Politik macht Mangel an Fahrradgeschäften in der City zum Thema
Platte Reifen bereiten Probleme

Harsewinkel (WB). »Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Rad zu fahren«, sagte einst US-Präsident John F. Kennedy. Auch in Harsewinkel ist das Fahrrad ein beliebtes Fortbewegungsmittel. Schwierig wird es allerdings, wenn der Drahtesel kaputt ist.

Freitag, 06.09.2019, 09:19 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 09:22 Uhr
Egon Rahe hat 35 Jahre lang Fahrräder auf persönlichen Wunsch individuell kreiert und sie an den sportlichen Harsewinkeler gebracht. Nach und nach hat er sich aus dem Geschäft an der Sienstraße 1 zurückgezogen. Foto: Isabell Waschkies

Denn das Angebot an Fahrradhändlern und -werkstätten hat in den vergangenen Jahren im Stadtgebiet stark abgenommen. So stark, dass die UWG sich nun berufen fühlte, das Thema politisch zu beleuchten. Sprecher Johannes Sieweke wollte von der Verwaltung wissen, welche Planungs- und Gestaltungsmöglichkeiten es gibt, in der Innenstadt einen Fahrradhandel und -reparaturbetrieb anzusiedeln.

Die Antwort von Markus Wiegert vom Stadtmarketing im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss am Mittwochabend fiel allerdings eher ernüchternd aus. »Wünschenswert wäre es, aber planerisch ist da nichts zu machen«, ließ Wiegert wissen. Machte aber auch deutlich, dass er möglichen Interessenten natürlich helfen würde, zum Beispiel bei der Suche nach dem richtigen Ladenlokal.

Sortimentserweiterung um Elektrofahrräder

Aktuell gibt es in Harsewinkel an der Ostheide noch das Fahrradgeschäft Breitenstein und das Fahrrad-Fach-Werk auf dem Bessmann-Gelände in Marienfeld, nachdem Zweirad Laumann und Bike-Design-Rahe ihre Geschäfte geschlossen haben und die Werkstatt Haßmann in Marienfeld zu einem reinen Kfz-Betrieb geworden ist. Die Inhaber der verbleibenden Geschäfte beschreiben die Nachfrage nach Rädern und Reparaturen als permanent hoch, wusste Markus Wiegert zu berichten. Vor allem in der Fahrrad-Hochsaison sei mit Wartezeiten zu rechnen.

Der Wirtschaftsförderer hat von beiden Inhabern erfahren, dass beide vom Fachkräftemangel betroffen sind. Ein Umzug in die Harsewinkeler Innenstadt komme für beide Geschäftsleute nicht in Frage, weil sie am Standort gewachsen seien. Die Situation sei in Harsewinkel aber keine Ausnahme,  woanders sähe es auch nicht anders aus. Wiegert berichtete außerdem, dass die Werkstatt Kelm am Westfalendamm, die sich bislang im Bereich Autos und Motorräder einen Namen gemacht hat, die Erweiterung ihres Sortiments um Elektrofahrräder plane.

Repaircafé ist im Gespräch

Auch wenn Wiegert im Fachausschuss keine wirkliche Lösung aufzeigen konnte, betonte er doch, dass es gut sei, auf solche Themen das Augenmerk zu lenken. »Vielleicht denkt ja jemand darüber nach, sich zu verändern oder ein Start-Up-Unternehmen in diesem Bereich zu gründen. Dies würde natürlich von uns entsprechende Unterstützung erhalten.«

Mit Blick auf die sehr präsente Umweltschutzdebatte, auf verstopfte Innenstädte und volle Parkplätze biete diese Branche vielleicht noch eine Chance. Im Gespräch für Harsewinkel ist übrigens auch ein Repaircafé, wo defekte Räder günstig wieder hergestellt werden könnten. Im Rahmen der Antragstellung »Dritte Orte« für den Gasthof Wilhalm ist ein Repaircafé aufgeführt. Die Verwaltung behält den Ansatz im Blick, ob ein solches am Gasthof Wilhalm oder auch an anderer Stelle eingerichtet werden kann.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6903998?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730032%2F
SEK-Einsatz in Bad Oeynhausen
Für einen Polizeieinsatz, auch mit Beamten eines SEK, ist das Restaurant „New Orleans“ in der Bad Oeynhausener Innenstadt weiträumig mit Flatterband abgesperrt. Foto: Christian Müller
Nachrichten-Ticker