Stadtrat beschließt das Ende der Wenneberschule in Rheda – 12 Gegenstimmen Wenneber: Aus nach heftiger Diskussion

Rheda-Wiedenbrück (WB). Nach heftiger, emotionaler Diskussion hat der Stadtrat am Montagabend beschlossen, die Wenneberschule in Rheda auslaufen zu lassen. Christdemokraten, Grüne und UWG besiegelten mehrheitlich das Ende der Grundschule. SPD, FDP, Linke und ein grüner »Quertreiber« votierten vergeblich dafür, sie zu erhalten.

Von Carsten Borgmeier
Nach etwa 115 Jahren endet die Ära Wenneberschule an der Berliner Straße in Rheda. Das hat am Montagabend der Stadtrat mit seiner christdemokratischen Stimmen-Mehrheit beschlossen. Auch Grüne und UWG votierten dafür.
Nach etwa 115 Jahren endet die Ära Wenneberschule an der Berliner Straße in Rheda. Das hat am Montagabend der Stadtrat mit seiner christdemokratischen Stimmen-Mehrheit beschlossen. Auch Grüne und UWG votierten dafür. Foto: Carsten Borgmeier

27 Mädchen und Jungen werden jetzt im August zum Schuljahr 2017/2018 die letzten Kinder sein, die in dem 115 Jahre alten Gebäude an der Berliner Straße eingeschult werden. Gehen sie in vier Jahren auf weiterführende Einrichtungen, ist die Wenneberschule endgültig Geschichte.

Vor Beginn der Sitzung hatten Corinna Schumacher (43) und Beate Schmits (41) von der Eltern-Initiative eine Liste mit mehr als 1500 Unterschriften an Bürgermeister Theo Mettenborg (45, CDU) überreicht. Mit diesen Stimmen wollten die beiden Mütter dem Kommunalparlament quasi in letzter Minute noch deutlich machen, dass die Wenneberschule bestehen bleiben sollte.

Grüne sind gespalten

Wie hitzig das Thema auch partei-intern diskutiert worden war, trat bei den mit fünf Sitzen im 39 Mitglieder starken Stadtrat vertretenen Grünen deutlich ans Tageslicht: Während Fraktionsvorsitzender Volker Brüggenjürgen (51) mit drei weiteren Parteifreunden das Ende der Grundschule befürwortete, war Fraktionsmitglied Hermann Heller-Jordan anderer Ansicht: »Ich bin dagegen, die Wenneberschule zu schließen, weil es dezentral mit dem Unterricht besser klappt«, sagte der Kommunalpolitiker im Hinblick auf die zukünftig größere Grundschule mit etwa 450 Kindern in den Räumen der ebenfalls auslaufenden Ernst-Barlach-Realschule (EBR) an der Lessingstraße.

»Rhedaer Identität verschwindet«

Heller-Jordan sprach der Wenneberschule überdies einen städtebaulichen Standortfaktor zu, der dem Ortsteil Rheda nun genommen werde. »Ein weiterer Mosaikstein Rhedaer Identität verschwindet«, meinte der Ratsherr Dirk Kursim (SPD). Auch Patrick Büker (FDP) sprach sich gegen das Ende aus: »Die Wenneberschule wird ohne logische Gründe geschlossen, die Raumsituation war doch nie ein Thema«, meinte der Liberale und fügte an: »Wer profitiert davon, wenn die Schule geschlossen wird? Ist das Areal vielleicht als Wohnbaugrundstück interessant?«

»Zahlen lügen nicht«

Dr. Georg Robra (42), der als neuer städtischer Bildungsdezernent den Verwaltungsvorschlag zum Auslaufen der Wenneberschule maßgeblich erarbeitet hatte, sagte in der Ratssitzung, dass die Grundschule mit nur noch 27 Anmeldungen bei Rhedaer Eltern keine »hohe Akzeptanz« finde. CDU-Ratsherr Uwe Henkenjohann sagte dazu: »Zahlen lügen nicht.« Seine Fraktion, mit 20 Sitzen im Rat vertreten, stimmte geschlossen für das Aus der Grundschule. Die EBR soll zukünftig großer, vier- bis fünfzügiger Grundschulstandort im Stadtteil Rheda werden. Die bislang am Einstein-Gymnasium ansässige Johannisgrundschule zieht in die EBR um. Die frei werdenden Räumlichkeiten sollen dem Gymnasium zufallen.

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