Harsewinkel
1000 Tablets für Harsewinkeler Schulen

Harsewinkel (gl) - Mit einem kräftigen Digitalisierungsschub starten die Harsewinkeler Schulen ins neue Schuljahr. Und das mit besonderem Augenmerk auf der technischen Ausstattung: Die Stadtverwaltung schaffe jetzt rund 1000 mobile Endgeräte an, heißt es in einer Mitteilung.

Mittwoch, 05.08.2020, 15:41 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 16:16 Uhr

Um die Schulen möglichst schnell besser ausstatten zu können, habe die Verwaltung als eine der ersten Kommunen im Regierungsbezirk bei der Bezirksregierung Detmold Fördermittel aus sechs unterschiedlichen Maßnahmen beantragt. 

Bund und Land übernehmen einen Großteil der Kosten

Das Ergebnis: Fast die kompletten Anschaffungskosten in Höhe von einer halben Million Euro würden mit Fördergeldern von Bund und Land – insgesamt rund 464 000 Euro – finanziert. 

Außer den Tablets, die sowohl für Schüler als auch für Lehrer gedacht seien, gehe es der Stadtverwaltung auch um eine Verbesserung des digitalen Unterrichtens selbst: So sollen im Lauf der kommenden Jahre die Klassenräume aller Harsewinkeler Schulen mit einer einheitlichen digitalen Präsentationstechnik ausgestattet werden. 

500 Euro pro Lehrer für technische Ausstattung

Damit die digitale Technik im Unterricht auch wirksam eingesetzt werden könne, sei es notwendig, die Lehrer entsprechend auszustatten, heißt es weiter. Diese Ausstattung habe das Land NRW – als zuständige Dienststelle der Lehrer – bislang versäumt, zur Verfügung zu stellen. 

Das ändere sich jetzt: Einmalig erhielten die Kommunen 500 Euro pro Lehrer, um mobile Endgeräte anzuschaffen. Außer der technischen Ausstattung zähle auch der Support. 

„Mit Tablets allein lernen Kinder nicht Lesen und Schreiben“

Die Stadt als Träger werde die Schulen demnach mit eigenem Personal unterstützen. „Wir lassen die Lehrer bei einer so wichtigen Aufgabe nicht im Regen stehen“, erklärt Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD). Und weiter: „Mit Tablets allein lernen Kinder nicht Lesen und Schreiben. Die Schulpflicht darf nicht über Monate ausgesetzt sein.“ 

Damit schlägt die Bürgermeisterin den Bogen zu den Corona-Maßnahmen im startenden Schuljahr. Die Stadt setze Reinigungskräfte und Hausmeister ein, damit die Schulen unter Beachtung von Hygienegesichtspunkten nach den Ferien wieder geöffnet werden können. 

Schulöffnung ist gerade für die Eltern wichtig

Schulen müssten für Schüler und Lehrer gleichermaßen ansprechbar sein. Und wer ist dafür zuständig? „Dafür muss das Land sorgen“, so Amsbeck-Dopheide. Die Schulöffnung sei insbesondere für berufstätige Eltern wichtig, weil es für viele nicht zu schaffen sei, neben dem Job ihre Kinder zu unterrichten und zu betreuen. 

Vor allem in kinderreichen Familien sei es schwierig, den Nachwuchs zu unterrichten – selbst wenn die Mutter zuhause und nicht erwerbstätig sei, schreibt die Stadt. Drei bis vier Kinder in unterschiedlichen Jahrgängen zu unterstützen, könne in der Regel nicht das gleiche Ergebnis haben, wie es Lehrer in den Schulen erreichen könnten. Außerdem seien für mehrere schulpflichtige Kinder in einer Familie meist nicht genügend Geräte vorhanden. Und Smartphones allein reichten für effektives digitales Lernen nicht aus. 

Erhöhter Verwaltungsaufwand nicht zu vermeiden

Angesichts einer angesetzten Lebensdauer von vier Jahren werde die Anschaffung von mobilen Endgeräten – neben den weiteren Aufgaben der Verwaltung – zu einer personellen und finanziellen Dauerbelastung. Aufgrund der wachsenden Bedeutung von Digitalisierung an Schulen sei das allerdings nicht zu vermeiden.

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