Verwaltung will Schadstoffe vor der Freibadsanierung entfernen lassen
Wohin mit dem PCB?

Harsewinkel (WB). Der Schadstoff PCB hat der Stadt Harsewinkel bereits einen Strich durch diese Freibadsaison gemacht – bekanntlich fällt das Badevergnügen unter freiem Himmel in diesem Jahr aus. Bevor die Sanierung im September beginnt, will die Stadtverwaltung die Giftstoffe aus den Becken entfernen lassen.

Freitag, 05.07.2019, 08:45 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 08:50 Uhr
Im Rutschebecken ist kein Wasser – hier haben die Gutachter per Wischprobe den Giftstoff PCB festgestellt. Foto: Winkelkötter

Dies sei der sichere Weg, sagt Christoph Dammann von der Stadtverwaltung. Weil die Edelstahlbecken, die im Zuge der Sanierung entstehen, in die vorhandenen Becken eingebaut werden, wolle man auf Nummer sicher gehen, berichtet Dammann, Leiter der Fachgruppe Tiefbau.

Damit tut die Stadt sogar mehr, als sie eigentlich müsste, denn laut des Schadstoffgutachters vom IFUA-Institut bestehe für PCB-haltige Materialien »keine grundsätzliche Sanierungserfordernis«. Das Becken solle lediglich so eingerichtet werden, dass künftig kein direkter Hautkontakt mit den verbliebenen Farben möglich ist und entsprechende Zwischenräume abgedichtet werden. Erst bei einem endgültigen Abbruch des Beckens müsste der Anstrich dann entsprechend entsorgt werden.

Laut Gutachter reicht Abdichtung

»Auch wenn der Gutachter vorschlägt, das PCB im Becken zu lassen und das Becken nur vernünftig abzudichten, schlagen wir vor, es trotzdem komplett zu entfernen«, erklärt Dammann. In der kommenden Woche entscheidet der Stadtrat, ob dafür 70.000 Euro investiert werden sollen. Die Sitzung beginnt am Mittwoch, 10. Juli, um 17 Uhr.

»Wenn der Edelstahl erstmal eingebaut ist, kommen wir an die Schadstoffe nicht mehr heran. Und wer weiß, ob es nicht irgendwann eine Anordnung gibt, dass sie doch entfernt werden müssen«, will Dammann auch für die Zukunft vorsorgen. Dazu sei auch fraglich, ob der Nachweis einer hermetischen Abdichtung für alle Zeiten gewährleistet werden könne. Das Risiko, dass eine Abdichtung nicht auf Dauer funktioniere, sei zu hoch.

Arbeiten beginnen nach der Sun Swing Poolparty

Wenn alles klappt und der Stadtrat grünes Licht gibt, sollen die Arbeiten zur Entfernung der Giftstoffe am Montag, 12. August, beginnen – unmittelbar nach der Sun Swing Poolparty, die am 10. August steigt und Planschvergnügen zumindest in Form eines großen oder mehrerer kleiner aufstellbarer Pools ermöglichen will. Was es die Stadt kostet, dass das Freibad diese Saison geschlossen bleibt, weiß Dammann übrigens nicht. Er habe aber schon mit einem weinenden Auge registriert, dass andere Freibäder in der Region an den heißen Tagen bereits Besucherrekorde verzeichneten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6749088?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730032%2F
Skigebiete im Sauerland stellen Weichen
Skifahrer sitzen auf einem Sessellift im Skigebiet Winterberg. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker