Ausstellung im Radio- und Telefonmuseum erinnert an die 80er Jahre
Als Musik von der Kassette kam

Rheda-Wiedenbrück (WB). Die 80er Jahre waren nicht nur ein Jahrzehnt, sondern eine Zeit der Veränderung. Sie waren mehr ein Gefühl als eine Zahl. Im Radio- und Telefon-Museum im Verstärkeramt an der Eusterbrockstraße 44 wird am Sonntag die neue Jahresausstellung unter dem Motto »Back to the 80’s« eröffnet.

Freitag, 08.03.2019, 09:14 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 10:00 Uhr
Klaus-Peter Krüger und Christian Heitmar zeigen zwei prägende Dinge der 80er Jahre: den Walkman und das tragbare Kassettenradio samt dicken Lautsprechern, auch gerne Ghetto-Blaster genannt. Die Disco-Spiegelkugel darf nicht fehlen. Foto: Waltraud Leskovsek
»Back to the 80’s«

Die Ausstellung ist samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppenführungen können nach telefonischer Vereinbarung erfolgen: Tel. 05242/44330.

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Christian Heitmar, mit seinen 51 Jahren ein Kind jener Zeit, und Vereinskollege Klaus-Peter Krüger, 69, sind die beiden Macher der Ausstellung und brennen richtig für das Thema. »Wir waren viele, haben die DDR miterlebt und den Mauerfall, die Neue Deutsche Welle, die Erfindung des Computers und waren allesamt ein bisschen bescheuert im positiven Sinn«, meint Heitmar, aus dem die Erinnerungen nur so heraussprudeln. Die Musikkassette feierte ihren Siegeszug. Endlich war es problemlos möglich, seine Lieblingsmusik mit auf die Straße zu nehmen. Der »Ghetto-Blaster«, ein oft monströses Kofferradio mit Kassettenteil, untermalte erste Versuche mit den Disco-Rollern. Man hörte plötzlich wieder deutschsprachige Musik. Nena, Hubert Kah, Geier Sturzflug und viele andere eroberten die Hitlisten. Alf und Knight Rider, die Hitparade und Disco liefen im Fernsehen. Kinder lernten Lesen und Schreiben mit der Sesamstraße.

Erste Döner wurden in Buden verkauft, das Schokokuss-Brötchen löste das gute alte Butterbrot ab. Rubiks Zauberwürfel brachte Groß und Klein zur Verzweiflung. Der Commodore 64, auf dem man selbst Programmieren lernen konnte, kam auf den Markt. Man spielte Pacman und die ersten Ballerspiele. LPs und die kleine Schwester, die Single, hatten noch Hochkonjunktur, wurden aber Ende der 80er Jahre durch die CD schnell verdrängt. Das erste Mobiltelefon mit einem elf Kilogramm schweren Akkukoffer kam auf. Die VHS-Kassette war ein Gegenstand der 80er Jahre ebenso wie das Tastentelefon.

Wir wollen grundsätzlich Technik aus vergangenen Jahren festhalten, doch soll sie auch ein Stück weit noch greifbar sein. Und das sind die Dinge aus den 8oern auf jeden Fall.

Vereinsvorsitzender Richard Kügeler

Rund 250 Erinnerungsstücke aus dieser Zeit haben Heitmar und Krüger zusammengetragen und waren selbst erstaunt. Viele Dinge hatte das Museum bereits im eigenen Besitz. Besucher der Aussteller, gerade diejenigen, die zwischen 1960 und 1970 geboren sind, werden in Erinnerungen schwelgen und viele Dinge wiederfinden, die in ihrem Kinderzimmer oder in ihrer Jugendzeit eine prägende Rolle gespielt haben. Mit der Ausstellung möchte der Verein auch jüngeres Publikum in den Keller des Verstärkeramtes bekommen. Die beiden Hauptorganisatoren stehen für Führungen bereit und haben viele nette Geschichten auf Lager, die einen Besuch kurzweilig und interessant machen. Vereinsvorsitzender Richard Kügeler freut sich, dass seine zwei Mitglieder diese Idee hatten. »Wir wollen grundsätzlich Technik aus vergangenen Jahren festhalten, doch soll sie auch ein Stück weit noch greifbar sein. Und das sind die Dinge aus den 8oern auf jeden Fall«, betont er.

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