Harsewinkel
Ordnungsamt ist bei Kontrollen zufrieden

Harsewinkel (rast) - Trotz der Corona-Krise und der damit verbundenen Einschränkungen ist die Welt in Harsewinkel noch heil - zumindest wenn es um die öffentliche Ordnung geht. „Die Leute ziehen überraschend gut mit“, erklären Katrin Alshuth und Rolf Gall als Mitarbeiter des Ordnungsamts.

Sonntag, 03.05.2020, 18:32 Uhr aktualisiert: 03.05.2020, 19:01 Uhr

Seit Mitte März überwacht die Behörde mit drei Mitarbeitern vom Ordnungsamt und acht von der Stadtwacht die Einhaltung der Auflagen durch Bund und Land. Um den erhöhten Arbeitsaufwand an den Wochenenden zu meistern, wurden noch zusätzlich vier Mitarbeiter aus dem Bäderbetrieb und acht vom Bauhof hinzugezogen. „Am Anfang gab es einiges Durcheinander“, berichtet Rolf Gall. Und Katrin Alshuth ergänzt: „Es mussten sich erst einmal alle daran gewöhnen.“

Die Leute hätten immer wieder gefragt, was denn nun noch erlaubt und was bereits verboten sei. Aber auch die Mitarbeiter des Ordnungsamts hätten sich erst einmal in die Materie einarbeiten und bei dem einen oder anderen Fall nachfragen müssen. Inzwischen habe sich jedoch alles eingespielt. Selbst das Tragen von Mund- und Nasenschutz funktioniere reibungslos.

Stadt erhebt kein Bußgeld

Anders als andere Städte erhebt Harsewinkel kein Bußgeld, wenn gegen die Maskenpflicht verstoßen wird. Laut Katrin Alshuth und Rolf Gall setzte das Harsewinkeler Ordnungsamt eher auf Aufklärung, statt gleich mit dem Bußgeldkatalog zu winken. Hier und da müsse eine Ansprache auch mal etwas energischer geführt werden. Doch spätestens dann zeige sich der gewünschte Erfolg. So hätten sich auch die anfänglichen „kleinen Corona-Partys“ schnell auflösen lassen. Manchmal gebe es jüngere Menschen, die impulsiv reagierten. „Wir lassen uns die Butter nicht vom Brot nehmen“, betont Rolf Gall. Strafen seien bisher aber noch nicht verhängt worden.

Es komme auch immer wieder vor, dass die Leute nicht wüssten, was sie falsch gemacht hätten. Zum Beispiel die jungen Pärchen, die händchenhaltend durch den Park schlendern. „Aber wir sind doch ein Paar“, heiße es dann regelmäßig. Trotzdem müsse das Ordnungsamt in solchen Fällen auf dem Sicherheitsabstand bestehen. „Wenn wir die erste Liebe auseinandertreiben müssen, kann einem das fast schon leidtun“, sagt Rolf Gall. Die Leute weichen aus. Besonders jüngere Menschen würden die Stadt meiden und Zuflucht in den Boombergen oder den Emsauen suchen. Auch an den außerhalb liegenden Spots kontrolliere das Ordnungsamt. „Ich war in den letzten Wochen an Stellen, da wusste ich nicht einmal, dass dort jemand lebt“, so Rolf Gall.

Neue Auflagen schaffen Verunsicherung

Wenn das Ordnungsamt aufschlägt, dann ploppt ja gleich das schlechte Gewissen auf. „Die Leute fragen sich automatisch, was sie falsch gemacht haben“, sagt Katrin Alshuth. Inzwischen werde die Einrichtung ganz anders wahrgenommen. Der Grund: Die Verunsicherung der Bürger und der Geschäftsleute bezüglich der neuen Auflagen sei groß. Das Ordnungsamt werde deshalb eher als Hilfestellung gesehen, um den Überblick zu behalten. „Ich bin noch nie so oft gegrüßt worden wie in diesen Tagen“, sagt Rolf Gall.

Auch der Dienst auf der abendlichen Streife habe sich für das Ordnungsamt in Harsewinkel geändert. Es müsse deutlich weniger zur Jugendschutzprävention eingegriffen werden. Zum Beispiel, wenn Jugendliche in Gruppen Alkohol trinken. Zudem hätten die Beschwerden aus der Bevölkerung abgenommen. Jetzt gibt es die ersten Lockerungen der Einschränkungen. Hat sich dadurch etwas verändert? „Ich habe nicht den Eindruck, dass die Leute die Sache jetzt auf die leichte Schulter nehmen“, erklärt Katrin Alshuth.

Polizei ist über Streife informiert

So stelle zum Beispiel das Flatterband, mit dem Spielplätze im Stadtgebiet abgesperrt seien, nicht wirklich ein Hindernis dar. Trotzdem hielten sich alle von den Einrichtungen fern. Wenn Streife gegangen werde, dann sei auch die Leitstelle der Polizei darüber informiert. So sei die Koordination einfacher. Mitarbeiter des Ordnungsamts werden dann zu kleinen Delikten wie nächtlichen Ruhestörungen gerufen. „Nicht zu größeren Sachen. Beispielsweise mit Pfefferspray bei einer Schießerei aufzutauchen, wäre blöd“, sagt Rolf Gall schmunzelnd.

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