SPD will Selbstverpflichtung – »Harsewinkeler Mischung« hilft Insekten
Rat soll Klimanotstand erklären

Harsewinkel (WB). Der Stadtrat soll den Klimanotstand für Harsewinkel erklären. Dies fordert SPD-Vorsitzender Ralf Dräger in einem entsprechenden Antrag an die Bürgermeisterin. Und auch an anderer Stelle rückt der Umweltschutz einmal mehr in den Fokus.

Samstag, 01.06.2019, 08:45 Uhr aktualisiert: 01.06.2019, 09:42 Uhr
An einer Sonnenblume finden Bienen und Co. das, was sie brauchen. Themen wie der Klimawandel und der Schutz der Insekten spielen im Bewusstsein der Menschen eine immer größere Rolle. In Harsewinkel soll nun der Klimanotstand ausgerufen werden. Foto: dpa

Wenn eine Kommune den Klimanotstand erklärt, ist dies zunächst einmal nicht rechtlich bindend, sondern eher eine Selbstverpflichtung. Es geht um eigene Auflagen oder bestimmte Ansprüche mit dem Ziel, mehr gegen den Klimawandel zu unternehmen. Laut SPD-Chef Ralf Dräger soll der Stadtrat feststellen, »dass der globale Klimanotstand auch die Stadt Harsewinkel erreicht hat« und so ein »deutliches Zeichen« setzen, »dass die bisherige erfolgreiche Klimapolitik weiterentwickelt werden muss«.

»Der Klimawandel macht vor Harsewinkel nicht halt«

Der Rat soll laut Antrag anerkennen, dass die Eindämmung des durch den Menschen verursachten Klimawandels in der städtischen Politik eine hohe Priorität besitzt und bei allen Entscheidungen grundsätzlich zu beachten ist. Zudem soll die Verwaltung beauftragt werden, im Umweltausschuss regelmäßig über die Entwicklung der Treibhausgasemissionen zu berichten und das Klimaschutzkonzept unter Berücksichtigung aktueller Erkenntnisse und Ergebnisse zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Weiterer Punkt des Antrags: Die Stelle des Klimaschutzmanagers soll über den Förderzeitraum hinaus fest in den Stellenplan der Stadt verankert werden.

»Der Klimawandel macht vor Harsewinkel nicht halt. Er ist im Bewusstsein der Menschen als eine globale Herausforderung angekommen und soll vor Ort als Maßstab politischer Entscheidungen dienen«, begründet Dräger seinen Antrag. Der Begriff »Klimanotstand« solle nicht als Übertreibung, sondern als Aufforderung verstanden werden, die Auswirkungen politischer Entscheidungen aus einer weiteren Sichtweise zu betrachten. »Neben finanziellen, sozialpolitischen oder stadtplanerischen Aspekten soll der Klimaschutz gleichberechtigt als Entscheidungskriterium Berücksichtigung finden.« Auch andere Kommunen beschäftigen sich aktuell mit diesem Thema. In Herford, Münster und Telgte im Kreis Warendorf zum Beispiel ist der Klimanotstand bereits ausgerufen worden.

»Harsewinkeler Mischung« lässt heimische Blumen sprießen

Unterdessen hat die Lokale Agenda um Maria Abeck-Brandes eine neue Idee verwirklicht, um dem Insektensterben wirksamer als bislang entgegenzutreten: die »Harsewinkeler Mischung«, eine Saatgutmischung, die tatsächlich nur heimische Blumen sprießen lässt. Mit der »Harsewinkeler Mischung« möchten die Initiatoren eine deutliche Absetzung von vielen im Umlauf befindlichen Samentütchen mit undefinierbaren Mischungen ohne Herkunftsnachweis erreichen.

»Es ist ein Unterschied, ob man wirklich heimische Blumen aussät oder irgendeine Saatgutmischung nimmt«, sagt Maria Abeck-Brandes, die die Samen selbst per Hand mischt und in die Tütchen füllt. Ein Tütchen kostet zwei Euro, der Inhalt reicht für ein bis zwei Quadratmeter Fläche, ob für Blühstreifen, den eigenen Garten, die Terrasse oder den Balkon. »Die Blumen liefern nicht nur Nahrung für die Insekten, sondern sind auch hübsch anzusehen«, sagt Abeck-Bandes. Das Saatgut kann über sie per Mail bestellt werden: BrandesJH@t-online.de.

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