Was die Bürgermeisterin zu ihrem 60. Geburtstag privat und beruflich bewegt
Kummer macht ihr nur die Welt

Harsewinkel (WB). Seit 15 Jahren ist sie Bürgermeisterin in Harsewinkel. An diesem Donnerstag wird sie 60 Jahre alt. Sabine Amsbeck-Dopheide kann aktuell auf mehrere (halb-)runde Zahlen in ihrem Leben blicken. Im Interview mit WESTFALEN-BLATT-Redakteurin Stefanie Winkelkötter spricht sie über ihren runden Geburtstag, Wünsche und Ziele für die Zukunft.

Donnerstag, 05.09.2019, 08:45 Uhr aktualisiert: 05.09.2019, 09:01 Uhr
Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide erhält Blumen und einen feuerroten Herzballon zur Wiederwahl im Jahr 2014. Ein guter Grund zu feiern – wie heute zum 60. Foto: Elke Westerwalbesloh

Wie feiert eine Bürgermeisterin ihren 60. Geburtstag?

Sabine Amsbeck-Dopheide: In der Vincenzstraße ist es üblich, dass die Nachbarn ab 60 Jahre eine bekränzte Jahreszahl im Vorgarten der »Jubilarin« aufstellen. Das passiert immer einen Tag vor dem Geburtstag, also bei mir am 4. September. An diesem Tag findet die Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss statt. Ich hoffe, den Nachbarn schmecken die kühlen Getränke, so dass sie noch da sind, wenn ich komme. Ansonsten feiere ich mit Familie und den liebsten Freundinnen, die mich seit Jahrzehnten durch Dick und Dünn begleiten. (Das Interview wurde vor der politischen Sitzung geführt, Anm. d. Red.)

Was bringt Sie so richtig auf die Palme?

Amsbeck-Dopheide: Mir fällt aktuell nichts ein. Meist bin ich auch schnell wieder runter.

Wann haben Sie zuletzt etwas Verrücktes gemacht und was war es?

Amsbeck-Dopheide: Vielleicht das Taschenprojekt? (Auf Anregung der Bürgermeisterin haben Ehrenamtliche Taschen gehäkelt, deren Verkaufserlöse dazu verwendet werden, Bäume zu kaufen und zu pflanzen; Anm. d. Red.).

Welche Wünsche haben Sie privat und für die Stadt?

Amsbeck-Dopheide: Mein Vater hätte mir gewünscht: Bleib‘ gesund und zahlungsfähig. Das mache ich mir zu eigen. Das Enkelkind Helene (7) fragte: »Oma bist Du Dir sicher, dass Du Dir kein Kaninchen wünschst?« Nein, bin ich nicht...

Wo in Harsewinkel drückt Ihrer Meinung nach aktuell am meisten der Schuh?

Amsbeck-Dopheide: Harsewinkel lebt zu mehr als 60 Prozent vom Export. Die Welt ist unruhig. Das wirkt sich bekanntlich auf Handelsbeziehungen aus und damit voraussichtlich auch auf unsere städtischen Einnahmen. Zudem muss sich die Landwirtschaft an Klimaveränderungen anpassen und Landwirte müssen Geld erwirtschaften für Investitionen. Auch das macht Sorgen mit Blick auf Trockenheit, Ernteausfälle etc.

Was sind Ihre Pläne mit Blick auf die Kommunalwahl 2020? Werden Sie erneut für das Amt der Bürgermeisterin kandidieren?

Amsbeck-Dopheide: Ich warte ab, wie anstrengend das Leben mit 60 ist …..

Was wollen Sie bis dahin noch geschafft haben?

Amsbeck-Dopheide: Verwaltung ist nie fertig. Ich möchte so gut wie möglich meine Arbeit machen.

 

Kurze Einschätzung....

... zum Gasthof Wilhalm: Möglichst bald soll wieder ein Gastwirtspaar den Gasthof mit Leben füllen. Gleichzeitig soll ein Nutzungskonzept erarbeitet werden, das langfristig gewerbliche gastronomische Nutzung und öffentliche Angebote miteinander vereinbart.

... zum Freibad: Der Spatenstich für den Bau des Freibades erfolgte rund um meinen Geburtstag am 5. September 1959. Eröffnet wurde es am 4. September 1960 für ein paar Tage in der Saison, weil die Arbeiten solange dauerten. Das soll jetzt schneller gehen. Ich hoffe sehr, dass wir 2020 eine volle Badesaison haben werden und das runderneuerte Freibad allen gefallen wir. Vielleicht ist 60 gar nicht so alt?

... zur TWE-Reaktivierung: Die Reaktivierung ist wichtig. Der Güterverkehr wird dadurch erhalten. PKWs auf der B513 können reduziert werden. Dafür muss der Zug attraktiv werden durch Mobilstationen, wo E-Autos und Pedelecs geladen werden können, durch attraktive Züge, in denen die Fahrtzeit sinnvoll genutzt werden kann zum Arbeiten oder zum Streamen mit Netflix.

... zum Jugendhaus Trockendock: Mit der neuen Leitung hat das Trockendock schon einen guten Neustart gehabt. Der Bauantrag für die neuen Räume ist gestellt. Dann werden die Kinder und Jugendlichen Platz haben, den sie mitgestalten können.

... zur Akquirierung von Fördermitteln: So viele Fördermittelprogramme, wie derzeit ausgeschrieben werden auf den verschiedenen Ebenen, habe ich bisher nicht erlebt. Das ermöglicht Rat und Verwaltung Maßnahmen, die wir uns gegebenenfalls nicht geleistet hätten. Aber Vorsicht ist geboten wegen der laufenden Folgekosten.

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