Gasthof Wilhalm: Liberale fordern Machbarkeitsstudie
Kritik am „Zick-Zack-Kurs“

Harsewinkel (WB). Auch im neuen Jahr nimmt das Theater um den Gasthof Wilhalm kein Ende. Die FDP, die zwar (noch) nicht im Stadtrat sitzt, hat sich in Form eines Bürgerantrages an die Stadt Harsewinkel gewandt. Die Liberalen fordern eine „seriöse und fundierte Projektentwicklungsrechnung unter Berücksichtigung einer Machbarkeitsstudie“.

Samstag, 04.01.2020, 08:45 Uhr aktualisiert: 04.01.2020, 09:00 Uhr
Der Gasthof Wilhalm und kein Ende: Die FDP fordert eine Machbarkeitsstudie. Und erhält Unterstützung von der CDU. Foto: Winkelkötter

Die Stadt habe die stadtbildprägende Immobilie „zu einem exorbitant hohen Preis gekauft“, es sei aber nicht gelungen, das künftige Schicksal des Gebäudes endgültig zu klären oder ein schlüssiges Konzept zu erarbeiten, so die Unterzeichner des Antrages, Wolfgang Schwake, Andreas Hanhart und Sonja Hirsch. „Braucht die Stadt Harsewinkel überhaupt eine ehemalige Gaststätte in ihrem Eigentum?“, fragen die Antragsteller und werfen dem Rat und der Verwaltung, allen voran Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide, einen „Zick-Zack-Kurs“ vor, der die Harsewinkeler Bevölkerung verunsichere.

Forderung: Projekt soll Chefsache werden

„Jede Antwort und Verlautbarung der Bürgermeisterin in den Gremien führten zu mehr Verunsicherungen als zur Versachlichung und Aufklärung“, so der Vorwurf. Die Unterzeichner fordern, „dass die Bürgermeisterin dieses kosten- und prestigeträchtige Projekt eindeutig zur Chefsache erklärt und eine Machbarkeitsstudie erarbeiten lässt“. Der FDP habe zwar von vielen Harsewinkelern gehört, dass sie für den Erhalt des Gasthauses sind – allerdings müsse eine vernünftige Lösung her.

Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide erklärt dazu, das Ansinnen des FDP-Stadtverbandes berücksichtige nicht den derzeitigen Stand der Beschlüsse und der Diskussion. Immerhin sei die Agentur Projaegt aus Ahaus damit beauftragt worden, ein Konzept zu erarbeiten, eine Informations- und Nutzungsveranstaltung dazu werde am 11. Februar stattfinden.

Unterstützung von der CDU

Unterstützung erhält die FDP unterdessen von der CDU – die bekanntlich schon immer gegen den Kauf des Gasthofes war. Die CDU sei „in den allermeisten Punkten“ genau der Auffassung der FDP, betont Sprecherin Dr. Angelika Wensing in einer Stellungnahme. „Wir haben uns vor und während des Kaufprozesses vehement dafür ausgesprochen, erstmal den Zustand des Gebäudes bewerten zu lassen und zu überlegen, ob und wenn ja wofür wir dieses erwerben wollen. Dies wurde von der Bürgermeisterin und den anderen Parteien im Rat stets als nicht wichtig erachtet. Hier ging ganz klar Tempo vor Gründlichkeit und der Wunsch, etwas zu haben, stand dem Gedanken der Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit dieses Kaufs stets im Weg.“

Nun liefen die Ideen auf „ein zweites Bürgerhaus“ hinaus, das dann auch von der VHS genutzt werden könne. Dr. Wensing: „Den wunderbaren Gasthof mit seinen sympathischen Wirtsleuten bringt uns das leider nicht zurück. Die Illusion der Bürgermeisterin von einer Zwischennutzung hat sich, wen wundert‘s, auch in Luft aufgelöst.“ Es sei schwer, noch umzusteuern, aber es sei an der Zeit, die Träume mit der Realität abzugleichen.

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