Sternsinger ziehen durch die Straßen – Teilnehmerzahl sinkt ständig
Im Einsatz für Kinder in Libanon

Harsewinkel (WB). Ein Stück Normalität und Frieden für Kinder im Libanon – so lautete das erklärte Ziel der diesjährigen Sternsingeraktion. Mehr als 100 junge Sternsinger waren dafür am Samstag in Greffen und Harsewinkel im Rahmen des 61. bundesweiten Dreikönigssingens unterwegs. Unter dem Motto „In Frieden aufwachsen im Libanon und weltweit“ stellten sie sich als ehrenamtliche Überbringer des Wortes und Segens Gottes in den Dienst der guten Sache.

Dienstag, 07.01.2020, 08:15 Uhr aktualisiert: 07.01.2020, 08:20 Uhr
Die Sternsinger der Harsewinkeler St.-Lucia-Gemeinde stellen sich nach dem Gottesdienst für ein Erinnerungsfoto auf. Foto: Gabriele Grund

Gehüllt in die prachtvollen Gewänder der Heiligen Drei Könige machten sie ihre Solidarität mit dem Motto auch nach außen deutlich. In kleine Grüppchen eingeteilt und von Erwachsenen begleitet wanderten die Kinder und Jugendlichen von Tür zu Tür. Zum Dank für Spenden segneten sie Tür- und Hauseingänge mit dem Segensspruch „20 + C + M + B + 20“. Über viele Stunden hinweg klingelten die jungen Botschafter an Haustüren, klopften an Deelentore und sangen Lieder.

Doch es ziehen dunkle Wolken auf. „Als ich vor 40 Jahren mit der Aktion begonnen habe, waren noch mehr als 200 Sternsinger im Einsatz. Heute sind wir froh, dass wir 51 Kinder in 17 Gruppen zusammen bekommen“, sagte Helga Kordein, Sternsinger-Organisatorin für die Lucia-Gemeinde. Von insgesamt 30 Bezirken konnten deshalb nur 17 bedient werden. Im Vorjahr waren es noch 85 Teilnehmer. Um alle Bezirke anzusteuern, hätte es mehr als 110 gebraucht. „Wir hören sehr oft, dass die Kinder wohl Interesse haben, aber die Eltern machen nicht mehr mit. Die sind einfach nicht mehr bereit, für das Sternsingen einen Samstagmorgen zu opfern. Dazu kommt, dass diesmal noch viele Familien im Urlaub sind und dass es in den Schulen immer weniger katholische Kinder gibt, denn Jungen und Mädchen anderer Glaubensrichtungen sehen im Sternsingen einfach keinen Sinn“.

17 von 30 Bezirken besetzt

Um die beteiligten Kinder und Eltern möglichst wenig in die Vorbereitungen einzubinden, fand am vorigen Donnerstag nur ein Treffen statt. Dabei wurden das Spendenziel erklärt, die Kostüme ausgesucht, die Bezirke aufgeteilt und Lieder einstudiert. Schwerpunkt bildeten neben der Harsewinkeler Innenstadt auch die Bauerschaften. „Wir wissen, dass wir dort immer sehnlichst erwartet werden“, so Helga Kordein.

Darf man der Weihnachtsgeschichte glauben, folgten die drei weisen Könige Caspar, Melchior und Balthasar aus dem Morgenland dem Stern von Bethlehem, um den Weg zum Jesus-Kind zu finden. Diese Überlieferung bildet alljährlich den inhaltlichen Schwerpunkt der Aussendungsgottesdienste, wie ihn auch Pastoralreferent Matthias Mönig in der St. Lucia-Kirche gehalten hat.

Ob die bisherige Spendenbereitschaft der Bürger auch in diesem Jahr wieder großzügig war, zeigen die Auszählungen der Spendendosen in den nächsten Tagen. In den vergangenen Jahren wurden stets mehr als 10.000 Euro eingenommen. Matthias Mönig dankte den Kindern, aber auch ihren Eltern, die die Gruppen während des Rundgangs begleiteten, für die ehrenamtliche Unterstützung.

In Greffen haben sich 30 Kinder an der Sternsingeraktion beteiligt. „Mit dieser hohen Anzahl  konnten wir alle zehn Bezirke besetzen“, freute sich Erika Langer, Leiterin der Sternsingeraktion. Ihren Dank zollte sie allen Eltern und Helfern. Nach der Segnung von Kreide, Segensschildern und der Sternsinger selbst durch den leitenden Pfarrer der Pfarrei St. Lucia André Pollmann, der auch den Aussendungsgottesdienst in der Johannes-Kirche hielt, strömten die jungen Christen voller Tatendrang aus. Insgesamt 3700 Euro kamen dabei zusammen.

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