66.235 Stück fallen: Domino-Tüftler brechen persönlichen Rekord im Ratsgymnasium Hier knacken die Domino-Tüftler ihren eigenen Rekord

Rheda-Wiedenbrück (WB). Es ist mucksmäuschenstill, als das Wiedenbrücker Domino-Team am Pfingstmontag um kurz nach 19 Uhr das Startzeichen für den Falldown der insgesamt 66.666 Steine gibt. Lukas Prinz, Alexandra Benz, Deborah Prante, Marco Vorbusch und Leiter Johannes Linnenbrink hatten zur 6. Auflage des Domino Days eingeladen.

Von Waltraud Leskovsek
Sogar der Jolly Roger – die Piraten-Flagge – muss dran glauben. Johannes Linnenbrink filmt alles und sein Vater Dieter hält den Falldown in Fotos fest. Die Zuschauer sind begeistert, denn am Ende sind es 66 235 Steine, die beim Domino Day in der Turnhalle des Ratsgymnasium umgekippt sind.
Sogar der Jolly Roger – die Piraten-Flagge – muss dran glauben. Johannes Linnenbrink filmt alles und sein Vater Dieter hält den Falldown in Fotos fest. Die Zuschauer sind begeistert, denn am Ende sind es 66 235 Steine, die beim Domino Day in der Turnhalle des Ratsgymnasium umgekippt sind. Foto: Waltraud Leskovsek

Jan-Claudius Wagner, der stellvertretende Schulleiter des Ratsgymnasiums, bringt mit einem Säbel – passend zum diesjährigen Thema »Piraten im Domino« – den ersten Stein zum Umfallen. In Sekundenschnelle kippen weitere Steine. Es eröffnen sich aus den 21 gelegten Bildern völlig neue Motive und die etwa 90 Zuschauer kommen aus dem Staunen nicht heraus. Immer wieder gibt es Applaus für besonders tolle Bilder oder knifflige Aufbauten.

Der Pirat ist mit 10.000 Steinen das größte Objekt

Eine Mausefalle lässt einen Stein hochspringen, der dann eine große Mauer zum Einstürzen bringt, und der Pirat mit seinen 10.000 Steinen als größtes Objekt der Inszenierung, zieht die Blicke auf sich, als er am Ende strahlt, weil er den Schatz gefunden hat. Auch eine Schatzkiste ist dabei, die binnen weniger Sekunden zusammenfällt.

Von links: Johannes Linnenbrink, Deborah Prante, Alexandra Benz, Marco Vorbusch und Lukas Prinz. Foto: Waltraud Leskovsek

Schließlich strahlen die Domino Experten und zählen noch schnell fürs Protokoll die stehengebliebenen Steine, denn das passiert leider fast immer. Das Ergebnis: Es sind genau 66.235 Dominosteinchen umgefallen. Das ist ihr neuer persönlicher Rekord. Im vergangenen Jahr waren es »nur« 43.251 Steine gewesen.

Ein Computer-Programm hilft, den Masterplan zu erstellen

Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Spiel, ist eine umfangreiche Vorbereitung mit einem Masterplan und einem eigens dafür geschriebenen Computerprogramm. Johannes Linnenbrink ist IT-Fachmann und kann Hobby und Beruf perfekt verbinden. Ein knappes Jahr Vorlaufzeit brauchen die jungen Tüftler.

Sie müssen ein Thema finden und Projektideen dazu entwickeln. Mithilfe des Domino-Planers, der von Johannes und einem Freund selber programmiert wird, werden die verschiedenen Bilder, die später eine Einheit ergeben, geplant. Die Projekte werden Zentimetergenau in einem Raster aufgeteilt.

Der Falldown dauert zwei Minuten, der Aufbau 30 Stunden

Da wird nichts dem Zufall überlassen. Dazu gehören auch die Verbindungslinien, die akribisch berechnet werden müssen. Denn sollte eine Verbindungslinie nicht funktionieren, dann könnte dies das Ende der Darbietung bedeuten.

Für den gut zwei Minuten dauernden Falldown hat das Team 30 Stunden lang in der großen Turnhalle des Ratsgymnasiums aufgebaut. Prante erzählt den Gästen im Vorfeld, dass die kleinen Steine in Deutschland gefertigt werden und es inzwischen 25 Farben gibt.

Der Rekord soll im nächsten gebrochen werden

100 Steine kosten zwischen vier und fünf Euro. Deshalb legen die inzwischen in Deutschland verteilt wohnenden Jugendlichen auch immer zusammen, um sich dieses Hobby leisten zu können. Damit es beim Aufbauen keine Pannen gibt, werden Sicherheitslücken eingebaut, falls sich ein Stein vorzeitig selbstständig macht. So kippen dann nur ein paar Dutzend Steine, die schnell wieder aufgestellt sind.

Nach dem Domino Day ist vor dem Domino Day. »Klar geht es weiter«, meint Linnenbrink. Sie würden jedes Jahr ein größeres Projekt planen. Doch was es wird, darüber hätten sie sich noch keine Gedanken gemacht. Jetzt seien sie erst einmal froh, stolz und glücklich, dass alles geklappt hat.

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