Harsewinkel
Juan Carlos Palmier hat „mehr grüne Ideen“

Harsewinkel (jau) - Nach am Montagmittag hat  Juan Carlos Palmier auf Nachfrage,  ob die Grünen bei der Kommunalwahl auch einen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken werden, abgewunken. Am Abend sah die Sache am während der Mitgliederversammlung im Harsewinkeler Heimathaus ganz anders aus.

Dienstag, 09.06.2020, 20:34 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 21:01 Uhr

Gleich zwei Kandidaten hoben die Hand und stellten sich zur Wahl: Stephan Rieping und Juan Carlos Palmier.Am Ende konnte sich der 46-jährige Serviceleiter und  Wirtschaftsmediator Palmier gegen den 59-jährigen Chemielaboranten Rieping mit neun zu drei Stimmen – bei einer Enthaltung – durchsetzen.

Seit 2014 Mitglied im Stadtrat

Palmier hat bereits kommunalpolitische Erfahrung: Er sitzt seit 2014 im Stadtrat und ist Vorsitzender des Grünen-Ortsverbands sowie stellvertretender Fraktionssprecher. Und womit will er bei den Wählern punkten? Trotz der Finanzknappheit und Corona möchte er den Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sowie die Energiewende vor Ort weiter voranbringen. „Es gibt viele Möglichkeiten, die wenig kosten und das Klima fördern, gerade auf kommunaler Ebene.“

Intelligente Verkehrswende ist ein Wunsch

Ihm sind außerdem diese Punkte wichtig: eine bessere Aufenthaltsqualität in der Innenstadt, eine intelligente Verkehrswende mit mehr Raum für den Fuß- und den Radverkehr („Das Fahrrad möchte ich dabei als wichtigstes Verkehrsmittel fürs Zentrum etablieren“), ein Fahrradbeauftragter, die Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Schiene als Meilenstein der Mobilitätsstrategie und eine Klimaschutzsiedlung nach dem Vorbild Borgholzhausens. „Aber auch kleinere Projekte wie ,Energiesparen macht Schule‘ helfen auf dem Weg der Wende in unseren Köpfen“, so Palmier, dem aber auch das Soziale am Herzen liegt, wie er sagt. Unter dem Slogan „Harsewinkel soll grüner werden“ will Palmier in den Wahlkampf starten. Er wolle mehr grüne Ideen für die grüne Mähdrescherstadt. Und er ließ in seiner Rede Amtsinhaberin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD) nicht unerwähnt: „Nach 16 Jahren im Amt könnte man ihr eine Menge vorwerfen, vielleicht auch eine gewisse Amtsmüdigkeit.“ Eine ganze Generation an jungen Menschen kenne nur diese eine Bürgermeisterin.

Grüne wollen Wahlmöglichkeit bieten

Deshalb wollten die Grünen jetzt ein Kontrastprogramm und eine Wahlmöglichkeit bieten. Die haben die Wähler in Harsewinkel am 13. September tatsächlich: Außer Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD) wollen auch ihre erste Stellvertreterin Pamela Westmeyer (CDU), Andreas Hanhart (FDP) und Juan Carlos Palmier Platz auf dem Chefsessel im Rathaus nehmen. Zur Erinnerung: Zur Kommunalwahl 2014 gab es keinen Gegenkandidaten für Sabine Amsbeck-Dopheide – jetzt sind es gleich drei. Der Bürgermeisterkandidat der Grünen ist sich auch sicher, dass in Harsewinkel zu wenig für junge Menschen getan werde, weil die Jugend kaum eine Lobby habe. Palmier wörtlich: „Harsewinkel, ein Friedhof für junge Menschen? Nein, danke! Nicht mit uns. Da kann der Gasthof Wilhalm eine zentrale Lösung für eine sozio-kulturelle Begegnungs- und Aufenthaltsstätte – wie es beispielsweise das vielfältige Kulturangebot in der Weberei in Gütersloh darstellt – für junge Leute werden. Viele unter uns werden das reichhaltige Kulturangebot im Weberei-Quartier zu schätzen wissen.“

Senioren mehr in den Blick nehmen

 Der Harsewinkeler möchte auch die Senioren in der Stadt verstärkt in den Blick nehmen, die in die gesellschaftliche Mitte gehörten. Auch stellte Palmier klar, dass die Grünen weiterhin Zeichen gegen Ausgrenzung im Alltag setzen sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die gesellschaftliche Teilhabe stärken wollen. „Widerwärtige, heimtückische Anschläge jeglicher Art – wie der aktuelle Buttersäureanschlag – verurteilen wir aufs Schärfste. Die Betroffenen können auf unsere politische Solidarität und Unterstützung vertrauen.“ Den Grünen in Harsewinkel seien die sozialen und ökologischen Aspekte wichtig. Der Wirtschaftsmediator betonte: „Das Trennende ist nicht meins, sondern das Informieren, das Erklären, das Beraten, das Überzeugen, ja schließlich das Begeistern für die eigene grüne Sache und Haltung.“

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