Harsewinkel
Alarmstufe Rot: Händler setzen ein Zeichen

Harsewinkel (jau) - Aus ökonomischer Sicht geht es ums Überleben von Handel, Gastronomie und Kultur. Aus gesellschaftlichem Blickwinkel um lebendige Städte. Jetzt hat sich auch der Verkehrsverein Harsewinkel der Initiative „Das Leben gehört ins Zentrum“ angeschlossen. Fast 20 Mitglieder beteiligen sich am Dienstag- und Mittwochabend an einer Licht-Aktion.

Dienstag, 02.03.2021, 23:10 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 23:31 Uhr
Das Kindermodengeschäft Chamäleon beteiligt sich an der Aktion mit Signal-Wirkung.

Etliche Schaufenster in der Harsewinkeler Innenstadt leuchteten bereits am Dienstagabend rot. Und manche Geschäftsleute strahlten gleich das ganze Gebäude in der Signalfarbe an.

Dramatische Situation

Bernhard Brockmann, stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsvereins, erklärt den Hintergrund dieser Initiative: „Wir wollen gemeinsam auf die dramatische Situation im Handel und in den Städten hinweisen. Wenn es irgendwann keine Geschäfte mehr gibt, dann sind die Innenstädte ohne Einzelhandel, Gastronomie, Blumengeschäfte und ohne Dienstleister tot. Und ohne den Handel gibt es irgendwann auch keine Stadtfeste mehr.“ Dabei schwebt Brockmann gar kein fester Eröffnungstermin vor.

Verschiedene Dinge anschauen

Auch macht er deutlich, dass allen Geschäftsleuten bewusst ist, wie wichtig die Aha-Regeln (Abstand, Hygiene beachten und im Alltag Maske tragen) sind. Allerdings wünscht er sich schon, dass die Politik nicht krampfhaft an dem Sieben-Tage-Inzidenzwert von 35 festhält, bevor die Geschäfte wieder öffnen dürfen. „Man sollte sich verschiedene Dinge anschauen: etwa die Auslastung der Intensivstationen und auch viele andere Faktoren statt alles nur an einem Index festzumachen.“ Bernhard Brockmann nennt die aktuelle Situation in Harsewinkel als Beispiel: In der Mähdrescherstadt gibt es derzeit mit 143,0 zwar den kreisweit höchsten Inzidenzwert.

Kein diffuses Geschehen

 Klar ist aber auch: Er ist zurückzuführen auf eine bestimmte Personengruppe, die Werkvertragsarbeiter eines Personaldienstleisters in Lünen, die in Unterkünften in Harsewinkel leben. „Es gibt hier keine diffuse Ausbreitung. Auch so etwas sollte in die Entscheidungen einfließen“, so Brockmann, der bei der Licht-Aktion auf die Unterstützung von Simone Heitmann (HVMC) bauen kann, die den Einzelhändlern mit roten Strahlern aushelfen konnte. Aus Sicht der Händler sei eine Öffnung mit einem guten Hygienekonzept und einer begrenzten Personenzahl vertretbar. „Wenn alle aufpassen, funktioniert das. Im November wurde die Kundenzahl pro Quadratmeter im Geschäft doch schon reduziert – und es hat geklappt“, so Brockmann. Trotzdem sieht er die Gefahren, die von Corona und der Mutation ausgehen. Er hat auch kein Patentrezept („Ich möchte mit keinem Politiker, der solche Entscheidungen treffen muss, tauschen“).

Handel braucht Perspektive

 Aber er betont, dass Handel, Kunden und Mitarbeiter eine Perspektive brauchen. Und zwar dann, wenn es mehrere Faktoren zulassen: „Der Einzelhandel kann Kundenströme gut steuern, besser, als das in einem Supermarkt möglich ist.“ Ein weiteres Signal der Aktion an die Kunden: „Da sind Händler vor Ort, die brauchen eure Treue.“ Auf der Internetseite der Stadt findet sich unter dem Titel „Harsewinkel bringt’s“ eine Liste von Geschäften, die einen Online- und Lieferservice anbieten: www.harsewinkel.de

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