Harsewinkel
Formfreund ist bestes Start-up in OWL

Marienfeld (rob) - Beim Businessplan-Wettbewerb „Startklar OWL“, bei dem es um innovative Geschäftskonzepte geht, hat die Formfreund Holzmanufaktur des Marienfelders Tim Brüggemann die Kategorie „Industrie, Handwerk und Dienstleistungen“ als Bestes Start-up 2020 gewonnen.

Donnerstag, 09.07.2020, 17:25 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 23:16 Uhr

Brüggemann, der seinen Betrieb mit sieben Angestellten in Brockhagen an der Grenze zu Marienfeld betreibt, überzeugte die Jury mit seinem Konzept und einem persönlichen Auftritt. Den mit 5000 Euro dotierten Preis übergab der Ausrichter, die Ostwestfalen-Lippe GmbH, in vier verschiedenen Kategorien an vier Firmen.

59 Gründer nehmen teil

 Der Businessplan-Wettbewerb war in Kooperation mit 22 Partnern durchgeführt worden. 59 Gründer hatten teilgenommen. Brüggemann hat den Betrieb, in dem er vor dem Design-Studium in Münster seine Ausbildung gemacht hatte, 2017 übernommen. Tischlerei Soetebier hieß der damals. Für die Bankfinanzierung hatte er einen Businessplan erstellt. Der ging gut auf: Aus zwei Mitarbeitern plus Chef sind inzwischen sieben Angestellte geworden, darunter zwei Azubis.

Sein Berater von der Handwerkskammer habe ihn ermuntert, an dem Wettbewerb teilzunehmen, so Brüggemann. Nach der Vorlage des Konzepts wurde er zu einem Gespräch mit 18 Juroren eingeladen. Unmittelbar danach stand der Sieg fest. „Der Unterschied zu anderen Teilnehmern war, dass bei mir Ergebnisse meines Plans schon sichtbar sind“, so der 31-Jährige. Viele Start-Up-Unternehmer reichen die Unterlagen direkt nach der Gründung ein.

Viele Ideen umgesetzt

Der Formfreund konnte nachweisen, dass er viele Ideen tatsächlich umgesetzt hat. Eine Möbelfertigung auf Maß liefern auch andere Tischlereien. Brüggemann legt Wert auf das Gesamtpaket: auf Design, auf ausgewähltes Material, auf Nachhaltigkeit. Für jedes Möbelstück gibt er eine Spende an Plant for Planets, damit Bäume für die nächste Generation gepflanzt werden können.

Gerade richtet Brüggemann für einen guten Kunden ein Haus auf Sylt ein. Zweimal war er schon zum Ausmessen auf der Insel. Sein Hauptgeschäft ist das nicht. Wichtige Standbeine sind der Innenausbau und Einzelanfertigungen. Drei Handwerker sind ständig auf Montage.

Die Auftragslage sei im März auf Grund der Corona-Pandemie etwas eingebrochen, da vor allem Privatkunden verunsichert waren. Derzeit normalisiert sich die wirtschaftliche Situation aber wieder. Viele Kunden verbrächten nun mehr Zeit zu Hause und machten sich das Heim schön, so Brüggemann. 60 Prozent seiner Kunden kommen aus dem Privatbereich. 40 sind gewerbliche Auftraggeber – Tendenz steigend.

Internetshop noch im Aufbau

Während sich der eigene Internetshop mit Standardprodukten noch im Aufbau befindet, laufen Produktionen für einen externen Online-Vertriebskanal auf Hochtouren. Zwei Mitarbeiter sind mit der Produktion von Kleiderleitern, Massivholzhocker und Herrendienern beschäftigt. Ein Zukunftsmarkt sei das, ergänzt Brüggemann.

Er will mit einem nachhaltigen Konzept mit der Produktion aus zertifiziertem Massivholz, den Baumspenden und mit fairen Löhnen und Produktion in Deutschland überzeugen.

Umgesetzt hat der Marienfelder vor gut einem Jahr auch den Bau eines mobilen Showrooms. Auch dieses Projekt stand vor drei Jahren in seinem Unternehmensplan. Brüggemann hat mit seinen Mitarbeitern ein so genanntes Tiny-House auf einen großen Anhänger gezimmert und präsentiert sich damit auf regionalen Veranstaltungen – ein fahrendes Wohnzimmer.

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