Vor 100 Jahren macht Claas Harsewinkel zur Mähdrescherstadt
Mit dem Knoter kommt der Erfolg

Harsewinkel (WB). Gegründet wurde das Unternehmen zwar bereits im Jahr 1913, doch erst 1919 begann die unvergleichliche Erfolgsgeschichte des Landmaschinenherstellers Claas. Vor genau 100 Jahren erfolgte der Umzug in die Stadt, die heute sogar den offiziellen Beinamen »Die Mähdrescherstadt« trägt.

Samstag, 06.07.2019, 09:42 Uhr aktualisiert: 06.07.2019, 10:06 Uhr

Unternehmen am 8. April 1913 gegründet

Am 7. Juli 1919 erwarb Firmengründer August Claas das stillgelegte Hartsteinwerk, direkt am Ortsausgang an der Straße nach Greffen gelegen. Dieses 1500 Quadratmeter große Gelände hielt er für geeignet, sein sechs Jahre zuvor in Clarholz-Heerde aus der Taufe gehobenes Unternehmen neu aufzubauen. Gegründet hatte er das Gewerbe am 8. April 1913 auf dem Hof der Eltern, Franz und Maria Claas. Er beschäftigte zu Beginn zwei Schlosser und einen Hilfsarbeiter.

Neustart in Harsewinkel

Im folgenden Jahr traten die August Claas’ Brüder Bernhard und Franz junior ins Unternehmen ein, Bruder Theo kam erst 1935 als Teilhaber dazu. Der Erste Weltkrieg brach aus, August, Bernhard und Franz Claas wurden eingezogen, in ihrer Abwesenheit wurden das Haus und der Hof in Heerde zwangsversteigert. Nach ihrer Rückkehr standen die Brüder vor dem Nichts. Es folgte der Neustart in Harsewinkel.

Legendärer Knoterhaken patentiert

Zunächst produzierte das Unternehmen leistungsfähige Strohbinder. Ein verbesserter Knoter verarbeitete das damals schlechte Bindegarn sicher zu einem festen Knoten für die Strohbündel. Der legendäre Knoterhaken mit der begrenzt beweglichen Oberlippe wurde 1923 unter der Nummer 414212 patentiert.

Neue Ära für die Landwirte

1936 ging dann der erste für europäische Ernteverhältnisse geeignete Mähdrescher in Serie. Für die Landwirte begann eine neue Ära, und Claas erreichte durch diese Maschine seine internationale Bedeutung. 1958 trat Helmut Claas ins elterliche Familienunternehmen in Harsewinkel ein, vier Jahre später wurde er zum Geschäftsführer bestellt. Helmut Claas, der am 16. Juli 93 Jahre alt wird, galt stets als Entwickler zukunftsweisender Produkte. Über 100 Patente tragen seinen Namen. Unter seiner Regie wurde der erfolgreiche Mähdrescher mit Namen Dominator entwickelt, und in seine Ära fiel auch die Konstruktion des Großmähdreschers Lexion, den das Unternehmen 1995 vorstellte. Am 29. Juni 2016 meldete Claas: »Der 50.000. Lexion rollt vom Band.« Die Mähdrescher bestehen mittlerweile aus über 50.000 Bauteilen. In ihrem Inneren verlaufen 4000 Meter Stromkabel und 215 Meter Hydraulikleitungen. Zu einer Erfolgsgeschichte entwickelte sich auch der Jaguar-Feldhäcksler. Nach den Wirtschaftswunderjahren, als die Nachfrage nach Landmaschinen abnahm, wurde das Unternehmen umfassend modernisiert und strategisch neu ausgerichtet. Die Produktpalette wurde erweitert, der Wandel vom reinen Mähdrescherspezialisten zu einem breit aufgestellten Erntespezialisten vollzogen. Claas beschäftigt heute über 11.000 Mitarbeiter weltweit, davon 2300 in Harsewinkel, und erzielte im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro.

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