»Unbeschreiblicher Glanz« in Wiedenbrück Zwischen Engelchen und Christkind

Rheda-Wiedenbrück (WB). Für viele Besucher des Wiedenbrücker Christkindlmarktes fängt die richtige Weihnachtsstimmung erst an, wenn das Nürnberger Christkind zu Gast gewesen ist und aus seinem Nürnberger Prolog vorgetragen hat. Am Samstag ist es wieder soweit gewesen.

Von Waltraud Leskovsek
Die vierjährige Milena hat Glück. Sie darf zwischen Engelchen und Christkind sitzen.
Die vierjährige Milena hat Glück. Sie darf zwischen Engelchen und Christkind sitzen. Foto: Waltraud Leskovsek

Unzählige Menschen versammeln sich vor der großen Tanne, wo die 17-jährige Rebecca Ammon, das amtierende Nürnberger Christkind, zunächst den Wiedenbrück-Prolog hoch oben auf einer Hebebühne mit klaren, deutlichen Worten vorträgt. Zuvor sorgt der CVJM Posaunenchor mit bekannten Weihnachtsliedern für einen festlichen Auftakt. Anschließend, zurück auf der Bühne des Marktes, trägt sie den original Nürnberger Prolog vor. »Ihr Herrn und Frau’n, die ihr einst Kinder wart, ihr Kleinen, am Beginn der Lebensfahrt, ein jeder, der sich heute freut und morgen wieder plagt: Hört alle zu, was Euch das Christkind sagt.« Der Prolog ist geschrieben worden von Dramaturg Friedrich Bröger, Sohn des Nürnberger Dichters Karl Bröger.

Und so ermahnt Christkind Rebecca die Menschen, nicht nur an sich zu denken. »Doch leuchtet der Markt im Licht weit und breit, Schmuck, Kugeln und selige Weihnachtszeit, dann vergesst nicht, Ihr Herrn und Frau’n, und bedenkt, wer alles schon hat, der braucht nichts geschenkt. (...) Die Kinder der Welt und die armen Leut’, die wissen am besten, was Schenken bedeut.«

Freifahrten und nette Worte

Wiedenbrücks Symbolfigur, Engelchen Leni Ewers, die sich schon ganz besonders auf den Besuch ihrer Kollegin aus Nürnberg gefreut hat, trägt ihr Gedicht ebenso perfekt vor und erntet großen Beifall. Obgleich sich die beiden nicht zuvor kannten, sind sie gleich auf einer Wellenlänge und genießen das Bad in der Menge. Beim Gang zum historischen Karussell verteilen sie Freifahrten und Rebecca hat für jedes Kind ein paar nette Worte. Unter großem Gedränge erreichen sie das Karussell und drehen einige Runden.

Bürgermeister Theo Mettenborg begrüßt die Symbolfigur aus Nürnberg und meint, dass sie »unbeschreiblichen Glanz« ausstrahle, den die Menschen bitte mitnehmen und in die Stadt hinaustragen sollten. Klaus Westermann vom Gewerbeverein dankt auch Edith Kerndler-Hamburger aus Nürnberg, die sich schon seit Beginn der Tradition dafür einsetzt, dass der Besuch in Wiedenbrück in den Kalender des Christkindels aufgenommen wird. Immerhin hat die junge Frau etwa 150 Auftritte zu bewältigen. Nachmittags stattet sie dem St.-Aegidius-Seniorenheim noch einen Besuch ab.

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