Franz Schnusenberg und Augustinus Splietker radeln auf Jakobsweg Wallfahrt auf dem Drahtesel

Rheda-Wiedenbrück (WB). Der 84 Jahre alte Franz Schnusenberg aus St. Vit ist begeisterter Radfahrer. Er legt auf seinem Drahtesel jährlich bis zu 10 000 Kilometer zurück. Als weit entfernte Ziele wählt er zumeist Wallfahrtsorte wie Rom, Lourdes oder Santiago de Compostela in Spanien aus. Letztgenanntes steuerte er jetzt zum zweiten Mal an.

Von Wilhelm Ide
Foto: Wilhelm Ide

Schnusenberg nutzte diesmal in der Osterzeit den sogenannten Jakobsweg auf dem portugiesischen Teilstück. Erstmals hatte er einen Begleiter. Der St. Viter Augustinus Splietker (57) fuhr mit. Die Wallfahrt dauerte rund drei Wochen. Sie begann nach einer Bitte um den Schutz Gottes mit einem Flug von Düsseldorf nach Lissabon. Weiteres Ziel war der Ort Porto im Westen des Landes.

Zunächst geht es nach Fatima

Dort fiel die Entscheidung, zunächst per Fahrrad den 150 Kilometer entfernten, bekanntesten Wallfahrtsort des Landes, Fatima, aufzusuchen. Das ist der wichtigste Wallfahrtsort der katholischen Kirche. Dort stehen grandiose Bauwerke, unter anderem die Kirche der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, die viertgrößte katholische Kirche der Welt mit Sitzplätzen für 9000 Kirchgänger, sowie die Basilika mit dem hochragenden Turm, ferner die Grabstätten von Kindern, die von der Marienerscheinung berichteten.

Nach ihrer Rückkehr von der Pilgerfahrt hatten die beiden Pilger die oft mühevollen 700 Kilometer auf dem Fahrrad schnell vergessen. Sie waren sich einig, dass sie eine Zeit von unvergesslichen Eindrücken, Glaubensbekundungen und Begegnungen mit Weltpilgern sowie eigene, verborgene Bezüge zum Glauben erlebt hatten, sowohl in Fatima als auch auf dem Jakobsweg. Franz Schnusenberg , der die Erinnerungen an seine früheren Pilgerfahrten bereits in einem Buch veröffentlicht hat, will seine Aufzeichnungen fortsetzen, dies besonders mit der Schilderung der Tage in Fatima, dem Ort, in dem 11 000 Menschen leben, den jedoch jährlich bis zu eine Million Pilger aus allen Teilen der Welt besuchen.

Vorbildlich in die Pedale getreten

Die St. Viter erfuhren viel über die Geschichte des Wallfahrtsortes und die drei Hirtenkinder, die berichteten, dass ihnen am 13. Mai 1917 auf dem Feld die Jungfrau Maria erschienen sei. Schon 1930 wurde die Erscheinung als glaubwürdig erklärt und die Verehrung an dieser Stelle gestattet. Den Ort besuchten im Laufe der Jahre auch Päpste, zuletzt am 13. Mai dieses Jahres Papst Franziskus. Er sprach zwei der Kinder, die damals die Erscheinung sahen, heilig.

Unvergessen sind für die Pilger aus St. Vit die Begnungen mit Bewohnern der Wallfahrtsorte. Besonders freundlich und hilfsbereit seien die Portugiesen gewesen, betonen sie – ob bei der Bitte um Orientierung oder um Stromspende für das Handy. »Kontakte hatten wir mit Australiern, mit einer Gruppe von Bewohnern Jerusalems, Japans sowie aus Spanien, Frankreich und nicht nur katholischen Glaubens«, versichert Augustinus Splietker. Er lobte den körperlichen Einsatz seines betagteren Pilgergefährten auf dem Fahrrad, auch bei schlechten Wegeverhältnissen und in hügeligen Landschaften habe er vorbildlich in die Pedale getreten. Auch seine reibungslose Quartierbesorgung in den preiswerten, einfachen Herbergen auf dem Jakobsweg habe die Bewältigung der Radstrecken leichter gemacht.

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