Harsewinkel
Mit Claas-Traktor auf dem Nürburgring

Harsewinkel (gl) - Eine Premiere auf der Nordschleife des Nürburgrings: Erstmals wurde die traditionsreiche Rennstrecke mit einem Großtraktor bewältigt - einem Claas Xerion. Die Idee dazu hatten das Magazin „Auto, Motor und Sport“ - das Landtechnikunternehmen nahm die Herausforderung an. 

Donnerstag, 03.09.2020, 22:51 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 23:16 Uhr

Eigentlich sind Traktoren darauf ausgelegt, bei niedrigen Geschwindigkeiten große Lasten zu ziehen. Seit seiner Markteinführung 1997 steht der Xerion, der in Harsewinkel gefertigt wird, mit seinem Allradantrieb und den vier gleich großen Rädern für eine große Zugkraft und nicht für extreme Schnelligkeit. 

20,6 Kilometer langer Kurs

Somit ging es auf dem 20,6 Kilometer langen Kurs auch nicht um eine Bestzeit. Die Herausforderung für Rennfahrer Christian Menzel, der sich eigentlich in mehreren hundert PS starken Sportwagen zuhause fühlt und mehrfach beim Porsche-Cup und vielen weiteren Rennen Erfolge einfuhr, war eine ganz andere: einen gut 17 Tonnen schweren Großtraktor mit Allradlenkung, 2,15 Meter großen Rädern und hohem Schwerpunkt durch die 73 Kurven der Grünen Hölle und das gefürchtete Karussell der Nordschleife zu manövrieren. 

Fahrt im Rückwärtsgang

Da den Initiatoren diese Aufgabe laut Mitteilung noch nicht schwierig genug erschien, wurde die Fahrt im Rückwärtsgang absolviert. Kein Problem für den Xerion Trac VC. Laut Claas-Mitteilung verfügt das Gefährt über eine drehbare Kabine. Der Traktor erreicht seine Höchstgeschwindigkeit von Tempo 50 rückwärts genauso wie vorwärts. Schon die hohe Sitzposition war eine Herausforderung für den versierten Rennfahrer, der auf der Rennstrecke am liebsten hinter dem Steuer des Porsche 911 Platz nimmt – und das so tief wie möglich, wie er sagte. 

Nicht erwartete Rundenzeit

Trotz Einweisung und Trainingsfahrten hatte Christian Menzel vor dem Start gehörigen Respekt vor der Aufgabe, zumal der Blick bei Rückwärtsfahrt, bei der die Motorhaube hinter der Kabine liegt, ungehindert aus mehr als drei Metern Höhe direkt auf den Asphalt fällt. Rennprofi Menzel konnte das Fahrpedal auf den meisten Streckenabschnitten bis auf Anschlag durchgetreten. Die Belohnung folgte in Form einer nicht erwarteten Rundenzeit: Exakt 25 Minuten, 50 Sekunden und 57 Zehntel zeigte die GPS-Messung nach Überqueren des Ziels an. Das bedeutet eine Durchschnittsgeschwindigkeit von Tempo 47,85. Die Initiatoren des Fachmagazins hatten nur rund 40 Kilometer pro Stunde erwartet. 

„In einem Rennwagen hätte ich den Xerion dreimal überrundet“

„In einem Rennwagen hätte ich den Xerion dreimal überrundet“, erklärte Christian Menzel nach Ende des Tests. „Dennoch habe ich allerhöchsten Respekt vor dem Schlepper.“ Mit einem Augenzwinkern erinnerte er an eine Aktion der Rennfahrerlegende Walter Röhrl. Der war 2012 mit einem historischen Porsche-Diesel Junior Schlepper für einen guten Zweck auf der Nordschleife unterwegs – deutlich langsamer und kleiner als der Claas Xerion, aber auch mit deutlich weniger PS. Das Video von Auto, Motor und Sport wurde innerhalb von drei Tagen bereits 350 000 mal im Internet geklickt: www.youtube.com/watch?v=lVSTaAf5Ick

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