Harsewinkel
KVSL: spannend, scharfzüngig, spitze!

Harsewinkel (gg) - Das war einfach spitze: 280 originell verkleidete Jecken haben es am Samstagabend bei der 28. Prunksitzung der Karnevalsgesellschaft St. Lucia (KVSL) im Saal Poppenborg ordentlich krachen lassen. Das vierstündige Programm verging für die Narren wie im Flug.

Sonntag, 09.02.2020, 15:59 Uhr

Sie erlebten einen granatenstarken Abend mit Showtanz, Büttenreden, viel Musik, Akrobatik und jeder Menge guter Laune. Unter dem Regiment der bestens aufgelegten KVSL-Mitglieder mit ihrem Präsidenten Michael Teeke und dem aktuellen Prinzenpaar Oliver Populoh und Simone Lenknereit an der Spitze kam von der ersten bis zur letzten Sekunde keine Langeweile auf.

Immer wieder spannend: der Prominente im Sack

Und nach dem offiziellen Programm war noch lange nicht Schluss – auch bei der After-Show-Party ging ordentlich die Post ab. Immer wieder spannend: der Prominente im Sack. Wer das war, galt es für die Besucher zu erraten. Es gab zwei Hinweise. Tipp eins: „Er ist Vorsitzender eines Harsewinkeler Vereins und feiert in diesem Jahr ein großes Jubiläum.“ Hinweis Nummer zwei: „Der Prominente im Sack weiß am besten, wie wir nachts schlafen.“

Das brachte dann alle, die zunächst auf den BSV-Präsidenten Günter Austermann gewettet hatten, ins Schleudern. Am Ende schlüpfte Chris Brentrup vom gleichnamigen Bettenhaus, der Vorsitzender des Stadtjugendrings ist, dem Bettlaken. Das Geheimnis war gelüftet – und richtig geraten hatte Burkhard Kirchner.

Stimmung: unschlagbar

Mit Vollgas ging es von einem zum anderen Programmpunkt. Für den Auftritt der Tanzgarde Blaue Funken vom befreundeten Steinhagener Karnevalsclub Cronsbach Funken gab es Bravo- und Zugaberufe. Die Stimmung war unschlagbar. Rakete Nummer zwei gab es für Marion Daut, die als närrische Nachrichtensprecherin in der Bütt stand. Brillant und scharfzüngig sprach sie über das „Trumpeltier“ („Er provoziert ohne Verstand. Und Klimawandel ist ihm unbekannt. Von Narretei ist dabei oft die Rede, aber Jecken sind doch nicht so saublöde“).

Gespött zur Freibadsanierung

Auch ein Partybus nach Greffen wurde in den jecken Nachrichten vermeldet. Und die Lokalpolitik wurde ebenfalls auf die Schippe genommen: Ex-Landei Andreas Hanhart habe für alle, die irgendwann mal irgendwas gewesen seien, mit dem FDP-Ortsverein eine Selbsthilfegruppe gegründet: „Politisch noch grün hinter den Ohren, wollen sie in unserer Stadtkasse rote Zahlen vermeiden und Schwarzsehern keine Chance geben. Befürworter sehen darin das Gelbe vom Ei.“ Mit viel Beifall belohnt wurde auch das Gespött zur Freibadsanierung, „wo die Steuergelder schon jetzt baden gehen“.

Großartig in der Bütt: Marion Daut

Daut dachte auch laut über einen Arbeitsplatztausch bei der Stadt Harsewinkel nach: „Angedacht ist, dass Stadtplaner Reinhard Pawel für eine Zeit ins Klärwerk wechselt, damit er mal sehen kann, welche Scheiße in Harsewinkel gebaut wird. Und er lernt hoffentlich auch, wie man diese beseitigt.“ Marion Dauts Gedankenkarussell drehte sich weiter und weiter: Monika Poppenborg vom Ordnungsamt, „die so charmant die Genehmigungen für Veranstaltungen verweigert“, würde sicherlich neue Impulse bekommen, wenn sie den ehemaligen Gasthof Wilhalm zum Partymekka à la Dorf Münsterland umgestalten sollte.

Wenn Pfarrer einen neuen Mann für Vikarin suchen

Lautstarken Applaus gab es auch für die jecken Kirchenvertreter André Pollmann von der katholischen Gemeinde sowie Mandy Liebetrau und Martin Liebschwager von der evangelischen Gemeinde. Dabei versuchten die beiden Pfarrer der von jede Menge Herzschmerz geplagten Vikarin Mandy Liebtrau, die den Weggang des ehemaligen Pfarrdechanten Marc Heilenkötter betrauerte, einen neuen Mann ans Herz zu legen. Doch die ist weder an Martin Liebschwager noch an Heinz Bünnigmann interessiert. Lautstarker Jubel brandete auf, als André Pollmann versprach, lange in Harsewinkel bleiben zu wollen.

Neue Gottesdienstordnung im Visier

Christoph Mense nahm als Unternehmensberater für St. Lucia nicht nur die neue Gottesdienstordnung ins Visier, sondern auch die Suche nach einem neuen Organisten. So könnte Ex-Landei Andreas Hanhart statt Orgel auf der Ukulele spielen.

Auch die KVSL-Prinzessin Simone Lenknereit tanzt plötzlich  mit

Wie es sich für eine ordentliche Karnevalssitzung gehört, fehlten auch Tanz und Musik nicht. In einer flotten Show beeindruckten nicht nur die Tänzerinnen der Showtanzgruppe des KCCF Steinhagen, sondern auch die Tänzerinnen der Harsewinkeler TSG-Turnabteilung. Zur Überraschung aller tanzte plötzlich auch KVSL-Prinzessin Simone Lenknereit mit. Sie trainiert die Gruppe gemeinsam mit Claudia Basel. Zum Schreien komisch waren auch die Einlagen der Tänzer vom KVSL-Männerballett. Johlenden Beifall gab es für das Harsewinkeler Kolpingorchester und die Playback-Piraten sowie das Tanzpaar der Roten Funken, Tiana Hahn und Finn Meyer-Wilmes, beide acht Jahre alt. Die Besucher waren der Meinung: Das war spitze!

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