Harsewinkel Laschet taucht ein in digitale Claas-Welt

Harsewinkel (jau) - Landespolitische Prominenz zu Gast in Harsewinkel: Das Kabinett kam am Freitag zu einer zweitägigen Klausur im Marienfelder Hotel Klosterpforte zusammen. Regierungschef Armin Laschet (CDU) und Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) nahmen zuvor Termine in der Region wahr.

Nein, zur K-Frage, wollte sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Freitagmittag bei seiner einstündigen Stippvisite im Greenhouse des Harsewinkeler Landtechnikunternehmens Claas nicht äußern. Damit war das Thema Kanzlerkandidatur vom Tisch. 

Vielmehr interessierte sich Laschet für die Digitalisierungsprojekte von Claas. Und diesbezüglich war er deutlich redseliger. „Die Landwirtschaft wird durch die Digitalisierung effektiver und klimafreundlicher. Claas zeigt, wie man die Digitalisierung sinnvoll nutzen kann“, so Laschet während seines Besuchs im Greenhouse, dem Digitallabor von Claas, das Raum für Ideen und neue Denkweisen bietet. 

Der Ministerpräsident weilte wegen einer zweitägigen Klausurtagung des Landeskabinetts in der Marienfelder Klosterpforte. Den Aufenthalt im Kreis Gütersloh nutzte er auch für seinen bislang zweiten Besuch bei Claas. Zuletzt war er im Januar 2018 beim Industrieabend im Claas-Technoparc. 

Armin Laschet hatte eine Stunde Zeit eingeplant. Und in diesen 60 Minuten erfuhr er viel über das, was im Greenhouse läuft. Die Führung übernahm Senior-Vice-President Nico Michels, der bei Claas für die Digitalisierung verantwortlich ist. Und auch die beiden Gesellschafter Dr. Patrick Claas und Volker Claas waren beim Rundgang dabei. 

Täglich gehen viele Menschen im Greenhouse ein und aus: Claas-Mitarbeiter, Lieferanten, Start-up-Unternehmer Auszubildende, Schüler oder eben auch mal der Ministerpräsident mit seinem Gefolge. Fasziniert stellte sich Armin Laschet in der Kreativzentrale des Unternehmens an einen Tisch, an dem Neuntklässler des Harsewinkeler Gymnasiums an einem Roboter tüftelten. Locker plauderte der gebürtige Aachener mit dem stellvertretenden Schulleiter David Tepaße über diese andere Art des Unterrichts in einer ganz anderen Umgebung. Von Nico Michels erfuhr der Landesvater unter anderem mehr über den 3-D-Druck und Roboter. 

Laschet streifte sich auch eine Virtual-Reality-Brille über den Kopf und tauchte in die virtuelle Erntewelt ein. Er beobachtete einen Mähdrescher beim Dreschen und konnte dabei in die Maschine gucken. „Wir nutzen die VR-Brille in der Entwicklung, in der Produktion, im Service und im Marketing“, so Nico Michels. Auch Produktionsanlagen könne man mittlerweile virtuell betreten.

Staunend blieb Laschet an einem Roboter stehen, den Nicklas Brinkmann, der bei Claas eine Ausbildung zum Mechatroniker absolviert und im zweiten Lehrjahr ist, programmiert hat. Ein Greifarm packte sich eine Wasserflasche und füllte den Inhalt in ein Glas. „Klasse.“ Ein Lob vom Landesvater.

Dass Claas im Greenhouse auch mit Start-up-Unternehmen zusammenarbeitet und die Kooperation mit Schulen und Universitäten weiter ausbauen möchte, hörte Armin Laschet mit großem Interesse. Und er fand auch das Motto „Ideen säen – Zukunft ernten“ für das Greenhouse, das einmal ein Autohaus war, passend. Der Ministerpräsident machte deutlich, dass er die Verbindung zwischen Start-ups und der Industrie bei der Digitalisierung für wichtig erachte. 

Und dann war da noch die Sache mit der K-Frage. Armin Laschet – ganz Politiker – wich geschickt aus und leitete das Gespräch auf das, was am Freitag und Samstag bei der Klausurtagung des Landeskabinetts hinter verschlossenen Türen besprochen werden soll – etwa wirtschaftliche Aspekte, die innere Sicherheit, die Flüchtlingslage an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland oder auch das Coronavirus: „Die Landesregierung tut alles, um die Ausbreitung des Virus’ einzudämmen. Das ist eine ernst zu nehmende Situation.“ Noch ein Foto vor einem Mähdrescher – dann waren die 60 Minuten vorbei. Laschet stieg in die schwarze Limousine mit Aachener Kennzeichen und fuhr in Richtung Marienfeld davon. Ziel: die Klosterpforte.

Über 50 neue Reflektorüberwürfe konnte sich derweil sich die Greffener Kita St. Johannes freuen. Die überreichte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) am Freitag an die 60 Kinder der Einrichtung am Bernhard-Claves-Weg.

Erzieherin Katja Horstmann hatte sich um die reflektierenden Überwürfe bemüht. Damit ist die Greffener Einrichtung jetzt eine von landesweit rund 3200, an die das NRW-Verkehrsministerium nach eigenen Angaben bereits Reflektoren im Wert von 250 000 Euro übergeben hat. 

„Wir wollen, dass ihr sicher hin und her kommt, wenn ihr draußen unterwegs seid“, sagte Wüst in Richtung der Kinder. Zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Raphael Tigges (CDU) hing er den Kindern die gelben Überwürfe um. Tigges erfuhr im Dialog mit dem Nachwuchs, dass sich viele von ihnen morgens mit dem Fahrrad oder zu Fuß auf den Weg zur Kita machen. „Umso besser, dass ihr jetzt besser zu sehen seid“, sagte er. 

Bald wird die Tageseinrichtung um eine zusätzliche vierte Gruppe erweitert. Da diese bis zur Fertigstellung der Bauarbeiten im Pfarrheim untergebracht sein wird, „können wir die Überwürfe gut gebrauchen, wenn wir uns an den zwei Standorten gegenseitig besuchen“, sagte Erzieherin Lisa Schulze-Relau. Und auch für Besuche in der Bücherei oder beim Pferdehof seien sie schon fest eingeplant, so die Erzieherin weiter. „Ausflüge werden hier schließlich immer gemacht“, ergänzte Horstmann, die vorher vom Minister erfahren hatte, dass er die nächsten Reflektorüberwürfe bereits bestellt hat.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7318365?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730032%2F