Einzelhandelskonzept wird im Mai diskutiert Stadt will den alten Bahnhof kaufen

Rheda-Wiedenbrück (WB). Alfons Micke ist sauer, richtig sauer. Entgegen anders lautender Berichte hat der alte Bahnhof nicht den Besitzer gewechselt. Richtig ist, dass die Stadt Teile des Grundstücks erworben hat. Das könnte für das neue Einzelhandelskonzept von Bedeutung sein.

Von Jan Gruhn
Noch gehört das Gebäude Tierfutterhändler Alfons Micke. Einen Teil des Geländes hat die Stadt gekauft, für die Immobilie hat sie ein Vorkaufsrecht.
Noch gehört das Gebäude Tierfutterhändler Alfons Micke. Einen Teil des Geländes hat die Stadt gekauft, für die Immobilie hat sie ein Vorkaufsrecht. Foto: Jan Gruhn

Das soll in einer Sondersitzung des Rates am 19. Mai der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert werden, sagte Rheda-Wiedenbrücks Bürgermeister Theo Mettenborg am Dienstag. Das Werk liege den Fraktionen seit einigen Wochen vor. Von einer interfraktionellen Beratung ohne öffentliche Debatte habe man abgesehen. »Da wollen wir auch transparent sein«, erklärt Mettenborg.

Das Konzept soll dabei helfen, den Einzelhandel in der Stadt zukunftsfähig zu planen. Dabei wolle man allerdings nicht einzelne Flächen, ob sie der Stadt gehören oder nicht, betrachten – sondern »das große Ganze« (Mettenborg). Das heiße auch, dass man sich nicht von einzelnen Investoren treiben lassen wolle.

Wonnemann-Fläche ist weiter Thema

Konkret könnte damit auch der Fall der ehemaligen Wonnemann-Fläche an der Hauptstraße gemeint sein. Der neue Investor, der jene Fläche erstanden hat, die aktuell noch bebaut ist, hat bereits mehrere Anträge an die Stadt gestellt. Er plant dort verschiedene Supermärkte und andere Läden zu bauen. Mit Blick auf das neue Einzelhandelskonzept hatte der Rat allerdings im März eine erneute Veränderungssperre für das Areal beschlossen, um weiter das Heft des Handels in der Hand zu haben.

Auch das Grundstück des ehemaligen Bahnhofs in Wiedenbrück könnte ein wichtiger Baustein des neuen Konzeptes werden. Anfang des Jahres hat die Stadt, wie Bürgermeister Mettenborg am Dienstag bestätigte, eine Teilflächen des Areals erworben. Einen konkreten Plan für die Nutzung der etwa 4500 Quadratmeter gebe es allerdings noch nicht. Neben Flächen für den Einzelhandel wäre auch die Schaffung von Wohnraum denkbar.

Alfons Micke muss Mieter beruhigen

Das Gebäude indes ist noch in Besitz von Alfons Micke, der dort auch noch seine Tierfutterhandlung betreibt. Entgegen anders lautender Berichte hat die Stadt die Immobilie noch nicht übernommen. »Wir haben nicht verkauft«, ärgert sich der 73-Jährige. Als die 29 Mietparteien, unter anderem eine Arztpraxis und eine Zeitarbeitsfirma, von dem vermeintlichen Verkauf erfahren haben, habe das Telefon nicht mehr still gestanden. Aber diese Sorgen will Micke den Mietern nehmen. »So lange ich lebe, wird nicht verkauft. Und ich habe meiner Frau versprochen, ich werde 100!« Micke lebt gemeinsam mit seiner Frau über seinem Tierfutterhandel, der aber bald schließen soll. Zurzeit suchen Mickes einen Nachmieter, keinen Käufer.

Stadt hat Vorrecht auf Kauf

Allerdings hat die Stadt im Falle eines Verkaufs das Vorrecht: Darauf habe man sich im Rahmen der Vertragsverhandlungen über die nun städtischen Flächen geeinigt, teilt Pressesprecherin Maximiliane Plöger auf Anfrage des WESTFALEN-BLATT mit.

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