Chiara Wöhle (27) arbeitet für Bielefelder Hightech-Unternehmen
Diese Drohnen sind kein Spielzeug

Harsewinkel (WB). Chiara Wöhle übt zwei Jobs aus, wie sie unterschiedlicher kaum sein können: In der Mähdrescherstadt ist die 27-Jährige Herausgeberin eines digital erscheinenden Stadtmagazins. Und im Öko-Tech-Park in Windelsbleiche unterstützt sie als Assistentin ihrer zwei Chefs die auf Industrie-Drohnen spezialisierte Firma »Third Element Aviation«.

Mittwoch, 07.08.2019, 08:45 Uhr aktualisiert: 07.08.2019, 09:00 Uhr
Wie eine riesige Spinne sieht diese Spezialdrohne aus, präsentiert von Firmen-Mitinhaber Benjamin Wiens und seiner Assistentin Chiara Wöhle. Das Unternehmen »Third Element Aviation« produziert individuell angefertigte Drohnen für die Industrie. Foto: Uwe Caspar

»Eher zufällig bin ich zu meinem zweiten beruflichen Standbein gekommen«, erzählt die in Harsewinkel aufgewachsene junge Dame, seit einem Jahr in Diensten des 2017 von Marius Schröder und Benjamin Wiens gegründeten Start-Up-Unternehmens. Schröders Mutter Eva Appelhans-Schröder ist praktizierende Ärztin in Harsewinkel, über sie kam auch der Kontakt zustande.

Eine Frau in einem hochmodernen Technikberuf – damit hat zumindest Chiara keine Probleme: »Ich finde das sehr spannend, habe mich hier schnell eingelebt«, sagt Wöhle, die über Entwicklung und Einsätze der außergewöhnlichen Flugobjekte inzwischen bestens informiert ist. »Übernehmen eure Drohnen auch den Pizza-Service?», wird die TEA-Mitarbeiterin manchmal gefragt, was bei ihr stets ein Schmunzeln auslöst. »Unsere Drohnen sind kein Spielzeug und werden auch nicht von Amazon versendet«, entgegnet dann Chiara lächelnd.

Schon rein preislich heben sich die rund 10 Kilo schweren Minihelikopter von normalen Drohnen deutlich ab: Ab 10.000 Euro aufwärts vertreibt die in einem alten Wasserturm ansässige TEA ihre fliegenden Beobachter, die je nach Kundenwunsch mit individuellen Software-Messdaten, Radar und hochwertigen Kameras bestückt sind. Da kann der Preis schon mal steil nach oben klettern. Chiara Wöhle: »Wir haben schon eine Drohne für 85.000 Euro verkauft.«

Zum Einsatz kommen die TEA-Produkte, die vorher auf einer Freifläche im Öko-Tech Park getestet werden, sogar an Uran-Bergbaustandorten wie in Kasachstan und Tadschikistan. Wobei mit Hilfe einer sogenannten Gammaspektrometrie die radioaktive Belastung untersucht wird. Zudem ist TEA an einem geplanten Projekt im Tschad (Zentralafrika) beteiligt. Im Kreis Gütersloh gibt es bisher eine Zusammenarbeit mit dem Harsewinkeler Landmaschinen-Hersteller Claas. Der Fokus ihrer Firma richte sich laut Chiara Wöhle immer stärker auf die Landwirtschaft. Es gebe auch viele andere Bereiche, in denen die rotierenden Superflieger wertvolle und kostensparende Dienste leisten können. »Zum Beispiel an Offshore-Standorten, die nur für Drohnen erreichbar sind«, ergänzt Wöhle.

Elf Angestellte beschäftigt das expandierende Unternehmen, das seine Ware in eigener Werkstatt zusammenbaut. Im Jahr 2018 wurden zehn »Helis« abgesetzt. Benjamin Wiens sieht noch viel Luft nach oben: »Nächstes Ziel: Die Produktion der Drohnen verdoppeln.«

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