Harsewinkel
Spannende Ideen für Harsewinkel

Harsewinkel (jau) - Zugegeben, es gibt auf den ersten Blick griffigere Themen, die die Menschen bewegen. Der Gasthof Wilhalm etwa oder die Bahn. Wenn man genauer hinschaut, stecken selbst hinter dem sperrig anmutenden integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept, kurz Isek,  spannende Aspekte.

Sonntag, 01.03.2020, 10:35 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 11:01 Uhr

Dinge, die die Menschen in der Harsewinkeler Innenstadt betreffen. Rund 40 Interessierte – darunter die üblichen Verdächtigen aus Politik und Verwaltung – beteiligten sich am Donnerstagabend im Gasthof Wilhalm am ersten Bürgerforum zu dem Thema.

Stadt soll schöner werden

Der Auftakt, um über die künftige Gestaltung der Innenstadt zu sprechen. Kurz gesagt: Die Stadt soll schöner werden. Was steckt hinter dem Konzept? Ganz konkrete Dinge. Der Harsewinkeler Stadtplaner Reinhard Pawel nannte Beispiele, die sich am Abend ergeben haben und die auch mit den Themen Wilhalm und Bahn zu tun haben. Unter anderem geht es um den Bahnhof und den Weg von dort ins Zentrum. „Die Hauptverkehrsachse zwischen Bahnhof und Innenstadt ist die Jahnstraße. Dort sollten wir ein schönes Entrée schaffen“, so Reinhard Pawel.

Ein Biergarten auf dem Wilhalm-Parkplatz?

Stichwort Gasthof Wilhalm: Es wurde eine mögliche Aufwertung des Parkplatzes durch eine Außengastronomie angeschnitten. „Das ist von der Lage ein schönes Fleckchen mit Entwicklungspotenzial, das man interessanter gestalten könnte“, so Reinhard Pawel.

Den Abrooksbach wieder sichtbar machen

Stichwort Grün: Im Moddenbachtal wären unter anderem eine Stufenanlage bis zum Abrooksbach und Trittsteine im Gewässer möglich. Der zugewucherte Bach könnte wieder sichtbar gemacht werden. Ein großes Thema war die Mobilität: der Verkehr in der Innenstadt und die Parkplatzsituation. Die meisten Teilnehmer des Bürgerforums waren sich einig: Die Geschäfte müssen für die Kunden erreichbar bleiben. Genug Parkraum müsse vorhanden sein. Auch für Radfahrer und Fußgänger müsse ausreichend Raum zur Verfügung stehen.

Finger in die Wunde gelegt

Was sind die größten Probleme in der Innenstadt? Die beiden Stadtplaner Carsten Lottner vom Büro DSK und Roger Loh vom Büro Tischmann Loh, die den Prozess in Harsewinkel begleiten, legten unter anderem auch den Finger in die Wunde. Ein wunder Punkt ist der Standort des Froschbrunnens, der direkt an der Münsterstraße zu finden ist. „Die Lage ist nicht gerade ideal, wenn kleine Kinder dort spielen“, so die Experten.

Keine groben Defizite in Harsewinkel

Die Leerstände wurden ebenfalls angesprochen – allerdings seien sie nicht gravierender als in anderen Städten. Und ein Patentrezept gibt es dafür auch nicht. Als Außenstehende, die nicht aus Harsewinkel kommen, ist den beiden Stadtplanern der große, rot geklinkerte Komplex aus den 90er-Jahren am Tor zur Innenstadt an der Münsterstraße ein Dorn im Auge. Auch der versteckte Abrooksbach im Stadtpark fiel den Planern negativ auf. Ein Punkt, der verändert werden könnte. Im Vergleich zu anderen Kommunen sahen die Planer aber keine groben Defizite in Harsewinkel, die mit einem großen Sanierungsaufwand behoben werden müssten.

Längsparkplätze sind Senioren wichtig

Welche Überraschungen gab es beim Bürgerforum? Stadtplaner Reinhard Pawel sprach davon, dass gerade den älteren Autofahrern der Erhalt der Längsparkplätze – wie etwa die an der Gütersloher Straße – wichtig sind. Warum? Weil die älteren Menschen so besser einparken und wieder aus der Parklücke herauskommen können. „Gerade mit dem Rückwärtsfahren haben viele Senioren Probleme.“

Ein relativ großes Gebiet im Blick

Welches Gebiet wird in das Konzept einbezogen? Ein relativ großes: Es geht um den Innenstadtbereich. Auch der Bahnhof, das Moddenbachtal bis hin zum Frei- und Hallenbad und der Heimathof werden bei der Entwicklung betrachtet.

Förderung ist möglich: für die Stadt und Private

Was sind die Vorteile eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept? Durch die Beteiligung an der Konzeptentwicklung wird der Weg frei gemacht zu Fördermitteln des Landes – sowohl für die Kommune als auch für private Immobilienbesitzer, die etwa ihr Haus dämmen und die Optik aufwerten wollen. Die Förderung liegt bei 50 Prozent der Baukosten.

Beteiligung der Bürger ist auch online möglich

Wie geht es jetzt weiter? Die Stadtplaner werden die Ergebnisse jetzt sammeln. Wer das erste Bürgerforum verpasst hat, kann seine Anregungen auch übers Internet an die Verantwortlichen weiterleiten (www.innenstadt-harsewinkel.de). Dort können Interessierte virtuelle Stecknadeln an den Punkten setzen, von denen sie meinen, dass es Verbesserungspotenzial gibt. Darunter können sie eine kurze Anregung hinterlassen. Die ersten Ergebnisse werden in der Sitzung des Planungsausschusses im März vorgestellt. Im April und Mai sind weitere Bürgerforen geplant. Noch vor der Kommunalwahl im September soll das Konzept stehen, so dass auf dieser Basis bis Ende des Jahres Fördermittel beantragt werden können. Erste Maßnahmen könnten – wenn es grünes Licht für die Förderung gibt – ab 2021 angepackt werden.

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