Harsewinkel
Edler-Rustige geht nach 23 Jahren

Harsewinkel (gh) - Monika Edler-Rustige ist 23 Jahre lang die Gleichstellungsbeauftragte und Beauftragte für Familie, Migration und Integration sowie Demografie der Stadt Harsewinkel gewesen. Am morgigen Dienstag verabschiedet sie sich in den Ruhestand. Edler-Rustige blickt gern auf ihre berufliche Laufbahn und die gesammelten Erfahrungen zurück. 

Sonntag, 28.06.2020, 19:13 Uhr aktualisiert: 28.06.2020, 19:46 Uhr

Sie habe viel Kraft und Engagement in ihre Arbeit gesteckt. Am meisten habe ihr der Kontakt und Austausch mit der Bevölkerung bei Veranstaltungen gefallen: „Ich habe viele nette Leute kennengelernt. Es war ein tolles Miteinander“, sagt Monika Edler-Rustige. Sie hatte aber auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen: „Man kann sehr viel in meinem Job bewegen. Abgehärtet muss man aber auch sein“, so die langjährige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt.

Eine „selbstverständliche“ Stelle

Denn sie sei im Lauf der Jahre immer wieder mit Vorurteilen bezüglich der Akzeptanz ihrer Stelle konfrontiert worden. Ist heutzutage eine Gleichstellungsbeauftragte überhaupt noch notwendig? „Diese Frage stelle ich mir nicht. So eine Stelle sollte selbstverständlich sein“, betont Edler-Rustige. Das Gleichbehandlungsgesetz setze dies zudem fest. Eine Stadt mit mehr als 10 000 Einwohnern sei verpflichtet, eine solche Stelle auszuweisen und zu besetzen. „Heutzutage mache ich mir Sorgen über den Rechtsruck in der Gesellschaft“, so Edler-Rustige. Vor allem Angriffe gegen Frauen und ein veraltetes Frauenbild würden wieder häufiger auftreten, beobachtet sie. Ein Thema, das womöglich ihre Nachfolgerin – deren Name von der Verwaltung noch nicht genannt wird – beschäftigen wird.

Nachfolgerin zum 1. August

 Sie tritt die Stelle am 1. August an. Auch innerhalb der Stadtverwaltung unterstützte Edler-Rustige die Gleichstellung. Im Zuge der Verwaltungsreform förderte sie die Einführung von Mitarbeitergesprächen. „Die Verwaltungsreform führte dazu, dass die Verwaltung bürgerfreundlicher, offener und transparenter werden sollte“, sagt sie. Zudem habe sie sich für die Karriere- und Fortbildungsmöglichkeiten von Frauen im Rathaus eingesetzt. Bei einem initiierten Treffpunkt der Gleichstellungsstelle konnten Kolleginnen ihre Anliegen ansprechen. Die starren Strukturen in Verwaltungen würden sich nur leicht verändern. „Gleichberechtigung wird nicht leicht gemacht“, so Edler-Rustige. Viele Leitungspositionen seien weiterhin von Männern besetzt. „Ich musste immer vorsichtig und kollegial vorgehen, denn sich einzumischen ist schwierig.“

Chancengleichheit ist das Ziel

Seit fast 25 Jahren gibt es die Gleichstellungsstelle in Harsewinkel. Nachdem ihre Vorgängerin nach zwei Jahren ging, trat Monika Edler-Rustige im Jahr 1997 die Stelle an. 23 Jahre ist sie geblieben. Eine lange Zeit, in der die Gleichstellungsbeauftragte viel vorantreiben konnte: „Ich konnte umsetzen, was mir Freude bereitet hat, und wurde dabei unterstützt“, so Edler-Rustige. „Es waren unglaublich schöne Berufsjahre mit vielen Inspirationen.“ Ihre Motivation: Etwas verändern, sowohl sozial-, als auch gesellschaftspolitisch mit dem Ziel der Chancengleichheit von Frau und Mann.

Projekte im Bereich Kultur und Bildung

Zahlreiche Projekte im Bereich Kultur und Bildung hat Monika Edler-Rustige unter anderem mit dem Kultur- und Bildungsverein vorangetrieben: Sie organisierte viele Jahre den Frauentag und setzte sich für den Koordinierungskreis Mädchenarbeit ein und veranstaltete den Mädchentag. Auch Kunstprojekte mit Frauen förderte sie: Beispielsweise das Projekt „Einsehbar“, bei dem sich Künstlerinnen aus allen Sparten vorstellen konnten. Auch mit dem Kunstverein Gruppe 13 arbeitete sie eng zusammen. Besonders am Herzen liege ihr das Rucksackprojekt für Kindergartenkinder und Grundschüler und ihre Eltern. „Seit 2005 erhalten Kinder mit Migrationshintergrund sprachliche Bildung“, so Edler-Rustige. Sowohl die Herkunftssprache als auch Deutsch werden hier gefördert. Zum Abschied bekam Monika Edler-Rustige von ihren Kollegen ein Buch mit dem Titel „Reisepass ins Glück“.

Über das Lob sehr gefreut

 „Ich konnte mich bei meiner Verabschiedung gar nicht vor Lob retten. Ich habe mich sehr gefreut“, so Edler-Rustige. Sie hat bereits Pläne für ihren Ruhestand: „Ich möcht viele Museen besuchen und länger verreisen. Ich werde Reisen nach Peru und Neuseeland unternehmen.“ Diese Vorhaben würden sich angesichts der aktuellen Situation aber wohl verschieben. Ihre Hobbys Sport und Lesen stünden aber auch auf der To-do-Liste.

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