Pastoralverbund Reckenberg beschäftigt sich mit dem Thema Liturgie
Liturgiewerkstatt: »Kirche muss sich mehr anpassen«

Rheda-Wiedenbrück  (WB). Mit dem wichtigen Thema Liturgie hat sich der Pastoralverbund Reckenberg im Rahmen der ersten »Liturgiewerkstatt« intensiv beschäftigt. 24 interessierte Menschen, die zum Teil ehrenamtlich in der Kirche tätig sind oder aber generell Interesse daran haben, das Thema zu überdenken, nahmen an der Tagung teil.

Montag, 08.04.2019, 09:45 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 10:06 Uhr
Einige Teilnehmer der Liturgiewerkstatt im Pastoralverbund Reckenberg betrachten zusammen mit Pfarrdechant Reinhard Edeler die Themenwand, an der Schulnoten für die verschiedenen Aspekte der Liturgie vergeben und anschließend diskutiert wurden. Foto: Waltraud Leskovsek

Was ist Liturgie? Eine Lebensäußerung der Kirche, eine Aktionsgemeinschaft von Christus und seiner Kirche oder eine Schicksalsfrage der Kirche? Schulnoten wurden vergeben für die Mystik, für Kult, für Ästhetik, Sprache, Musik, Ort und Zeit der Liturgie. Dabei war es Pfarrdechant Reinhard Edeler wichtig, dass die Teilnehmer keine Tabus kennen, sondern ehrliche Antworten geben.

Uhrzeiten passen nicht mehr

Es sollten neue Ideen zusammengetragen werden, ohne jedoch Bewährtes aufzugeben. »Wir haben für die nächsten Jahre ein anspruchsvolles Ziel und möchten die Feier der Liturgie, die Formen und Arten in den Blick nehmen, Neues wagen, Bewährtes aufrechterhalten und die Bedürfnisse der Menschen beachten«, gab Edeler allen als Hilfe bei ihren Überlegungen mit auf den Weg.

Schnell kam heraus, dass beispielsweise die Uhrzeiten der Gottesdienste am Sonntagmorgen teilweise bereits um 9 Uhr nicht mehr in das Lebensbild der Menschen passen. Vieles hat sich schleichend verändert und Kirche muss sich anpassen, darüber waren sich alle einig. Es wurde auch intensiv darüber diskutiert, ob Gottesdienste immer zwangsläufig in der Kirche stattfinden müssen oder ob Kirche zu den Menschen kommen kann. »Wir können doch durchaus auch mal einen Gottesdienst in einem privaten Raum feiern oder, wie wir im Sommer gesehen haben, auch mal in einer Gärtnerei oder auf einem Sportplatz«, erklärte Edeler.

Wichtig sei, dass die Faszination eines Gottesdienstes erhalten bleibt, dass es kein Event wird, sondern eine Liturgie, aus der man Kraft, Trost, Sicherheit oder Mut schöpft. In kleinen Arbeitsgruppen wurden viele Anregungen gesammelt, die nun erst einmal ausgewertet werden. Im Herbst wird es eine weitere Liturgiewerkstatt geben.

Anzahl der Gottesdienste kann nicht beibehalten werden

Auf Dauer sei es nicht möglich, die Anzahl der Gottesdienst so beizubehalten, erklärte Edeler. Wenn das Franziskanerkloster geschlossen wird, fallen wieder Geistliche aus, die bislang eine wichtige Unterstützung sind. Das Thema Mobilität kam auch zur Sprache. Was machen Menschen, die nicht mehr mobil sind, aber gerne zum Gottesdienst möchten und es vor der Tür keinen gibt?

Kann man Fahrdienste einrichten? Oder auch die Frage, warum die Gottesdienste sonntagvormittags oder samstagabends sein müssen, wurde erörtert. Sicherlich würde das ein längerer Prozess werden, doch kleine Schritte könnten auch jetzt schon nach und nach durchgesetzt werden, so der Pfarrdechant. »Seien Sie kreativ, kritisch und mutig für neue Dinge«, gab Pastor Olaf Loer den Arbeitsgruppen als Tipp mit.

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