Stadt richtet kurzfristig Notunterkunft in der Turnhalle der Osterrath-Realschule ein 200 Flüchtlinge kommen am Dienstag

Rheda-Wiedenbrück (WB). Jetzt kommen auch Flüchtlinge in größerer Zahl nach Rheda-Wiedenbrück: Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl hat Bürgermeister Theo Mettenborg darüber  informiert, dass die Stadt  im Wege der Amtshilfe verpflichtet wird, kurzfristig eine Notunterkunft für 150 bis 200 Betroffene herzustellen.

Eine große Zahl von Flüchtlingen ist in den vergangenen Tagen bereits in Gütersloh eingetroffen, hier ein Foto von der Ankunft in Spexard. In der kommenden Woche soll die Stadt Rheda-Wiedenbrück 200 Betroffene unterbringen.
Eine große Zahl von Flüchtlingen ist in den vergangenen Tagen bereits in Gütersloh eingetroffen, hier ein Foto von der Ankunft in Spexard. In der kommenden Woche soll die Stadt Rheda-Wiedenbrück 200 Betroffene unterbringen. Foto: Carsten Borgmeier

»Die Bezirksregierung Detmold hat in den Gesprächen mit der Stadtverwaltung aufgezeigt, dass mehrere mittlere kreisangehörige Städte verpflichtet werden, die Unterbringung von 150 bis 200 Flüchtlingen zu organisieren und zu verantworten«, sagt Stadtsprecherin Maximiliane Plöger. Die Flüchtlinge werden spätestens am Dienstagabend, 11. August,  erwartet und in der Turnhalle der Osterrath-Realschule untergebracht.

Der Kreisverband Gütersloh des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat erklärt, dass er den Betrieb der Notunterkunft übernimmt. Die Stadt hat der Bezirksregierung die Betriebsbereitschaft der Notunterkunft für Dienstag, 17 Uhr, gemeldet. Der Kreisverband des DRK hatte deutlich gemacht, dass er die Betreuung der Flüchtlinge erst ab diesem Zeitpunkt sicherstellen kann.

Krisenstab einberufen

Bürgermeister Theo Mettenborg hat kurzfristig einen Krisenstab einberufen, der am Mittwochmorgen erstmals getagt hat. Daran teilgenommen haben verschiedene Fachabteilungen des Hauses, die Kreispolizeibehörde, Vertreter des Kreises Gütersloh, der Feuerwehr und des DRK. »Wir werden alles unternehmen, um diese Aufgabe kurzfristig zu bewältigen. Ich bin mir bewusst, dass dies viele sehr fordern wird«, erklärte der Bürgermeister im Anschluss.

Die zuständigen Fachbereiche der Stadtverwaltung koordinieren zurzeit gemeinsam mit der Feuerwehr, der Polizei, dem Kreis Gütersloh und dem DRK die Herrichtung der Turnhalle. Um sie nutzen zu können, müssen unter anderem bauliche und brandschutztechnische Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu gehören neben der Überprüfung von Fluchtwegen zum Beispiel auch das Ausräumen der Halle, die Verlegung von Bodenbelag und die Aufstellung von Feldbetten.

Wenn die Asylsuchenden  ankommen, werden sie zuerst medizinisch untersucht, um eine Tuberkulose-Infektion und andere ansteckende Krankheiten ausschließen zu können. Das geschieht mithilfe eines Eingangsscreenings durch einen Arzt. Die Flüchtlinge werden in der Notunterkunft mit Essen und Getränken versorgt. Einmal wöchentlich bekommen sie ein Taschengeld, um damit die Kosten für Nahverkehr, Freizeit, Telefongespräche und Internetnutzung decken zu können.

Turnhalle für Sport gesperrt

Wie lange sie in der Notunterkunft bleiben werden, ist nicht abzusehen, mindestens aber 48 Stunden. Nach ihrem Aufenthalt in Rheda-Wiedenbrück kommen die Flüchtlinge in eine Zentrale Aufnahmeeinrichtung und werden von dort in die Kommunen verteilt.

Die Turnhalle der Osterrath-Realschule wird wegen der  Unterbringung der Flüchtlinge für den Schul- und Vereinssport gesperrt. »Wir hätten gerne andere Lösungen gefunden; das geht in der Kürze der Zeit aber nicht. Ich hoffe, dass alle Betroffenen dafür Verständnis haben. Wir werden auf jeden Fall kurzfristig mit unseren Schulen und Vereinen sprechen«, erklärte Theo Mettenborg.

Die Anwohner rund um das Schulzentrum am Burgweg sowie Schulen, Eltern und Vereine, die die Halle nutzen, werden über die Situation informiert. »Ich bitte jedoch um Verständnis, dass die Herrichtung der Sporthallen Priorität hat«, sagte  der Bürgermeister. Auf jeden Fall würden den Anwohnern Ansprechpartner genannt.

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