Martinssonntag: Rettungsversuche laufen über Politik und Aktionen
Nach 31 Jahren droht das Aus

Marienfeld (WB). Seit 31 Jahren gibt es in Marienfeld den Martinssonntag. Zu diesem Termin im November treffen sich Groß und Klein im Dorf, gehen auf dem Trödelmarkt auf Schnäppchenjagd, folgen St. Martin auf dem Pferd und genießen viele andere Angebote. Der Martinssonntag steht nun aber auf der Kippe, weil ein Gesetz den großen Unternehmen an der B 513 verbietet, sonntags zu öffnen.

Samstag, 08.06.2019, 08:45 Uhr aktualisiert: 08.06.2019, 08:50 Uhr

Mit dem Martinssonntag ist auch die ganze Marienfelder Werbegemeinschaft ins Wanken geraten. Denn, so sagt es zumindest Andreas Kleine, Geschäftsführer des Textilunternehmens an der B 513 und aktiver Unterstützer des Martinssonntages: »Wenn wir nicht mehr dabei sein können, sind wir raus aus der Werbegemeinschaft. Der Martinssonntag ist ein wichtiger Tag für die Textilbranche.« Eine Werbegemeinschaft ohne die großen Unternehmen wie Kleine, Bessmann oder auch Weckenbrock scheint unvorstellbar. Ulrike Dietrich, stellvertretende Vorsitzende der Werbegemeinschaft, bringt es auf den Punkt: »Martinssonntag in Gefahr bedeutet Werbegemeinschaft in Gefahr.«

Wunder sind nicht zu erwarten

In dieser Woche haben sich Geschäftsleute, Vertreter der Marienfelder CDU und der Ordnungsverwaltung zusammengesetzt, um zu beraten, wie man den Martinssonntag retten kann. Der Politik sind aktuell die Hände gebunden, die Gewerkschaft Verdi, die gegen viele verkaufsoffene Sonntage klagt, folgt der aktuellen Gesetzgebung. »Wir werden das Thema an unseren Landtagsabgeordneten Raphael Tigges herantragen«, kündigt die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Dr. Angelika Wensing an. »Wir erwarten keine Wunder, aber die Sache muss im Landtag auf den Tisch, das Problem betrifft alle Kommunen.«

Der Martinssonntag sei ein Fest der Dorfgemeinschaft: »Der Tag dient nicht in erster Linie dazu, die Geschäftsleute reich zu machen. Es sind viele Vereine und Schulen beteiligt, aber es braucht auch die finanzielle Unterstützung der großen Unternehmen. Wenn ich sehe, wie ehrenamtliches Engagement durch das Gesetz abgewürgt wird, stehen mir die Haare zu Berge.«

Werbegemeinschaft sucht Gespräch mit Verdi

Neben dem Versuch, über Tigges eine Lösung zu finden, will die Werbegemeinschaft das Gespräch mit Verdi suchen. Und auch auf anderer Ebene aktiv werden. »Wir wollen Gemeinschaft zeigen, unter anderem ist ein Mal- und Bastelwettbewerb geplant unter dem Motto ›Kinder engagieren sich zur Rettung der Werbegemeinschaft‹«, verrät Ulrike Dietrich. Die Bilder sollen dann an Verdi weitergeleitet werden. Ein Gesprächstermin ist für August anvisiert, bis dahin will die Werbegemeinschaft einige Hebel in Bewegung setzen. In der Hoffnung – so formuliert es der Marienfelder CDU-Vorsitzende Karl-Heinz Westbeld –, dass am Ende »doch die Vernunft siegt«.

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