Rat soll Konzept für neue Bürgerhalle absegnen Ein »aufsteigendes Gefühl«

Rheda-Wiedenbrück  (WB/jmg). Geht es nach dem Aufsichtsrat der Flora-Westfalica, dann soll der Rat in seiner nächsten Sitzung endlich den Bau einer neuen Bürgerhalle als Ersatz für das marode Reethus beschließen. Der neue Veranstaltungsort soll nicht nur zum kulturellen Zentrum werden, sondern auch ein »aufsteigendes Gefühl« bieten.

In der neuen Bürgerhalle sollen Produktionen wie der »Zauberer von Oz« von der Musical-Fabrik bald noch besser zur Geltung kommen.
In der neuen Bürgerhalle sollen Produktionen wie der »Zauberer von Oz« von der Musical-Fabrik bald noch besser zur Geltung kommen.

Gemeint ist damit die stufenweise Erhöhung der Sitzreihen, um eine Atmosphäre zu schaffen, die man zumeist aus Theatern kennt. Viele Besucher kultureller Veranstaltungen im Reethus oder auch am alternativen Spielort, dem Ratsgymnasium, bemängeln das Fehlen dieser Saalordnung, heißt es in der Vorlage, über die der Rat der Stadt am Montag, 4. Juli, ab 17 Uhr entscheiden soll. »Um Besuchern einen einwandfreien akustischen wie optischen Genuss zu gewährleisten«, so wird das Ansinnen begründet.

Flora-Westfalica: Neubau ist alternativlos

Für die Flora-Westfalica steht ohnehin fest: »Ein Neubau als Ersatz für das Reethus ist alternativlos.« Andere Veranstaltungsorte, wie die Gymnasien oder das A2-Forum, seien von der Geschäftsführung geprüft und nicht als geeignet befunden worden. Außerdem weißt das Reethus bekanntlich akute bauliche Mängel auf – unter anderem eine wenig belastbare Dachkonstruktion.

Im Dezember hatte der Rat die Flora-Westfalica-Geschäftsführung und die Verwaltungsleitung damit beauftragt, die notwendigen Schritte zur Realisierung einer neuen Bürgerhalle auszuarbeiten. Die Einschätzung der Wirtschaftlichkeit und eine Handlungsempfehlung in Form eines Anforderungskatalogs werden dem Rat mit der aktuellen Vorlage präsentiert.

In diesem Katalog ist nicht nur die Planung eins »aufsteigenden Gefühls« vorgesehen, sondern auch der Einbau einer sogenannten »Grid-Drecke«: Darunter wird eine flexibele Dachkonstruktion verstanden, die flexibel für die jeweiligen Veranstaltungen angepasst werden kann. Schließlich sei »Multifunktionalität« die wichtigste Leitlinie für den Neubau.

Bürgergalle soll kulturelles Zentrum werden

Denn die neue Halle soll nicht nur als alternativer Spielort für alle bisherigen Reethus-Veranstaltungen dienen, sondern auch Platz für andere Events bieten, die bisher nicht im Reethus stattgefunden haben. So soll die Reihe »Die großen 7« vom Ratsgymnasium genauso in die neue Bürgerhalle umziehen wie die Klassik-Veranstaltungen von »Flora in concert«.

Insgesamt, so wird in der Vorlage vorgerechnet, könnte die neue Halle 151 Veranstaltungen statt wie bisher 114 ein Dach bieten. Darunter sollen auch mehr private sowie durch Vereine und Firmen organisierte Events oder Tagungen fallen, »wobei ›Bürger‹-Veranstaltungen letztlich entscheidend für die Belebung und Akzeptanz sein werden«, wie es heißt.

Mehrkosten durch »Grid-Dach« und »aufsteigendes Gefühl«?

Spannend dürfte die Frage der Finanzierung werden: Denn sowohl die »Grid-Decke«, als auch der erhöhte Zuschauerraum schaffen Mehrkosten. Bisher wurden stadtseitig etwa zwölf Millionen Euro für den Neubau vorgesehen, die vom Aufsichtsrat der Flora empfohlene Variante mit »Grid-Decke« und erhöhtem Zuschauerraum (mit zwei verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten) dürfte noch mal Mehrkosten verursachen. Wie sich das mit dem Haushaltsentlastungskurs verträgt, der im Finanzausschuss Thema war, bleibt abzuwarten.

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