Neue Notunterkunft muss her - zweite Sporthalle für Asylsuchende Stadt erwartet weitere 120 Flüchtlinge

Rheda-Wiedenbrück (pkb). In Rheda-Wiedenbrück muss im Verlauf der kommenden Woche eine weitere Notaufnahmestätte für Flüchtlinge eingerichtet werden. Das hat Bürgermeister Theo Mettenborg am Donnerstagabend am Rande einer Informationsveranstaltung der CDU-Batenhorst/St. Vit zur allgemeinen Flüchtlingspolitik bekannt gegeben.

Von Petra Blöß
Bürgermeister Theo Mettenborg informiert gestern Abend rund 100 Anwesende einer CDU-Ortsverbandsversammung über die erneute Einrichtung einer Notaufnahmestätte für 120 Flüchtlinge, zusätzlich zu den bereits bestehenden 200 Plätzen.
Bürgermeister Theo Mettenborg informiert gestern Abend rund 100 Anwesende einer CDU-Ortsverbandsversammung über die erneute Einrichtung einer Notaufnahmestätte für 120 Flüchtlinge, zusätzlich zu den bereits bestehenden 200 Plätzen. Foto: Petra Blöß

Die gegenwärtige Situation: Derzeit sind seit rund vier Wochen bereits etwa 200 Frauen, Kinder und Männer aus Krisengebieten insbesondere Syriens in der Osterrath-Turnhalle untergebracht. Nun müsse Raum für weitere 120 Personen geschaffen werden! Die Bezirksregierung Detmold hatte sich in dieser Woche erneut mit einem einem sogenannten Amtshilfeersuchen an die Stadtspitze gewandt. Kurzfristig musste eine Lösung gefunden werden.

Mettenborg erklärte vor den rund 100 Bürgern im Pfarrheim Herz-Jesu: »Wir werden die Zweifach-Sporthalle der Ketteler-Schule dafür bis Mitte nächster Woche ertüchtigen.« Unterstützung soll erneut durch den Kreisverband des DRK erfolgen. Hier ist die Kooperation nach der ersten Einrichtung eines Notaufnahmelagers Anfang August bereits erprobt.

Ein sichtlich angespannter Theo Mettenborg machte deutlich: »Ich weiß dass die Betroffenheit bei Vereinen und Schulen jetzt groß ist. Alle sind gefordert zusammenrücken. Es ist klar, dass die dann noch vorhandenen Kapazitäten in den weiteren Sporthallen zur Nutzung auf alle Schulen verteilt werden müssen.« Er signalisierte zudem: »Die weiteren Kapazitäten müsse wir auf alle Vereine umlegen, also die einbeziehen, die jetzt auch verzichten müssen, weil ihre angestammten Hallenstunden blockiert sind.«

Für Rheda-Wiedenbrücks Bürgermeister The Mettenborg ist ein schnelles Ende der Aufnahmelager nicht in Sicht. Ursprünglich war seitens des Landes die Rede von einer Frist bis Ende September, dann schon bis Ende diesen Jahres. Mettenborg gestern Abend: »Ich gehe davon aus, dass die Situation mindestens bis Ende 2016 andauern wird.«

Mit allen Kräften bemühe man sich um Lösungen, wie die Sporthallen umgehend wieder in den Regelbetrieb zurückgeführt werden könnten. Man überlege in welche sonstigen Gebäude der Stadt man die Flüchtlinge verlegen könne. Auch im Fokus steht die Anmietung einer großen leer stehenden Baumarktfläche, zumal man von einer Verdopplung der Zuweisung von Flüchtlingen im kommenden Jahr ausgehe.

Mehr lesen Sie in der Gütersloher Freitagsausgabe des WESTFALEN-BLATTES.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.