Roland Jankowsky, der Kommissar aus Wilsberg, liest in Harsewinkel Köstlicher Krimi-Klamauk

Harsewinkel(WB). Weißwurst. Auch in ihrer letzten Stunde lechzt Eduardos sizilianische Mama ein letztes Mal nach der bayrischen Spezialität. Die Bedingung der todkranken alten Frau: Die Würschtel müssen von Carlo sein. Also schickt Eduardo seinen ebenfalls in mafiösen Kreisen verkehrenden Kumpel Luigi zum Spezialisten. Ein gefährlicher Auftrag.

Von Uwe Caspar
Lesung in der voll besetzten Aula des Harsewinkeler Gymnasiums: Petra Haverkemper und VHS-Leiterin Annegret Weber begrüßen den Wilsberg-Kommissar Roland Jankowsky.
Lesung in der voll besetzten Aula des Harsewinkeler Gymnasiums: Petra Haverkemper und VHS-Leiterin Annegret Weber begrüßen den Wilsberg-Kommissar Roland Jankowsky.

„Er kam ohne Weißwurst wieder und war durchlöchert wie ein Sieb“, liest Roland Jankowsky in der proppevollen Aula des Harsewinkeler Gymnasiums aus seinem Krimiband („Waffe weg! Over....“) vor. Als Herausgeber hat der „Wilsberg-Kommissar“ im besagten Buch skurrile Storys anderer Autoren vereint, kräftig gewürzt mit tiefschwarzem Humor. 300 Besucher hat der Kölner zu seiner köstlichen Krimi-Klamauk-Lesung angelockt, kein Stuhl ist mehr frei. „Das nächste Mal werde ich eine größere Halle buchen“, kündigt der Fernsehstar schmunzelnd an.

Jankowsky, der in der ZDF-Krimserie Wilsberg schon längst keine Randfigur mehr ist, unterhält das amüsierte Publikum bestens. Seine sonore Stimme kann auch in höhere Tonlagen wechseln – wie zum Beispiel bei der keifenden Weißwurst-Mutti, deren letzter Mahlzeit-Wunsch nicht erfüllt wird. Auch seine eindrucksvolle Mimik inklusive Gesten lassen bei dieser Lesung nie Langeweile aufkommen. Da wundert man sich, dass das schauspielerische Multitalent („Jetzt singe ich auch noch...“) abgesehen von „Wilsberg“ nur selten im Fernsehen auftaucht.

„Jetzt singe ich auch noch...“

Der Vorleser mit Piff und Witz baut mitunter Randgeräusche in seinen famosen Vortrag ein. Als vor dem Schulgebäude ein Auto hupt, ruft Jankowsky: „Ruhe da draußen!“ Als auf der Bühne ein Husten zu vernehmen ist, vermutet der 56-Jährige (er hatte vergangenen Sonntag Geburtstag): „Das ist wohl der Hausmeister.“ Und als plötzlich ein Kurzschluss sein Mikrofon vorübergehend lahmlegt, zuckt Jankowsky zusammen und scherzt: „Fast hätte die Schlagzeile geheißen: Schauspieler erleidet Herzinfarkt in Harsewinkel.“

Obwohl zwischen dem Wilsberg-Drehort Münster und der Mähdrescherstadt nur 35 Kilometer liegen, räumt Roland Jankowsky ein: „Den Namen Harsewinkel habe ich vorher noch nie gehört.“ Jetzt kennt er Harsewinkel – und bei seinem Antrittsbesuch sind ihm im Dunkeln Kinder und Jugendliche auf unbeleuchteten Fahrrädern aufgefallen. „Radeln ohne Licht – dafür gibt’s bei uns in Köln ein Knöllchen“, bittet Jankowsky die in der Aula sitzenden Eltern, mehr auf ihren Nachwuchs zu achten. Beifall brandet auf.

In der Pause gibt’s für den Protagonisten keine Pause. Geduldig signiert er seine Bücher und erfüllt jeden Selfie-Wunsch. Inzwischen zählt auch Klaus Helmsorig zu seiner Fangemeinde. Der Gütersloher (52): „Am Anfang fand ich Overbeck noch bescheuert, jetzt aber ist er mein Wilsberg-Lieblingsdarsteller.“ Ein dickes Kompliment für den Kommissar.

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