Harsewinkel
In Harsewinkel fehlen Kita-Plätze

Harsewinkel (jau) - Vor einigen Jahren ist in Harsewinkel noch über die Schließung von Kindergartengruppen gesprochen worden. Jetzt sieht es anders aus: In allen drei Ortsteilen wächst der Bedarf an Kita-Plätzen. In Greffen wird bereits zum 1. August eine halbe Gruppe für Ü-3-Plätze benötigt.

Montag, 10.02.2020, 18:21 Uhr

Perspektivisch ist in Greffen außerdem von einer weiteren ganzen Gruppe die Rede. In Harsewinkel sind es ab dem Kita-Jahr 2021/2022 weitere vier Gruppen und in Marienfeld zusätzlich zwei.

Greffener Baugebiet schon in Überlegungen eingeflossen?

Marianne Tröster vom Kreisjugendamt ging in der Sitzung des Sozialausschusses auf den aktuellen Stand ein. „In Greffen haben wir mit den Trägern der beiden Kitas gesprochen. Die Awo hat gerade erweitert und sieht dafür keine Kapazitäten. Die katholische Kirche macht sich Gedanken über einen Anbau. Auch über Übergangslösung für die halbe Gruppe, die in diesem Sommer eingerichtet werden soll, wird nachgedacht. Aber es ist noch nichts spruchreif“, so Tröster, die innerhalb der nächsten zwei Wochen mit einem Signal aus der Kita St. Johannes rechnet. Christina Eichhorn-Hartmeyer (UWG) und Sandra Hoffmann (SPD) hakten nach, ob das neu geplante Greffener Baugebiet schon in die Überlegungen eingeflossen sei. Bisher noch nicht, sagte Marianne Tröster. „Wir werden das besprechen.“ Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD) ergänzte, dass die 24 Grundstücke für das Gebiet „Auf dem Venn I“ möglicherweise schon 2020 beziehungsweise 2021 veräußert werden könnten. Der Kreis rechnet mit 0,3 Kindern pro Wohneinheit.

Deutlich größerer Bedarf in Harsewinkel und Marienfeld

Ein deutlich größerer Bedarf, spätestens ab 2021, besteht in Harsewinkel und Marienfeld. Deshalb ist auch dort Eile geboten. Da eine Aufstockung in den bestehenden Kitas nicht in Frage kommt, sucht das Kreisjugendamt ab Montag, 10. Februar, über Interessenbekundungsverfahren nach Trägern für die neuen Kitas in Harsewinkel und Marienfeld.

Interessenbekundungsverfahren, um Träger zu finden

Wer Interesse hat, kann sich melden, so Tröster. Im Sozialausschuss am 19. März sollen den Politikern die Konzepte vorgestellt werden. Dann fällt auch eine Entscheidung darüber, wer die Trägerschaft übernimmt.

Gibt es schon Standorte?

Gibt es denn schon Standorte für die neuen Kitas? Jein. In Harsewinkel könnte sich die Stadt die neue Vier-Gruppen-Einrichtung auf dem Grundstück an der Thomas-Mann-Straße 2 vorstellen – angrenzend an die Tageseinrichtung Bullerbü. Das findet Regina Meißner-Schlömer (SPD) unglücklich. Ihr missfällt die Konzentration an Kindergärten an einem Standort. Außerdem gefällt ihr die Nähe zum viel befahrenen Prozessionsweg nicht. Sie brachte alternativ das Gebiet Auf den Middeln/Westlich der Steinhäger Straße ins Spiel. Davor warnte Stadtplaner Reinhard Pawel: „Wenn, müssten wir dort den Kindergarten im Gewerbegebiet unterbringen. Im Wohnbereich müsste man extra den Bebauungsplan ändern.“ An der Thomas-Mann-Straße sei das Grundstück hingegen für soziale Einrichtungen ausgewiesen.

Vorschläge für Marienfeld gesucht

Und wo könnte im Klosterdorf die neue Zwei-Gruppen-Kita (12 U-3- sowie 28 Ü-3-Plätze) entstehen? In Marienfeld hat die Stadtverwaltung noch kein spezielles Grundstück oder eine passende Immobilie ins Auge gefasst. Das soll über das Interessenbekundungsverfahren geklärt werden. Die Träger sind dazu aufgerufen, Vorschläge zu machen.  Eine Möglichkeit hat die Stadt allerdings doch noch in petto: die städtische Fläche rechts neben der Sporthalle am Ruggebusch könnte in Frage kommen. Dort gibt es aber derzeit kein Baurecht.

Kita auf dem Bauernhof wäre eine Option

Claudia Sternberg (UWG) erinnerte an das Angebot von Franz Kuckelmann, Eigentümer des Sägemühlen-Grundstücks und des Hofs daneben, dass in einer seiner Scheunen zwischen Marienfeld und Harsewinkel eine Bauernhof-Kita entstehen könnte. Das hatte er schon im Februar 2019 gegenüber der „Glocke“ öffentlich gemacht. Der Landwirt und Steuerberater hat auch schon vor einem Jahr weitergedacht und einen möglichen Träger ins Auge gefasst: die Genossenschaft Kita Natura mit Sitz in Schönberg (Holstein). Dieser Träger hat jetzt ebenfalls im Interessenbekundungsverfahren die Möglichkeit, seinen Hut in den Ring zu werfen.

Keine zusätzlichen Kosten für die Stadt

Insbesondere auch im Hinblick auf die angespannte Haushaltslage setzt die Verwaltung darauf, dass der Stadt für den Bau der Kitas keine zusätzlichen Kosten entstehen. Die Verwaltung empfiehlt daher einen Träger, der selbst bauen würde, oder einen Investor einschaltet, der ein Gebäude an den Träger vermietet. Eine Refinanzierung könne für den Investor laut Kibiz über die Kind- und Mietpauschalen erfolgen.

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