Jung-Landwirt Martin Diedam hat einen klaren Plan Ein Händchen für Schweine

Rheda-Wiedenbrück (WB). Bevor es in den Stall geht, muss Martin Diedam erst mal einen blauen Schutzanzug anziehen. Das ist Vorschrift. Dann geht die Tür auf, ein lautes Grunzen begrüßt den jungen Mann mit den kurzen braunen Haaren. Schweine sind Diedams Beruf.

Von Jan Gruhn
Martin Diedam hat ein Händchen für Schweine. Der Jung-Landwirt will den Betrieb seines Vaters in einigen Jahren übernehmen. Jetzt geht es aber erst mal nach Kanada.
Martin Diedam hat ein Händchen für Schweine. Der Jung-Landwirt will den Betrieb seines Vaters in einigen Jahren übernehmen. Jetzt geht es aber erst mal nach Kanada. Foto: Jan Gruhn

Viele Worte braucht er nicht, um seinen Lebensplan zu erklären. Präzise, klare Sätze, in denen seine ostwestfälische Heimat durchklingt. Mit 14 oder 15 Jahren stand es fest. Er wollte es seinem Vater Hubert gleichtun. Heute bereitet sich der mittlerweile 24-Jährige darauf vor, den Hof in Batenhorst in einigen Jahren zu übernehmen. »Aber das geht natürlich nicht von jetzt auf gleich«, sagt der Jung-Bauer. Es braucht Zeit. Und er will noch Erfahrung sammeln, was anderes sehen.

Lehre und Gesellenjahr

Während seiner Lehre zum Landwirt war er auf Höfen in Langenberg, Mastholte und Niedersachsen. Interessant war es. »Neue Ställe, neue Menschen, neue Flächen.« Danach hat er sein Gesellenjahr auf dem eigenen Hof gemacht. »Da hat mein Vater gesagt: Du hast das gelernt, du übernimmst jetzt Verantwortung.« Und das hat Martin Diedam gemacht, war für Pflanzenschutz, Ferkelaufzucht und Mast zuständig.

Doch weil Landwirtschaft heute mehr ist als Trecker fahren und Tiere füttern, ging es für zwei Jahre auf die Fachschule für Agrarwirtschaft Herford. »Das sind Laptop-Klassen«, erklärt Diedam. Die Schüler arbeiten mit Zahlen des eigenen Betriebs, praxisnäher geht es kaum. Im vergangenen Sommer hat der Jung-Landwirt die höhere Landbauschule abgeschlossen.

Bald geht’s nach Kanada

Nach einem Zwischen-Engagement in Lemgo heißt es für Diedam bald: Hallo, Kanada! »Das Visum ist beantragt.« In der Provinz Saskatchewan wird er auf in einem Ackerbau-Betrieb mitarbeiten. Mal rauskommen aus der eigenen Routine. »Das gehört dazu«, sagt er über seine Reise in die Nordamerikanische Einöde.

Wenn sein Vater nichts mit der Landwirtschaft zu tun gehabt hätte? »Dann wäre ich vielleicht Polizist geworden«, überlegt der 24-Jährige. »Aber die müssen schon einiges wegstecken können.« Doch das gilt unter Umständen auch für die Landwirtschaft. Es sind die »politischen Gegebenheiten«, die Martin Diedam ein ums andere Mal mit Stirnrunzeln zur Kenntnis nimmt. Tierhaltung sei ein empfindliches Thema. Immer gut für eine öffentliche Inszenierung. Doch der Landwirt ist sich sicher: »Fleisch wird immer gegessen.« Die Frage ist nur: Wo kommt es her?

Sauenhaltung im geschlossenen System

Der Hof Diedam ist eine Sauenhaltung im geschlossenen System, von der Ferkelerzeugung bis zum schlachtreifen Schwein. In den vergangenen Jahren haben sie dort einiges investiert. Immer mit dem Blick auf Martin Diedam als Nachfolger für Vater Hubert. Erwartungsdruck? Nein, sagt der Jung-Bauer. »Es ist ein Leitfaden. Du weißt, in welche Richtung du gehen willst.« Ein Lebensplan. Präzise und klar.

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