Neues Designstudio – Textil-Spezialist produziert auch für Tchibo Diese Hemden gehen nach Südkorea

Rheda-Wiedenbrück (WB). Sie produzieren für die ganz Großen: Die Full Service Handels GmbH verkauft ihre Hemden sogar in südkoreanischen Supermärkten. Jetzt hat das Textilunternehmen aufgerüstet – mit einem neuen Designstudio. Außerdem soll bald deutlich mehr Ware produziert werden.

Von Jan Gruhn
Freuen sich über das neue Designstudio: Produktmanager Markus Prummer (links) und Thomas Veer, Geschäftsführer der Full Service Handels GmbH.
Freuen sich über das neue Designstudio: Produktmanager Markus Prummer (links) und Thomas Veer, Geschäftsführer der Full Service Handels GmbH. Foto: Full Service

Zum Kundenstamm des Rheda-Wiedenbrücker Unternehmens mit Stammsitz im Drostenhof gehören Tchibo, Mango oder Peek & Cloppenburg. Was die Unternehmensgruppe herstellt? Herrenhemden. »Wir sind ein Nischenanbieter, wir haben uns spezialisiert«, erklärt Geschäftsführer Thomas Veer im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Doch für dieses eine Produkt bietet das Familienunternehmen eine ganze Service-Palette an: Von der Kreation über die Produktion bis hin zur Logistik. Wobei das Design künftig stärker in den Fokus genommen werden soll: Mit dem neuen Studio will Veer flexibler werden, das Portfolio für die Kunden erweitern.

Eine Supermarkt-Kette in Südkorea bietet die europäischen Waren an

Doch die Firma, vor knapp 25 Jahren von Klaus Veer gegründet, produziert nicht nur für andere. Thomas Veer, der 2004 in den Betrieb einstieg, und seine Mitarbeiter vertreiben auch die Eigenmarke Ben Green – und das weltweit.

Etwa zwölf Mal im Jahr ist Veer in Asien unterwegs, eine Supermarkt-Kette in Südkorea zum Beispiel bietet die europäischen Waren an. Doch natürlich muss er auch immer wieder nach Bangladesch: Dort produzieren nämlich etwa 3500 Mitarbeiter die Rheda-Wiedenbrücker Herrenhemden.

Die Zukunft der Branche bleibt Bangladesch

»Die Zukunft der Textilbranche ist und bleibt Bangladesch«, sagt Thomas Veer. Auch wenn Afrika zurzeit weltweit diskutiert werde – wegen des chinesischen Engagements auf dem Markt.

Doch »Made in Bangladesh« heißt für den Unternehmer nicht, dass die Arbeitsbedingungen nicht verbessert werden könnten. Nachhaltigkeit sei aktuell ein großes Thema: nicht nur ökologisch, sondern auch sozial.

Veer betont Werte des Familienunternehmens

»Wir sind nicht der billigste. Und das auch ganz bewusst«, erklärt Veer. Etwa 30 bis 36 Euro müsse der Endverbraucher für eines seiner Hemden berappen. »Wir schulen unsere Mitarbeiter in Mitbestimmung, fördern die Bildung von Betriebsräten.«

Die Arbeitnehmer werden laut Unternehmens-Homepage ärztlich versorgt, es gebe Bustransporte und weiterbildende Initiativen. »Wir sind ein Familienunternehmen. Diesen Wert tragen wir auch in unsere Tochter-Firmen«, betont Veer.

800.000 Hemden pro Monat sollen bald produziert werden

Ein Familienunternehmen, das in den nächsten fünf Jahren noch einen Zahn zulegen will. Zurzeit werden pro Monat etwa 550.000 bis 600.000 Kleidungsstücke hergestellt. Veer will die Produktion auf 800.000 Stück ankurbeln.

Der Logistikaufwand ist bereits erhöht worden, erstmals hat das Unternehmen Lagerhallen im Kreis Gütersloh angemietet. Wie sich die Weiterentwicklung bis jetzt auf die Umsätze ausgewirkt hat, will Veer aber nicht verraten.

Die Full Service Handels GmbH unterhält mit den Tochterfirmen FST Trading und FSH Far East Büros in Rheda-Wiedenbrück, Zürich, Hongkong, Seoul und Dhaka (Bangladesch). In diesem Jahr sollen noch weitere Büros in Shanghai und Madrid hinzukommen, kündigt der heimische Textil-Spezialist an.

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