28. Spökenkieker-Rallye: Dicke Lederkluft und historische Zweiräder erobern Greffen
Darauf fahren sie ab

Harsewinkel (WB). 30 an- und nachgemeldete Starter bereicherten die herrlich anzusehende Parade historischer Zweiräder: Bei der 28. Internationale Pionierfahrt für alte Motorräder, die Spökenkieker-Rallye, rollten Fahr- und Motorräder bis Baujahr 1927 quer durch die Landschaft.

Dienstag, 04.06.2019, 08:45 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 08:50 Uhr
Walter Schenk aus Spenge auf seiner Humber, die 1910 gebaut wurde. Foto: Gabriele Grund

Veranstalter waren, neben Christa Beckmann vom Motorradmuseums in Greffen, wo Start und Ziel der schönen Traditionsfahrt war, auch die Oldtimerexperten Gerhard Lüpken aus Bad Laer und Jörg Ehrich aus Brockhagen.

Heiner Beckmann ist der »Vater« der Pionierfahrt

Die jährlich stattfindende Ausfahrt war von sonnigem Frühlingswetter und jeder Menge guter Laune begleitet. Initiiert wurde die 40 Kilometer lange »Internationale Pionierfahrt für alte Motorräder« einst vor 28 Jahren von Heiner Beckmann, der Ostern 1990 sein Motorradprivatmuseum in Greffen eröffnet hat, nach einem schweren Schlaganfall seit Herbst 1999 im Rollstuhl saß und im November 2014 gestorben ist.

Familie Meyer reist extra aus der Schweiz an

Seit seinem Tod führt Christa Beckmann das Motorradmuseum in Greffen fast allein. Sie bedankte sich bei Gerhard Lüpken und Jörg Ehrich für den Einsatz und Aufwand der nötig war, um diese Veranstaltung durchzuführen. Ganz besonders gefreut haben sich die Organisatoren über die erstmaligen Teilnahmen der extra aus der Schweiz angereisten Familie Christian und Anny Meyer, die mit zwei Condor aus 1924 an den Start gegangen waren sowie Christian und Manuela Ringgenberg mit ihren Kindern Malea (4) und Liana (2), die auf einem auf einem AJS-Gespann an der Ausfahrt teilnahmen.

Christian Ringgenberg erklärte, dass er über seinen Opa und Vater die Leidenschaft der alten Motorräder schätzen gelernt habe. Damit auch seine Frau und Kinder bei den Ausfahrten dabei sein können, hat er die in England gebaute, drei PS starke AJS mit einem familientauglichen Seitenwagen ausstaffiert.

Unverwüstliche Renner von internationalen Herstellern

Nach einer kurzen Vorstellung der Teilnehmer und ihrer Vehikel mit den wichtigsten Eckdaten durch Jörg Ehrich gingen die vereinzelt in Tweet und dicker Lederkluft gekleideten Fahrer, im Minutentakt auf die Strecke. Im Teilnehmerfeld waren teils fragile Zweirad-Veteranen aber auch unverwüstliche Renner von internationalen Herstellern, wie Blackburne, Terrot, Wanderer, Douglas, Humber, Royal Enfield, Sunbeam, Marschall Lily, Adler, BMW und Condor zu bestaunen.

Ein überaus lebendiger Einblick in die technischen Fortschritte der Motorräder, die im Laufe der Jahre immer komfortabler und natürlich auch schneller wurden. Über die schönsten Nebenstrecken fuhr der Tross vom Motorradmuseum zum Hobbyhof Kleinebecker in Siedinghausen. Von dort ging es weiter zum Farmhouse Jazzclub. Nach einer Pause rollte der Tross nach Borgholzhausen zum Hof von Konrad Upmann und zurück zur Siegerehrung am Museum von Familie Beckmann. Die ältesten Maschinen der Spökenkieker-Rallye war eine aus dem Jahr 1901 stammende französische Clement mit Rundriemen und Spritzdüsenvergaser von Ulrich Wesolek aus Castrop-Rauxel.

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