Harsewinkel
Bäume ohne Genehmigung gefällt

Harsewinkel (jau) - Auf einem rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der Hesselteicher Straße und Grüner Grund in Harsewinkel sind illegal Bäume gefällt worden. „Das ist nicht korrekt gelaufen“, sagt Guido Linnemann von der Stadt. Die Baumschutzsatzung ist missachtet worden.

Dienstag, 05.01.2021, 12:07 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 12:46 Uhr
Etliche Bäume sind am vergangenen Samstag auf einem Grundstück zwischen Hesselteicher Straße und Grüner Grund gefällt worden. „Wir hätten einer Baumfällung auf dem Grundstück auf jeden Fall so niemals zugestimmt“, so Umweltberater Guido Linnemann.

Ein Harsewinkeler, der nicht namentlich genannt werden möchte, schildert am Montag die Vorkommnisse im Gespräch mit dieser Zeitung: Am 2. Januar begann laut dieser Zeugenaussage gegen 7.30 Uhr eine Baukolonne damit, noch bei Dunkelheit auf dem besagten Areal Bäume zu fällen. Der Zeuge spricht von „einer illegalen Rodung in einer Nacht- und Nebelaktion“. Allein an der Straße Grüner Grund seien sechs große Bäume gefällt worden, die 1967 gepflanzt worden seien. Zur besseren Einordnung: Das Grundstück wurde von einer Erbengemeinschaft kürzlich an einen Investor aus Rietberg veräußert. Und der hat jetzt Tatsachen geschaffen, um sein Bauprojekt zu realisieren.

Und was sagt die Stadt dazu? Umweltberater Guido Linnemann, der sich am Montag ein Bild an Ort und Stelle gemacht hat: „Wir hätten einer Baumfällung auf dem Grundstück auf jeden Fall so niemals zugestimmt.“

„Es hat den Anschein, dass von manchen Investoren Strafgelder gleich miteinkalkuliert werden. Das wäre nicht die erste Baumfällung dieser Art im Kreisgebiet, um den Gewinn zu optimieren“, so eine Anwohnerin, die ebenfalls ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Bevor der Rietberger Investor den Zuschlag für das Grundstück bekommen hat, gab es bei den damaligen Eigentümern verschiedene Anfragen von anderen Bauunternehmern. „Von Seiten der Stadt haben wir im Vorfeld bei einer früheren Begehung verschiedene Auflagen gemacht – auch was den vorhandenen Baumbestand angeht. Nun hat der neue Eigentümer einfach Tatsachen geschaffen“, so Guido Linnemann.

Zurzeit ermittele die Stadtverwaltung, welche Bäume am 2. Januar tatsächlich entfernt worden sind, so Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide. Ein Antrag auf Befreiung von der Baumschutzsatzung sei bei der Stadt nicht gestellt worden, so die Bürgermeisterin. Sollten geschützte Bäume gefällt worden sein, so handelt es sich laut Amsbeck-Dopheide um eine Ordnungswidrigkeit, die nach Paragraf 14 Absatz 2 der Baumschutzsatzung mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann.

Und was sagt eigentlich der Bauunternehmer aus Rietberg zu der Aktion? „Ich bin davon ausgegangen, dass ich die Bäume auf meinem Grundstück fällen darf. Aus meiner Sicht gab es keine Notwendigkeit, eine Genehmigung bei der Stadt einzuholen“, sagt der Investor, der ebenfalls nicht namentlich erwähnt werden möchte, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Was plant der Unternehmer genau auf dem großen Areal in unmittelbarer Innenstadtnähe? „Eine hochwertige Wohnbebauung“, ist zu erfahren. Und dann wird er doch noch etwas konkreter: „Es entstehen Eigentumswohnungen.“

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