. Der Umgang einer Rettung mit einem verunglückten Elektroauto stellt die Rettungskräfte vor völlig neue Herausforderungen. Das erfordert ganz neues Wissen.

Mittwoch, 08.05.2019, 10:00 Uhr
Frank Ladwig erklärt den Feuerwehrkameraden aus St. Vit, wie es unter der Haube eines Elek­troautos aussieht. André Meyer, Hermann Gödde, Löschzugführer Martin Frankrone und Benedikt Budde (von links) sind mit großem Interesse dabei.

Da in St. Vit seit September letzten Jahres zwei E-Mobile im Rahmen des Projektes »Dorf-Auto« stehen, wurden diese genutzt, um am offiziellen Übungsabend des Löschzuges St. Vit eine theoretische sowie auch eine praktische Einweisung zu vermitteln. Vom Team Dorf-Auto standen Frank Ladwig und Raimund Busche den Kameraden mit Rat und Tat zur Seite. Sie stellten das Projekt vor und erzählten, dass der ökologische Gesichtspunkt sie angetrieben hätte, dass Projekt zu entwickeln. Es mache ihnen großen Spaß. 40 Nutzer sind bereits in St. Vit gemeldet, und die Zahl steigt kontinuierlich. »In Norwegen ist schon jeder zweite neu angemeldete Wagen ein E-Auto. Dahin sollten wir auch mal irgendwann kommen«, meinte Ladwig.

Gemeinsam ging es an den praktischen Teil in der Fahrzeughalle. Zunächst müssen die Rettungskräfte bei einem Unfall erkennen, wie das Fahrzeug angetrieben wird. Das »E« für Elektro im Nummernschild sei eine freiwillige Sache. A und O bei einem Elektromobil sei es, die Hochvolttrennstelle im Auto zu finden, um den Wagen stromlos zu machen.

Datenblatt zum Fahrzeug ist wichtig

»Die Hochspannung an einem solchen Fahrzeug ist eine neue Gefährdung für uns Rettungskräfte, die wir erkennen müssen«, erklärte Löschzugführer Martin Frank­rone. Bislang hätten sie zwar noch kein verunglücktes strombetriebenes Auto gehabt, jedoch müsse man davon ausgehen, dass der Fall in der nahen Zukunft eintritt. Beim Beispielauto, dem Renault Zoe, liegt die Hochvolttrennstelle unter der Matte der Beifahrerseite. Das konnten die Teilnehmer herausfinden dank des Rettungsdatenblattes, das der Feuerwehrkamerad Benedikt Budde auf der Renault-Internetseite heruntergeladen hatte.

»Sie sollten möglichst in jeden E-Auto unter der Sonnenblende liegen, damit die Rettungskräfte sofort diesen wichtigen Stecker finden und wissen, wo die beiden Hochvoltleitungen entlang gehen«, meinte Budde. Die Feuerwehrkameraden gehen jedoch davon aus, dass sie irgendwann von allen gängigen Modellen diese so wichtigen Stellen finden. Auch bei der Batterie gilt es, Vorsicht walten zu lassen. Da sie sehr heiß wird, sollte sie bei einer Rettung durch viel Wasser heruntergekühlt werden. Bis zu 24 Stunden später könne die Batterie noch anfangen zu brennen. Noch sei das E-Auto für Rettungskräfte ein neues Thema, doch man wolle sich intensiv damit beschäftigen, um weiterhin schnell und zuverlässig Menschenleben zu retten, sollte es zu einem Unfall kommen.

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