Stadt präsentiert Mehrwegbecher und favorisiert selbst eine Tasse
Welcher darf’s denn sein?

Harsewinkel (WB). Tausende Pappbecher werden jeden Tag weggeschmissen, die Stadt Harsewinkel hat genug: Coffee to go wird nun in Mehrwegbechern verkauft – mit Pfand. Noch dazu könnte es einen Stadtbecher geben.

Mittwoch, 03.07.2019, 07:09 Uhr
Der Coffee-to-go-Becher aus Kunststoff ist eine Variante. Die andere ein Premium-Becher aus einer Porzellan-Stahl-Kombination (Foto). Da würde es allerdings Schwierigkeiten mit dem Logo-Druck geben. Foto: Stadt Harsewinkel

Zumindest hat Marketingexperte Markus Wiegert das ein oder andere Modell ausgearbeitet. Der Hauptausschuss kann sich heute Abend damit befassen – »und erstmal signalisieren, ob es überhaupt einen weiteren Becher geben soll«, sagt Wiegert im Gespräch mit dieser Zeitung.

Mit dem Pfandbechersystem ändert sich die Ausgangslage für den städtischen Becher.

Marketingexperte Markus Wiegert

Für viele ist es ein Morgenritual: Vor der Arbeit noch schnell zum Bäcker und einen Kaffee mitnehmen. Der Pappbecher wandert dann nach dem Verzehr mit Plastikdeckel in den Müll. 320.000 Becher werden nach Angabe der Deutschen Umwelthilfe stündlich in Deutschland verbraucht – pro Jahr kommen also fast drei Milliarden zusammen.

Grünen hatten Einführung angestoßen

Deshalb setzt die Stadt nun auf Mehrwegbecher. Die Harsewinkeler Grünen um Ortsverbandssprecher Juan Carlos Palmier haben die Einführung der Mehrwegbecher angestoßen. Zunächst hat sich Harsewinkel dem Pfandbechersystem der GEG und der Bäckerinnung im Kreis Gütersloh und Warendorf angeschlossen. »Ein Pfandsystem wäre auf örtlicher Ebene wegen der kleinen Dimensionierung gar nicht umzusetzen gewesen«, erklärt Wiegert, dass die Betriebe in Harsewinkel bereits Anfang Juni über das Pfandsystem und die Anmeldung informiert worden sind.

Die einfarbigen, grünen Becher ohne Logo können dann zum Beispiel beim Bäcker erworben werden. »Mit dem Pfandbechersystem ändert sich die Ausgangslage für den städtischen Becher«, erklärt der Experte. Und so denkt die Verwaltung nun nicht mehr nur über einen Mehrwegbecher mit Stadtlogo nach, sondern auch über eine Porzellantasse mit Henkel, die das Stadt-Motiv trägt. »Während mit den anderen Bechern die Coffee-to-go-Klientel bedient würde, die letztlich auch einen Pfandbecher verwenden könnte, wäre hiermit das Signal gegeben, den Kaffee nicht im Laufen, sondern in Ruhe im Sitzen zu genießen«, berichtet Wiegert von der Idee dahinter.

Auf dem Stahlbecher könnten wir, so wie es aussieht, nicht das vielfarbige Logo platzieren.

Marketingexperte Markus Wiegert

Zur Diskussion stehen nun ein Coffee-to-go-Becher aus Kunststoff mit vielfarbigem Harsewinkel-Logo, der für 5 Euro verkauft werden könnte. Ferner eine Premium-Variante, die aus einer Porzellan-Stahl-Kombination besteht. Der Verkaufspreis liegt dann bei 15 bis 20 Euro. »Auf dem Stahlbecher könnten wir, so wie es aussieht, nicht das vielfarbige Logo platzieren«, weiß Markus Wiegert, dass es dann eingraviert werden müsste – oder eben mit Folie beklebt.

Porzellanbecher mit Henkel als dritte Variante

Die dritte Variante ist dann der Porzellanbecher mit Henkel als einfache »Stadt-Tasse«, der nach einer Einführung ebenfalls fünf Euro kostet, aber nichts mehr mit Coffee to go zutun hat. Diesen würde die Verwaltung bevorzugen. Doch werden erstmal die Politiker eine Entscheidung fällen müssen – Coffee to go oder eben nicht.

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