Harsewinkel 650 Schüler werkeln, tüfteln und mauern

Harsewinkel (jau) - Eine Absage des zwölften Berufsparcours in der Harsewinkeler Mehrzweckhalle wegen des Corona-Virus hat nicht zur Debatte gestanden. Das sagte Kreisjugendpfleger Michael Trödel am Mittwoch im Gespräch mit dieser Zeitung. Aber: Einige Betriebe hätten nachgefragt, ob die Veranstaltung stattfindet.

Nur zwei Firmen haben am Ende abgesagt. Blieben noch 67 Unternehmen, die den 650 Acht- und Neuntklässlern des Harsewinkeler Gymnasiums sowie der Harsewinkeler und Herzebrock-Clarholzer Gesamtschulen ihre Ausbildungsberufe vorstellten.

 Die Jugendlichen konnten die Jobs im wahrsten Sinn erleben und begreifen. Denn: An allen Ständen konnten die Schüler tüfteln, werkeln, zeichnen und ausprobieren. Ganz nebenbei lernten sich die Ausbilder und Schüler in ungezwungener Atmosphäre kennen.

Das Verler Unternehmen Elektro Beckhoff ist bereits im vierten Jahr in Harsewinkel vertreten. „Eine tolle Veranstaltung Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht und konnten schon Praktikanten aus Harsewinkel gewinnen“, sagte Beckhoff-Ausbildungsleiter Thomas Erdbories.

Elektrotechnik Wickern ist erstmals beim Berufsparcours vertreten. „Auch für uns wird es schwieriger, Auszubildende zu finden. Bisher war die Resonanz beim Berufsparcours sehr gut“, betonte Stefan Wickern. Spannend: An seinem Stand hatten die Schüler die Möglichkeit, sich mit einem Photovoltaikmodul, der Programmierung eines Smarthomesystems und einer Kamera mit Bewegungserkennung zu beschäftigen.

Oft sind es auch die Auszubildenden eines Betriebs, die die Erfahrungen weitergeben. Wie Lisa Krieft vom Clarholzer Unternehmen Rippert Anlagentechnik. Sie berichtete den Gymnasiastinnen Angelina und Maya über den Beruf der technischen Produktdesignerin: Am CAD-Programm werden Anlagen und Bauteile konstruiert.

Wie man mauert, erfuhren die Schüler beim Bauunternehmen Gerhard und beim Handwerksbildungszentrum Brackwede. Linus und Ian, Neuntklässler des Gymnasiums, legten Hand an. „Ich könnte mir vorstellen, Bauingenieur zu werden“, so Ian.

Der Harsewinkeler Dachdeckermeister Dieter Berheide vom gleichnamigen Bedachungsbetrieb hatte allen Grund zum Strahlen: Er bekommt wieder mehr Bewerbungen für die Dachdeckerausbildung. An seinem Stand hatten gegen 10.30 Uhr auch schon zehn interessierte Schüler einen Zettel mit ihren Kontaktdaten hinterlassen, um ein Praktikum in dem Betrieb zu ergattern.

„In den vergangenen Jahren war das immer eher ein Krampf, aber jetzt läuft es wieder“, so der Handwerker. Hat er eine Erklärung für die Trendwende? „Im Bauhandwerk muss man sich in den nächsten Jahren keine Sorgen machen. Und selbst bei Flauten hält das Handwerk zu den Gesellen. Vielleicht ist das der Grund“, sagte der Harsewinkeler.

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